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Mossack Fonseca: Das sind die Akteure hinter "Panama Papers"

Akteure hinter "Panama Papers"  

Mitgründer von Mossack Fonseca ist deutscher Auswanderer

04.04.2016, 17:42 Uhr | AFP, rtr, dpa-AFX, t-online.de

Mossack Fonseca: Das sind die Akteure hinter "Panama Papers". Das Logo der Kanzlei Mossack Fonseca in Panama-Stadt.  (Quelle: dpa)

Das Logo der Kanzlei Mossack Fonseca in Panama-Stadt. (Quelle: dpa)

Im Mittelpunkt der Veröffentlichung der "Panama Papers" steht die panamaische Anwaltskanzlei Mossack Fonseca. Einer ihrer Namensgeber ist ein deutscher Auswanderer.

Jürgen Mossack wurde 1948 in Fürth geboren. Schon in jungen Jahren wanderte er mit seiner Familie nach Panama aus, wo er ein Jura-Diplom erwarb. Sonst ist über ihn wenig bekannt, sein Bild in öffentlichen Datenbanken nicht vorhanden.

Mossacks Vater war nach Informationen des Recherchenetzwerks ICIJ, das die Affäre um die "Panama Papers" aufdeckte, Nationalsozialist und Angehöriger der Waffen-SS. Lateinamerika war nach 1945 ein beliebter Zufluchtsort für Alt-Nazis. Mossack Senior soll sich später dem US-Auslandsgeheimdienst CIA als Spion angeboten haben, berichtet das ICIJ unter Berufung auf alte Unterlagen der US-Nachrichtendienste.

Kanzleipartner beriet panamaischen Präsidenten

Mossacks Kanzleipartner Ramón Fonseca Mora ist in Panama dagegen durchaus eine öffentliche Figur. Er trat in den vergangenen Jahren unter anderem als Berater des panamaischen Präsidenten Juan Carlos Varela in Erscheinung - beide sind in der gleichen Partei. Wegen Ermittlungen gegen Mossack Fonseca in Brasilien lässt er seine Beratertätigkeit derzeit ruhen. Fonseca wurde 1952 geboren und studierte in Panama und an der renommierten London School of Economics.

In einem Interview erzählte Fonseca einmal, dass er ursprünglich Priester werden wollte. Es kam dann aber anders: Mossack gründete 1977 die Finanzkanzlei, Fonseca stieg 1986 mit ein. In aller Diskretion erwarb man sich einen Namen als Anbieter kreativer Steuersparmodelle.

Umzug von einer Steueroase in die nächste

Zunächst nutzte die Kanzlei die britischen Jungferninseln als Operationsbasis - eine britische Kolonie in der Karibik, die lange Zeit ein Steuerparadies war. Die Auswertung der "Panama Papers" ergab nach Angaben des ICIJ, dass mehr als die Hälfte der rund 214.000 Briefkastenfirmen von Mossack Fonseca - über 113.000 - auf diesen Inseln gemeldet war. Als die Jungferninseln ihre Steuergesetzgebung verschärften, verlagerte sich der Schwerpunkt nach Panama.

Bei der Suche nach Steuerparadiesen ging die Kanzlei äußerst einfallsreich vor. Eine Zeitlang siedelte sie laut ICIJ zahlreiche Briefkastenfirmen in Niue an, einer mit Neuseeland assoziierten Pazifikinsel. Das Geschäft sei so lukrativ gewesen, dass die Kanzlei im Jahr 2001 rund 80 Prozent zum Jahreshaushalt des halbautonomen Inselstaats beigetragen habe.

Diskrete Anwälte im Rampenlicht

Mit der Diskretion, welche die Geschäfte von Mossack Fonseca über Jahrzehnte hinweg umgab, ist es nun vorbei. "Das ist ein Verbrechen": So kommentierte Ramón Fonseca gegenüber AFP in Panama-Stadt die Veröffentlichung der Unterlagen. "Das ist ein Angriff auf Panama, weil es gewissen Ländern nicht gefällt, dass wir so erfolgreich beim Anwerben von Unternehmen sind."

Zu Reuters sagte Fonseca, man weise Verfehlungen von sich. Die Kanzlei setze legale Strukturen auf, die dann beispielsweise Banken und Anwälte nutzten. Seine Kanzlei sei nicht für die späteren Aktivitäten der Briefkastenfirmen verantwortlich, sondern vielmehr Opfer einer "internationalen Kampagne gegen Datenschutz".

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