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"Panama Papers": Insider spricht von einem Bruchteil an Informationen

Informant meldet sich  

"Panama Papers": Erst ein Bruchteil bekannt

07.05.2016, 08:10 Uhr | dpa

"Panama Papers": Insider spricht von einem Bruchteil an Informationen. Die Kanzlei Mossack Fonseca soll vermögenden Kunden bei Steuerhinterziehung im großen Stil geholfen haben.  (Quelle: dpa)

Die Kanzlei Mossack Fonseca soll vermögenden Kunden bei Steuerhinterziehung im großen Stil geholfen haben. (Quelle: dpa)

Die Quelle der "Panama Papers" hat sich erstmals öffentlich geäußert: Bislang sei erst "ein Bruchteil der schmutzigen Machenschaften von Mossack Fonseca" bekannt, so der Informant. Es werde Jahre, vielleicht sogar Jahrzehnte dauern, bis alle Fakten ans Licht kommen.

Er sei grundsätzlich bereit, mit den Behörden zusammenzuarbeiten. Derzeit sei aber der gesetzliche Schutz nicht ausreichend: "Ich habe mitangesehen, was mit Whistleblowern und Aktivisten in den USA und Europa geschehen ist, wie ihr Leben zerstört wurde, nachdem sie Vorgänge öffentlich gemacht hatten, die offensichtlich kriminell waren."

Aufdecken - ohne politischen Zweck

Auch wenn Briefkastenfirmen nicht immer illegal seien, dienten sie häufig dazu, Verbrechen zu begehen, schrieb der Whistleblower mit dem Pseudonym "John Doe" in der SZ. "Ich habe mich dazu entschlossen, Mossack Fonseca dem Urteil der Weltöffentlichkeit auszusetzen, weil ich der Meinung bin, dass die Kanzleigründer, Angestellten und Kunden für ihre Rolle bei diesen Verbrechen zur Rechenschaft gezogen werden sollten."

Kritisch äußert er sich auch über den Medien: Mehrere große Pressehäuser, denen er die Dokumente zur Verfügung gestellt habe, hätten keine Interesse daran gehabt, darüber zu berichten.

Die Veröffentlichung der Dokumente habe "keinem bestimmten politischen Zweck" gedient. Er habe noch nie für eine Regierung oder einen Geheimdienst gearbeitet.

Auf dem Weg zum "ökonomischen Sklaventum"

Alle hätten im Kampf gegen Geldwäsche, Steuerhinterziehung und Korruption versagt, sagt "John Doe". "Die Auswirkungen dieses vielfachen Versagens führen zum ethischen Niedergang unserer Gesellschaft und letztlich zu einem neuen System, das wir noch Kapitalismus nennen, das aber in Wahrheit ökonomisches Sklaventum ist", so der Whistleblower. "Das weltweite Schadensausmaß sollte uns alle wach rütteln".

Veröffentlichung mit weitreichenden Folgen

Die anonyme Quelle hatte der "Süddeutschen Zeitung" (SZ) Informationen über rund 200.000 von der panamischen Kanzlei Mossack Fonseca gegründete Briefkastenfirmen zugespielt. Die Veröffentlichung der sogenannten "Panama Papers" hatte zu Ermittlungen auf der ganzen Welt und einer internationalen Debatte über Steueroasen und Geldwäsche geführt. Islands Ministerpräsident Sigmundur David Gunnlaugsson trat wegen der Enthüllungen über Briefkastenfirmen zurück.

Die Kanzlei Mossack Fonseca betonte immer wieder, sich an die Gesetze zu halten. In den Briefkastenfirmen der Kanzlei sollen Politiker, Prominente und Sportler ihr Vermögen geparkt haben.

Identität des Whistleblowers bleibt rätselhaft

Wer sich hinter dem Pseudonym "John Doe" verbirgt, ist derzeit unklar. Bei der "Süddeutschen Zeitung" heißt es, die Redakteure hätten den Whistleblower nie persönlich getroffen und mit ihm über einen verschlüsselten Chat kommuniziert.

Auch wie der Informant an die 2,6 Terabyte vertrauliche Daten der Kanzlei gelangen konnte, ist weiter offen. Mossack Fonseca vermutet einen Hackerangriff auf seine Server und hat Strafantrag wegen Datendiebstahls gestellt. IT-Experten bezweifeln allerdings, dass eine so große Datenmenge von außen gestohlen werden konnte.

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