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Rewe verbannt Plastiktüten: 140 Mio Tüten pro Jahr

Jährlich 140 Millionen Tüten weniger im Müll  

Rewe stoppt Plastiktütenverkauf

01.06.2016, 12:59 Uhr | dpa

Rewe verbannt Plastiktüten: 140 Mio Tüten pro Jahr. Ab August gibt es in Rewe-Märkten keine Plastiktüten mehr. (Quelle: dpa)

Ab August gibt es in Rewe-Märkten keine Plastiktüten mehr. (Quelle: dpa)

Im Kampf gegen den Plastikmüll hatten sich erst kürzlich rund 260 Händler verpflichtet, Plastiktüten nur noch kostenpflichtig abzugeben. Rewe geht jetzt noch einen Schritt weiter. Deutschlands zweitgrößter Lebensmittelhändler will künftig überhaupt keine Plastiktüten mehr anbieten.

Dadurch sollen in Deutschland jährlich rund 140 Millionen Plastiktüten weniger im Müll landen, wie der Konzern ankündigte. Die Selbstverpflichtung soll Deutschland helfen, eine EU-Richtlinie umzusetzen, die den jährlichen Verbrauch von Kunststoff-Tragetaschen bis Ende 2025 auf höchstens 40 Tüten pro Einwohner senken soll. Aktuell benutzt jeder Einwohner Deutschlands im Jahr im Schnitt 71 Tüten.

Vielfältige Alternativen zur Plastiktüte

Rewe will den Kunden nun in all seinen Supermärkten Alternativen aus Baumwolle und Jute, aber auch Permanent-Tragetaschen aus Recyclingmaterial, Kartons und Papiertüten anbieten. Restbestände an Plastiktragetaschen würden in den Märkten aber noch bis Juli verkauft, teilte der Konzern mit. In den über 3000 Rewe-Märkten kaufen wöchentlich rund 27 Millionen Kunden ein.

Test zeigt: Großteil der Verbraucher zieht mit

In einer dreimonatigen Testphase hatte das Unternehmen in mehr als 130 Märkten den Verzicht auf die Plastiktüten ausprobiert. Ein Großteil der Verbraucher befürworte und akzeptiere den Schritt, fasste Rewe seine Erfahrungen zusammen. Fast zwei Drittel der befragten Kunden würde zu mehrfach verwendbaren Tragetaschen oder Einkaufskartons greifen. Nicht betroffen von dem Plastiktüten-Bann sind nach Angaben eines Rewe-Sprechers vorläufig die kostenlosen durchsichtigen Plastiktüten, die an Obst- und Gemüsetheken zu haben sind, es werde aber nach Alternativen gesucht.

Kritik an Selbstverpflichtung des Handels

Umweltverbände hatten die Selbstverpflichtung des Handels zuletzt kritisiert und Bundesumweltministerin Barbara Hendricks vorgeworfen, vor den Unternehmen eingeknickt zu sein. Die Deutsche Umwelthilfe bemängelte, dass von 60 Prozent der Tüten, die über die Vereinbarung abgedeckt seien, die meisten schon jetzt kostenpflichtig seien. Der Nabu forderte eine gesetzliche Regelung, die auch Papiertüten umfasst. Diese seien in der Herstellung nicht umweltfreundlicher als die Plastiktaschen.

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