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Finanztest: Banken informieren an fremden Geldautomaten zu spät

Praxistest von "Finanztest"  

Banken informieren an fremden Geldautomaten oft zu spät

15.11.2016, 10:11 Uhr | AFP, t-online.de

Finanztest: Banken informieren an fremden Geldautomaten zu spät. Wieviel Gebühren an fremden Geldautomaten fällig werden, erfahren Verbraucher oft erst spät. (Quelle: imago/ Ralph Peters)

Wieviel Gebühren an fremden Geldautomaten fällig werden, erfahren Verbraucher oft erst spät. (Quelle: imago/ Ralph Peters)

Sie kennen es vermutlich auch: Weit entfernt von einer vertrauten Bank-Filiale braucht man unbedingt Bargeld. Also hin zum nächstbesten Geldautomaten. Die Gebühren dafür nimmt man in Kauf. Doch diese Gebühren erfahren Verbraucher oft erst spät, wie "Finanztest" herausgefunden hat.

So zeigten viele Banken und Sparkassen die fälligen Gebühren für das Abheben mit fremden Girokarten an ihren Automaten erst nach Eingabe der Geheimnummer an. Das passierte bei 14 von 20 Anbietern, obwohl die Herkunft der Karte für den Automaten schon nach dem Einschieben erkennbar war. 

Keine rechtlichen Vorgaben

Bei dem Praxistest von Juli bis Oktober prüfte die Stiftung in Berlin und München die Gebühren für das Abheben an fremden Geldautomaten. Dabei wurden 20 Anbieter getestet - darunter Banken und Sparkassen sowie spezialisierte Automatenbetreiber. Insgesamt erhob die Stiftung Warentest die Abhebegebühren von 34 Anbietern.

Es gebe keine rechtlichen Vorgaben, wann und wie Bankkunden über das Entgelt zu informieren seien. Sie müssten nur die Gelegenheit haben, den Vorgang abzubrechen, wenn es ihnen zu teuer sei, erklärte die "Finanztest".

Nur sechs Banken informieren frühzeitig

Sechs Banken zeigten in dem Test das Entgelt vor der Pin-Eingabe an: Commerzbank, Deutsche Bank, ING-Diba, Postbank, Targobank und Volkswagen Bank. "Das sollte Standard bei allen sein", schreibt das Verbraucher-Magazin.

Die sechs Banken informierten die Kunden auch in "kurzen Texten" über die anfallende Gebühr. Bei einem anderen Anbieter hätten die Kunden die Höhe der Gebühr erst aus einem "sehr langen Text in sehr kleiner Schrift" entnehmen müssen.

Gebühren bis zu 7,99 Euro pro Abhebung

Die Höhe der Gebühr variiert stark: ING-Diba, DKB und Volkswagen Bank begnügen sich dem Bericht zufolge mit 1,95 Euro bei Abhebungen mit fremden Girokarten - allerdings gibt es von ihnen nicht viele Automaten. Viele große Banken und Sparkassen fordern laut "Finanztest" 3,50 Euro bis 4,95. Bis zu 7,99 Euro betrage das Entgelt beim Bankhaus August Lenz und bei Cardpoint.

Die Bundesregierung hatte erst kürzlich erklärt, sie sehe keinen Handlungsbedarf gegen Gebühren für das Abheben an fremden Geldautomaten. Verbraucher würden Automaten von anderen Kreditinstituten "vorwiegend in nicht planbaren Ausnahmesituationen" nutzen, hieß es in einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage von Grünen-Politikern.

Zudem gebe es eine "flächendeckende transparente Preisanzeige an den Geldautomaten". Verbraucher könnten auf dieser Grundlage eine "informierte Entscheidung" treffen.

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Erhöhungen von Bank-Gebühren oft fehlerhaft

Ein weiteres Ärgernis sind die derzeit oft zu beobachtenden Preiserhöhungen für Girokonten. Nach Angaben von Verbraucherschützern werden diese nicht immer fehlerfrei angekündigt. Die Mitteilungen verschiedener Anbieter enthielten "entscheidende Fehler" und seien damit unwirksam, erklärte das Marktwächter-Team der Verbraucherzentrale Sachsen mit Verweis auf mehrere Beschwerden von Verbrauchern.

Bankkunden müssten in solchen Fällen die erhöhten Kosten nicht hinnehmen und könnten zu viel gezahlte Gebühren zurückfordern.

Zwei Anforderungen müssen erfüllt sein

Banken und Sparkassen müssen den Angaben zufolge ihre Kunden mindestens zwei Monate im Voraus über die anstehende Preisänderung informieren. Das geschieht meist per Brief oder Kontoauszug. Zudem müssten Kreditinstitute in der Ankündigung darauf hinweisen, dass die Kunden "sowohl kostenfrei als auch fristlos" kündigen könnten.

Werde einer dieser zwei Anforderungen nicht erfüllt, sei die gesamte Preisänderung unwirksam, erklärte die Verbraucherzentrale Sachsen. Vor allem beim Hinweis auf die Kündigungsmöglichkeit unterlaufen den Kreditinstituten demnach Fehler. In manchen Fällen werde der Hinweis zur kostenlos möglichen Kündigung schlicht "vergessen".

Die Verbraucherzentrale Sachsen mahnte nach eigenen Angaben bereits eine Sparkasse erfolgreich ab. Eine andere habe bereits im August nach einer Abmahnung ihre Informationspraxis geändert. "Wir vermuten, dass auch andere Kreditinstitute nicht richtig informiert haben", erklärte Carmen Friedrich von der Verbraucherzentrale Sachsen. Bankkunden sollten deshalb angekündigte Preismaßnahmen genau prüfen.

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