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Kampf um Ansprache als "Kundin" geht weiter

Sparkassen-Kundin Krämer  

Kampf um Ansprache als "Kundin" geht weiter

16.05.2018, 16:36 Uhr | dpa

Kampf um Ansprache als "Kundin" geht weiter. Marlies Krämer zeigt ein Dokument der Sparkasse, das sie verbessert hat. Die Rentnerin klagt vor dem BGH, dass Sparkassen auf ihren Formularen auch die weibliche Form von Konotoinhaber, also Kontoinhaberin, nennen müssen.  (Quelle: dpa/Oliver Dietze)

Korrigiertes Sparkassenformular: Marlies Krämer zeigt ein Dokument der Sparkasse, das sie verbessert hat. Die Rentnerin klagt vor dem BGH, dass Sparkassen auf ihren Formularen auch die weibliche Form von Konotoinhaber, also Kontoinhaberin, nennen müssen. (Quelle: Oliver Dietze/dpa)

Der Kampf der Sparkassen-Kundin Marlies Krämer um eine weibliche Ansprache geht in die nächste Runde: Sie hat Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht eingelegt. Im März hatte der Bundesgerichtshof ihre Klage abgewiesen.

Marlies Krämer, die engagierte Kämpferin für Frauenrechte aus dem saarländischen Sulzbach, hat beim Bundesverfassungsgericht Beschwerde eingereicht. "Es ist mein verfassungsmäßig legitimes Recht, dass ich als Frau in Sprache und Schrift erkennbar bin", begründete sie die Beschwerde. 

Sie ist kein "Kunde", "Kontoinhaber" oder "Sparer"

Die 80-Jährige will nicht hinnehmen, dass sie von ihrer Sparkasse in Formularen als "Kunde", "Kontoinhaber" oder "Sparer" angesprochen wird. Der Bundesgerichtshof hat ihre dagegen gerichtete Klage in letzter Instanz abgewiesen: Einen Anspruch auf weibliche Formen gebe es nicht. Die männliche Formularsprache verstoße nicht gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz und auch nicht gegen Artikel 3 des Grundgesetzes, nach dem Mann und Frau gleichberechtigt sind. Die männliche Form könne "geschlechtsblind" verwendet werden; eine Geringschätzung des anderen Geschlechts komme damit nicht zum Ausdruck.

Männliche Ansprache verletze den Gleichheitsgrundsatz 

Aus Sicht der Anwältin von Marlies Krämer werden hingegen mit der männlichen Ansprache der Gleichheitsgrundsatz und das allgemeine Persönlichkeitsrecht verletzt. Sie sieht sich nicht zuletzt durch die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zum Dritten Geschlecht bestärkt, wonach neben "männlich" und "weiblich" im Geburtenregister ein dritter Geschlechtseintrag möglich sein muss. Damit sei der hohe Rang der Bezeichnung des eigenen Geschlechts betont worden. Durch die männliche Form würden Frauen benachteiligt. Die Sparkasse hätte nach ihrer Meinung die Formulare längst geschlechtsneutral umformulieren müssen.

Das sagt eine Sprachwissenschaftlerin zu geschlechtergerechter Sprache

Klägerin Marlies Krämer ist "bekennende Feministin". Sie hat im Laufe ihres Lebens schon andere Schlachten für sich entschieden. So verzichtete sie in den 90er Jahren so lange auf einen Pass, bis sie als "Inhaberin" unterschreiben konnte. Später sammelte sie erfolgreich Unterschriften für weibliche Wetter-Hochs – davor wurden Frauennamen nur für Tiefs verwendet.

Verwendete Quellen:
  • dpa

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