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Kosten fürs Konto und Geldabheben: Wie Banken ihre Kosten auf Kunden abwälzen

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Mindestens 50 Euro  

Abheben von Kleinstbeträgen oft nicht mehr möglich

25.06.2018, 08:31 Uhr | Jörn Bender, Friederike Marx, dpa

Kosten fürs Konto und Geldabheben: Wie Banken ihre Kosten auf Kunden abwälzen. Eine männliche Hand steckt Geldscheine in ein Portemonnaie (Quelle: imago/Agentur 54 Grad)

Geldautomaten: Für das Geldabheben und die Kontoführung zahlen viele Kunden teilweise hohe Gebühren. Eine Gebührenbremse ist nicht in Sicht. (Quelle: Agentur 54 Grad/imago)

Bargeld ziehen sich die meisten Deutschen aus dem Automaten – oft aber gerade so viel, dass es zum Beispiel für den Abend in der Kneipe reicht. Doch für Banken sind solche Kleinstbeträge teuer – und die Institute reagieren.

Am Geldautomaten an der Ecke mal eben 20 Euro abheben? Für viele Bankkunden ist das entweder gar nicht mehr oder zumindest nicht mehr kostenlos möglich. Eine wachsende Zahl von Instituten verlangt inzwischen, mindestens 50 Euro aus dem Automaten zu ziehen. Vor allem Direktbanken gehen diesen Schritt, denn sie haben – anders als Sparkassen und Volksbanken – kaum eigene Automaten und müssen jedes Mal, wenn ihre Kunden den Service der Konkurrenz nutzen, Gebühren zahlen.

Kosten werden an Kunden weitergegeben 

Bei der ING-Diba, Europas größter Direktbank mit mehr als neun Millionen Kunden, gilt die 50-Euro-Mindestabhebung ab dem 1. Juli. Die Commerzbank-Tochter Comdirect und die Deutsche Kreditbank (DKB) handhaben das schon seit geraumer Zeit so.

"Für jede Geldabhebung fallen Kosten bei uns an", begründet ein Sprecher der ING-Diba den Schritt. "Die anfallenden Kosten sind unabhängig von der Höhe des abgehobenen Betrags. Viele Abhebungen mit kleinen Beträgen kommen daher für uns besonders stark zum Tragen." Manche Kunden holten sich am Automaten mehrmals an einem Tag Beträge von 10 oder 20 Euro.

Bis zu vier Euro pro Abhebung

Nach Angaben des Sprechers übernimmt die ING-Diba im Schnitt etwa 1,60 Euro Gebühren, wenn ihre Kunden mit Visa-Karte am Automaten Geld ziehen. Komme die Girocard an Automaten anderer Banken zum Einsatz, variierten die Gebühren je nach Institut. Einer Marktübersicht des Bundeskartellamts aus dem Herbst 2017 zufolge verlangen Banken meist drei bis fünf Euro für Auszahlungen an Fremdkunden, im Einzelfall aber auch deutlich mehr.

Alternativen zum Automaten werden kaum genutzt 

Die Wettbewerbshüter hatten im September mitgeteilt, sie sähen keine Notwendigkeit, solche Gebühren zu begrenzen. Die meisten Verbraucher könnten diese vermeiden, argumentierte das Kartellamt: Sie könnten einen Automaten ihrer Bank oder ihres Verbundes nutzen, sich bei Tankstellen oder im Handel mit Bargeld versorgen oder – vielfach gebührenfrei – eine Kreditkarte zum Abheben nutzen. Und auch an Automaten gebe es seit Mitte Januar 2011 mehr Transparenz: Seither bekommen Verbraucher vor der Auszahlung direkt am Automaten angezeigt, welche Kosten ihnen für das Geldabheben entstehen.

In der Tat gibt es längst die Möglichkeit, beim Bezahlen an der Supermarktkasse Bargeld mitzunehmen – in manchen Läden schon ab einem Einkaufswert von zehn Euro. Doch genutzt wird diese Möglichkeit bisher selten: Gerade einmal vier Prozent der Deutschen heben Bargeld an der Supermarktkasse ab, wie eine repräsentative Umfrage der Nürnberger GfK im Auftrag des Bankenverbandes BdB in diesem Frühjahr ergab. Am Bankschalter versorgen sich acht Prozent mit frischen Scheinen, 88 Prozent gehen in der Regel an den Geldautomaten. Fast jeder zweite (45 Prozent) hebt dabei Beträge bis zu 100 Euro ab.

Doppelte Gebührenlast für Verbraucher

Gerade weil Geldautomaten so beliebt sind, sehen Verbraucherschützer die Entwicklung hin zu Mindestbeträgen kritisch. "Aus unserer Sicht ist es problematisch, wenn Institute, die bereits Gebühren für die Kontoführung erheben, auch noch Entgelte fürs Abheben von Beträgen unter 50 Euro am Geldautomat verlangen", sagt Finanzmarktwächter Kay Görner von der Verbraucherzentrale Sachsen. "Grundsätzlich gilt: Das Institut muss Kunden rechtzeitig darüber informieren, wenn es künftig ein Entgelt verlangen will."

Zehn Euro monatlich kassiert beispielsweise die ING-Diba künftig von Kunden, die weiterhin die Möglichkeit haben wollen, weniger als 50 Euro am Geldautomaten abzuheben. Wer gerade Ebbe auf dem Konto hat, der soll am Automaten aber auch nach dem 1. Juli kleinere Beträge kostenlos abheben dürfen, versichert die Direktbank: "Kunden, die weniger als 50 Euro als verfügbaren Betrag auf ihrem Girokonto haben, können auch weniger abheben. Es fällt hierfür keine Gebühr an."

Allerdings wird das Automatennetz seit Jahren löchriger, denn die Geräte sind teuer und müssen – auch auf dem Land – regelmäßig befüllt werden. Noch können Verbraucher jedoch allein in Deutschland an gut 58.000 Geldautomaten rund um die Uhr Bargeld ziehen. Die meisten Geräte betreiben die Sparkassen mit rund 25.000, bei den Volksbanken sind es gut 18.000. Die ING-Diba hat 1.200 eigene Automaten. Wer nicht Kunde der Direktbank ist, zahlt dort fürs Abheben mit der Girocard 3,90 Euro Gebühr.

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