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Großrazzia bei Deutscher Bank lässt zwei Rückschlüsse zu

MEINUNGVerdacht der Geldwäsche  

Großrazzia bei Deutscher Bank lässt zwei Rückschlüsse zu

Eine Kolumne von Ursula Weidenfeld

29.11.2018, 15:20 Uhr
Großrazzia bei Deutscher Bank lässt zwei Rückschlüsse zu. Zentrale der Dutschen Bank: Ein Großaufgebot von Ermittlern hat die Zentrale des größten deutschen Geldhauses in Frankfurt durchsucht. (Quelle: Reuters/Kai Pfaffenbach)

Zentrale der Dutschen Bank: Ein Großaufgebot von Ermittlern hat die Zentrale des größten deutschen Geldhauses in Frankfurt durchsucht. (Quelle: Kai Pfaffenbach/Reuters)

Am Morgen hat die Polizei die Zentrale des Geldhauses durchsucht. Jetzt wird sich zeigen: Hat die Deutsche Bank aus ihren Skandalen gelernt oder hat sie Kriminelle weiter unterstützt?

Die Deutsche Bank ist heute morgen von der Staatsanwaltschaft Frankfurt durchsucht worden. Wieder einmal. Der Verdacht: Die Bank könnte Kriminelle noch bis ins Jahr 2016 bei der Geldwäsche unterstützt haben. Sollte das stimmen, haben alle Bemühungen der vergangenen Jahre nichts gebracht: Die Deutsche Bank wäre immer noch nicht in der Lage, sich an die geltenden Gesetze zu halten, skandalfrei zu arbeiten und nur saubere Geschäfte zu machen. Für ein Geldhaus, das verzweifelt um die verlorene Glaubwürdigkeit kämpft, wäre das eine verheerende Nachricht.

Bisher haben sich weder die Staatsanwaltschaft noch die Bank selbst ausführlich zu den Durchsuchungen geäußert, die aufgrund der Auswertung der Panama Papers stattfanden. Diese Unterlagen waren im Jahr 2016 von der Süddeutschen Zeitung ausgewertet und in Teilen veröffentlicht worden. Allerdings: Anklage ist noch nicht erhoben, ein Urteil ist noch nicht gefällt worden. Die Deutsche Bank muss als unschuldig gelten, solange das der Fall ist – oder das Geldhaus selbst Versäumnisse einräumt.

Hat die Deutsche Bank aus den Skandalen gelernt?

Überlebenswichtig und kritisch für die Deutsche Bank ist die Frage, ob und was sie aus den Skandalen der vergangenen Jahre gelernt hat. Milliarden an Straf- und Vergleichszahlungen hat sie begleichen müssen, um Versäumnisse und Straftaten bei Geldtransfers, Kursmanipulationen und Terrorfinanzierung zu sühnen.

Intern hat sie mehrstellige Millionenbeträge investiert, um ein gutes Frühwarn-, ein ordentliches Kontrollsystem und Verantwortungsbewusstsein bei den Mitarbeitern zu entwickeln. Sollte das Geldhaus auch in jüngster Zeit noch an Geldwäsche beteiligt gewesen sein, hätte das im internen Kontrollsystem auffallen und zu einer Selbstanzeige führen müssen.

Nach bisherigem Kenntnisstand war das aber nicht der Fall. Offensichtlich gibt es bei der Deutschen Bank zumindest ein Bewusstsein dafür, dass es in der Compliance-Abteilung – das ist der Bereich, der für die Gesetzestreue sorgen muss – nicht rund läuft. Angeblich steht die zuständige Vorstandsfrau Sylvie Matherat vor der Ablösung, die deutsche Finanzaufsicht hatte erst im September einen Extra-Kontrolleur für Geldwäsche bestellt.

Zwei Rückschlüsse sind möglich

Zwei Rückschlüsse sind nun möglich, solange nicht klar ist, wem die Durchsuchungen konkret galten und was sie erbracht haben: Entweder wird die Staatsanwaltschaft nicht fündig, und das Geldhaus hat sich in jüngster Zeit tatsächlich nichts Neues zuschulden kommen lassen. Dann müssten sich die Frankfurter Staatsanwälte fragen lassen, ob es nötig war, mit 170 Leuten in die Bank zu gehen und die Rufschädigung für die Bank in Kauf zu nehmen. Dennoch wäre das die beste Nachricht – für die Kunden, die Mitarbeiter und das Management der Deutschen Bank.



Oder die Deutsche Bank ist nicht unschuldig, und sie hatte tatsächlich keine Ahnung von den neuerlichen Vergehen ihrer Mitarbeiter. Das wäre die Bankrotterklärung für die Arbeit der vergangenen Jahre.

Ursula Weidenfeld ist Wirtschaftsjournalistin in Berlin. Ihr neues Buch heißt:  "Regierung ohne Volk. Warum unser politisches System nicht mehr funktioniert.

Anmerkung: Die Autorin ist Kleinaktionärin der Deutschen Bank und hat in den vergangenen Jahren als Moderatorin von dem Geldhaus Aufträge erhalten.

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