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WEF-Studie: So steht es in Deutschland um die Gleichberechtigung

WEF-Studie  

So steht es in Deutschland um die Gleichberechtigung

18.12.2018, 09:55 Uhr | dpa

WEF-Studie: So steht es in Deutschland um die Gleichberechtigung. Immer noch ergreifen Frauen seltener einen "Mint-Beruf" als Männer.

Immer noch ergreifen Frauen seltener einen "Mint-Beruf" als Männer. Dadurch haben sie einen geringeren Anteil an dem wachsenden Wirtschaftsbereich. Foto: Wolfram Kastl. (Quelle: dpa)

Cologny (dpa) - Die Gleichberechtigung in Deutschland kommt kaum voran. Das hat eine neue Studie des Weltwirtschaftsforums (WEF) ergeben. So habe etwa der Frauenanteil in den Parlamenten abgenommen, zudem gebe es Lücken zwischen den Geschlechtern im Bereich Bildung.

Insgesamt rutschte Deutschland im jährlichen Index des WEF um zwei Plätze auf Rang 14 ab. Knapp 78 Prozent der Geschlechterkluft sind demnach hierzulande geschlossen. Beim ersten Ranking 2006 stand die Bundesrepublik noch auf Platz 5. Spitzenreiter bleibt Island.

Weltweit stagniere die Gleichberechtigung, in einigen Bereichen wachse die Kluft sogar wieder, warnte das WEF in seinem "Global Gender Gap Report 2018". So habe das Gefälle zwischen Männern und Frauen in den Bereichen Gesundheit und Bildung zugenommen. Lediglich bei der wirtschaftlichen Chancengleichheit sei die Kluft verringert worden, allerdings sei der Frauenanteil an der weltweiten Erwerbsbevölkerung zurückgegangen.

Gründe für diese "beunruhigende Entwicklung": Die Automatisierung wirke sich unverhältnismäßig stark auf Bereiche aus, die traditionell von Frauen besetzt waren. "Gleichzeitig sind Frauen in wachsenden Beschäftigungsfeldern, die MINT-Fähigkeiten und -Wissen erfordern, unterrepräsentiert." MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. So sei in Deutschland die Lücke zwischen Frauen und Männern bei der Künstlichen Intelligenz sehr groß: Nur 16 Prozent des Talent-Pools seien Frauen. Zudem seien weltweit vielerorts Kinder- und Altenbetreuung noch immer unterentwickelt; dies hemme die Rückkehr vieler Frauen in die Arbeit.

"Mehr denn je können es Gesellschaften sich nicht leisten, auf die Fähigkeiten, Ideen und Perspektiven der Hälfte der Menschheit zu verzichten", kommentierte WEF-Gründer Klaus Schwab den Bericht. Nur mit Teilhabe der Frauen lasse sich das Versprechen einer wohlhabenderen und menschlich orientierten Zukunft umsetzen.

Das WEF untersuchte für den jährlichen Bericht in 149 Staaten vier Bereiche: Wirtschaft - etwa Gehälter und Chancen auf Führungspositionen -, Zugang zu Bildung, politische Mitwirkungsmöglichkeiten sowie Gesundheit, etwa Lebenserwartung. Im Vorjahr hatten die Autoren erstmals seit Veröffentlichung der Studie 2006 eine Vergrößerung der Kluft zwischen Frauen und Männern festgestellt. Vor diesem Hintergrund sei die - wenn auch marginale - Verbesserung in diesem Jahr begrüßenswert. Weltweit ist die Geschlechterkluft demnach zu 68 Prozent geschlossen.

Probleme gibt es aber fast überall. Auch Spitzenreiter Island wurde mit einer zu 85,8 Prozent geschlossenen Lücke schlechter bewertet als im Vorjahr (88 Prozent). Dort habe sich die Kluft bei weiblichen Abgeordneten sowie Beamtinnen und Managerinnen vergrößert. Es folgen Norwegen, Schweden und Finnland sowie das mittelamerikanische Nicaragua und das ostafrikanische Ruanda. Die USA fallen um zwei Plätze auf Rang 51. Westeuropa bleibt die Region mit der höchsten Gleichstellung (75,8 Prozent), Schlusslicht sind der Nahe Osten und Nordafrika (60,2 Prozent).

Im jetzigen Tempo werde es länger dauern, die globale Lücke zwischen den Geschlechtern zu schließen, schreiben die Autoren. Sie rechnen für die 106 Länder, die bereits 2006 untersucht wurden, mit 108 Jahren - verglichen mit 100 beim vorigen Bericht. Bis zur Gleichstellung am Arbeitsplatz dauert es demnach noch 202 Jahre.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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