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Deutsche Bahn: Bahnbeauftragter der Regierung fordert höhere Fahrpreise

Für Schienen-Sanierungen  

Bahnbeauftragter fordert höhere Fahrpreise

27.01.2019, 15:12 Uhr | sm, dpa, AFP

Deutsche Bahn: Bahnbeauftragter der Regierung fordert höhere Fahrpreise. Rote Rücklichter am Triebwagen eines ICE-Zuges: Die Deutsche Bahn will die Pünktlichkeit ihrer Züge und den Service verbessern. (Quelle: dpa/Matthias Balk)

Rote Rücklichter am Triebwagen eines ICE-Zuges: Die Deutsche Bahn will die Pünktlichkeit ihrer Züge und den Service verbessern. (Quelle: Matthias Balk/dpa)

Staus auf dem Schienennetz, Baustellen an den Strecken und Mängel an den Fahrzeugen – es gibt viele Gründe für andauernde Bahnverspätungen. Was tun? Mehr Geld in die Hand nehmen. Woher soll das kommen? Von den Fahrgästen, wenn es nach dem Bahnbeauftragten der Bundesregierung geht.

Sie fahren mit der Bahn und sie wollen pünktlich ankommen. Und dafür sollen Fahrgäste der Deutschen Bahn in Zukunft tiefer in die Tasche greifen. So die Forderung des Beauftragten der Bundesregierung für den Schienenverkehr, Enak Ferlemann (CDU). Er forderte die Bahn auf, ihre Preise zu erhöhen, um das Schienennetz zu modernisieren.

Höhere Ticketpreise oder Schluss mit Sondertarifen

Der Verkehrs-Staatssekretär sagte der "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" (FAS): "Die Bahn könnte ihre Preise anheben oder die Sondertarife reduzieren". Und vergleicht: "Auch die Fernbusse werden teurer. Die Zeiten des ruinösen Wettbewerbs sind vorbei." Für 19 Euro quer durch Deutschland, das könne nicht der Normalfall sein.

"Ihr müsst euren Job machen"

Ferlemann gilt als einer der schärfsten Kritiker der Bahn. Zusammen mit Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) verhandelt er mit der Spitze des bundeseigenen Konzerns, um konkrete Maßnahmen hinsichtlich Service und Pünktlichkeit einzuleiten.

Dabei kann die Bahn nicht andauernd nach mehr Geld beim Bund nachfragen: "Immer höre ich von der Bahn: Wenn ihr uns für dieses oder jenes mehr Geld gebt, wird alles besser", so der parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium. Doch das Gegenteil sei eingetreten. Seit eineinhalb Jahren gebe es auf einmal riesige Probleme im täglichen Betriebsablauf. Da sage er als Bahnbeauftragter: "Ihr müsst euren Job machen, das System muss funktionieren. Vorher gibt die Politik kein Geld."

Auch die Politik müsse umdenken

Er forderte grundsätzlich ein Neudenken in der Politik. In der Vergangenheit sei das Geld lieber in neue, teure Strecken wie zwischen Berlin und München gesteckt worden. "Wichtiger wäre ein Ausbau der Bahnknoten in den Ballungsräumen, da verlieren die Züge zu viel Zeit", zeigte sich Ferlemann überzeugt. Aber Politiker wollten natürlich lieber Schnellstrecken eröffnen als ein Ausweichgleis.

Wegen Staus auf dem Schienennetz, Baustellen und Mängeln bei den Fahrzeugen war 2018 im Jahresdurchschnitt jeder vierte Fernzug der Deutschen Bahn zu spät. Der Konzern verfehlte sein Ziel von 82 Prozent pünktlicher Züge deutlich. Die Bahn ist hoch verschuldet und braucht weitere Milliarden für Investitionen.


Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa, AFP

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