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Fast sieben Prozent importierter Waren in der EU gefälscht

Wert von 121 Milliarden Euro  

Fast sieben Prozent der Import-Waren sind gefälscht

18.03.2019, 15:24 Uhr

Fast sieben Prozent importierter Waren in der EU gefälscht. Ansammlung von Spielsachen: Neben Schuhen und Kosmetik wird auch Kinderspielzeug oft gefälscht.  (Quelle: imago images/Belga)

Ansammlung von Spielsachen: Neben Schuhen und Kosmetik wird auch Kinderspielzeug oft gefälscht. (Quelle: Belga/imago images)

Der illegale Handel mit gefälschten und raubkopierten Waren steigt seit einigen Jahren stetig. Welche Güter besonders betroffen sind und wie Kriminelle neuerdings vorgehen.

Weltweit werden gefälschte und unerlaubt hergestellte Waren im Wert von 460 Milliarden Euro gehandelt – allein in der Europäischen Union liegt der Anteil von Fälschungen im Import bei fast sieben Prozent. Das entspricht einem Wert von 121 Milliarden Euro, wie aus einer Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und des Amts der Europäischen Union für geistiges Eigentum hervorgeht.

Konsumgüter am häufigsten gefälscht

Die Daten des Berichts beziehen sich auf das Jahr 2016. Den Berechnungen nach ist der Anteil gefälschter Waren am Welthandel seit 2013 um 0,8 Prozentpunkte auf 3,3 Prozent gestiegen. Diese Zunahme fällt in einen Zeitraum, in dem der Welthandel vergleichsweise rückläufig war. Der Anstieg sei "mit einem erheblichen potenziellen Risiko für geistiges Eigentum in der wissensbasierten, offenen und globalisierten Wirtschaft verbunden", schreiben die Autoren der OECD-Studie. Vor allem für innovative Unternehmen, deren Geschäft hauptsächlich auf geistigem Eigentum beruht, seien Fälschungen ein Risiko.

Größtenteils sind alltägliche Konsumgüter von Fälschungen betroffen – etwa Schuhe, Kosmetik oder Spielzeug. Aber auch unter Ersatzteilen, Batterien oder Luxusartikeln finden sich gefälschte Waren. Fälschungen stammen den Angaben zufolge praktisch aus allen Ländern der Welt. Allerdings seien China, beziehungsweise Hongkong, immer noch die größten Ursprungsländer. Am stärksten von Produktpiraterie betroffen seien Unternehmen, die vornehmlich in OECD-Ländern wie den USA, Frankreich, Italien, der Schweiz, Deutschland, Großbritannien, Japan oder Korea angesiedelt sind.

Zoll hat andere Prioritäten

Der Handel mit gefälschten Produkten sei sehr dynamisch. "Fälscher suchen aggressiv nach neuen Gewinnmöglichkeiten", heißt es in dem Bericht. Es sei zu beobachten, dass sich Kriminelle neuerdings auch auf gefälschte Gitarren und Baumaterialien konzentrieren. Werden Produkte wie Kontaktlinsen oder Pharmazeutika gefälscht, könne das negative Auswirkungen auf die Gesundheit der Käufer haben.

Die Experten beobachten einen weiteren Trend: Der Anteil kleiner Sendungen scheine zuzunehmen. Wenn nur kleine Pakete verschickt würden, sei die Chance geringer, dass sie entdeckt werden. Dies stelle insbesondere den Zoll vor große Herausforderungen. Der Bericht zeigt: Die Rate der Zollabfertigungen ist insgesamt niedrig. Das hänge auch damit zusammen, dass die Behörden andere Prioritäten haben. Dazu zählten die Bekämpfung des Waffenhandels oder die Eindämmung illegaler Geldtransfers.


Der branchenübergreifende Verband "Aktionspreis gegen Produkt- und Markenpiraterie" sieht die Entwicklung mit Sorge. Besonders einfach sei es, Fälschungen im Netz zu vertreiben. Problematisch sei dort vor allem die Masse der Angebote – und dass sie nach dem Entfernen kurze Zeit später an anderer Stelle wieder auftauchten.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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