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"Riesige Gehaltskluft": Leiharbeiter verdienen wesentlich weniger als regulär Beschäftigte

Bis zu Tausend Euro weniger  

Leiharbeiter verdienen wesentlich weniger als regulär Beschäftigte

06.09.2019, 14:47 Uhr | AFP, dpa-AFX

"Riesige Gehaltskluft": Leiharbeiter verdienen wesentlich weniger als regulär Beschäftigte. Abrissarbeiter: Die Gehaltsunterschiede bei Leiharbeitern ziehen sich durch alle Qualifizierungsgruppen. (Symbolbild) (Quelle: imago images/Christian Ditsch)

Abrissarbeiter: Die Gehaltsunterschiede bei Leiharbeitern ziehen sich durch alle Qualifizierungsgruppen. (Symbolbild) (Quelle: Christian Ditsch/imago images)

Leiharbeiter verdienen in Deutschland im Schnitt deutlich weniger als regulär Beschäftigte. So erhielten regulär Vollzeitbeschäftigte 2018 im Mittel 3.304 Euro brutto pro Monat, bei den Leiharbeitern waren es 1.928 Euro. 

Anderthalb Wochen vor Beginn der Tarifverhandlungen für die hunderttausenden Leiharbeitskräfte in Deutschland hat die AfD die große Gehaltskluft im Vergleich zu regulär Beschäftigten kritisiert. Wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine AfD-Anfrage hervorgeht, verdienten Leiharbeiter 2018 im Mittel 1.928 Euro brutto pro Monat. Das waren 1.376 Euro weniger als regulär Vollzeitbeschäftigte, die 3.304 Euro verdienten.

Gehaltsunterschiede in allen Qualifizierungsgruppen

Laut der Antwort des Bundesarbeitsministeriums, über die am Freitag zunächst die "Neue Osnabrücker Zeitung" berichtet hatte, ziehen sich die Gehaltsunterschiede durch alle Qualifizierungsgruppen. Zudem gebe es auch starke, regionale Unterschiede. In Westdeutschland verdienten Leiharbeiter im Mittel 1.981 Euro, im Osten 1.765 Euro.

Bei den sogenannten Helfern, für deren Tätigkeiten meist keine oder nur geringe Fachkenntnisse erforderlich sind, waren es demnach im Mittel 2.259 Euro für regulär Beschäftigte und 1.619 Euro für Leiharbeiter. Das entspricht einer Differenz von 640 Euro. Bei den Fachkräften lag das Verhältnis bei 3.052 Euro zu 2.306 Euro, bei den Spezialisten bei 4.321 Euro zu 3.759 Euro und bei den Experten bei 5.425 zu 4.510 Euro.

Alle Verdienstangaben beziehen sich dabei auf das Medianeinkommen. Das heißt, 50 Prozent verdienen mehr, und 50 Prozent verdienen weniger. Er ist nicht zu verwechseln mit dem Durchschnittslohn, bei dem die Summe aller Löhne durch die Summe aller Arbeitnehmer geteilt wird. Der Durchschnitt liegt oft deutlich höher als der Median, da hierbei relativ wenige Menschen mit hohen Löhnen den Schnitt nach oben ziehen können.


Die Tarifverhandlungen für den Leih-Sektor starten am 17. September. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) fordert 8,5 Prozent mehr Gehalt sowie ein höheres Urlaubs- und Weihnachtsgeld, mehr Urlaubstage und Verbesserungen der Zuschlagsregelungen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagenturen afp, afx

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