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Hohe Mieten in Deutschland: Familien fallen unter Hartz-IV-Niveau


Hohe Mieten drücken viele Familien unter Hartz-IV-Niveau

22.07.2013, 11:21 Uhr | dpa-AFX, t-online.de

Hohe Mieten in Deutschland: Familien fallen unter Hartz-IV-Niveau. Wegen teurer Mieten bleibt vielen Familien wenig Geld zum Leben (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Wegen teurer Mieten bleibt vielen Familien wenig Geld zum Leben (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Eine hohe Miete ist oft der Grund dafür, dass einkommensschwache Familien in vielen größeren deutschen Städten unter das Hartz-IV-Niveau rutschen. Das hat eine neue Studie der Bertelsmann Stiftung ergeben. Die Untersuchung zeigt zudem starke regionale Unterschiede.

Anteil der Miete am Familien-Budget in großen deutschen Städten (Quelle: dpa)Anteil der Miete am Familien-Budget in großen deutschen Städten (Quelle: dpa) Miete macht Familien arm

Nach der Analyse haben Familien in 60 der 100 größten Städte nach Abzug der Miete im Schnitt weniger Geld zur Verfügung als den Hartz-IV-Regelsatz von 1169 Euro im Monat. Berechnet wurde dies für eine vierköpfige Familie mit weniger als 60 Prozent des regionalen Durchschnittseinkommens, die ein Kind bis sieben Jahre sowie ein Kind zwischen sieben und 14 Jahren hat.

Die teuren Wohnkosten haben der Studie zufolge drastische Folgen auf das Familienbudget. In Jena bleibt einer Familie dieser Einkommensgruppe laut Studie nach Überweisung der Miete rechnerisch 666 Euro im Monat. Ihr verfügbares Einkommen liege 43 Prozent unter dem Niveau der Grundsicherung.

Wohnungsmarkt macht den Unterschied

Ähnlich sieht die Situation demnach etwa in Frankfurt am Main, Freiburg und Regensburg aus, wo einkommensschwache Familien nach Miet-Abzug durchschnittlich 37, 33 beziehungsweise 26 Prozent unter das Hartz-IV-Niveau rutschen. Eine Familie in Heilbronn hingegen kommt - bei entspannterem Wohnungsmarkt und relativ hohen Durchschnittseinkommen - nach Berechnung der Stiftung auf 1941 Euro, das liege 66 Prozent über Grundsicherungsniveau.

Auch in Städten wie Iserlohn, Witten und Bergisch-Gladbach erleichtern demnach günstigere Mieten die Situation für Familien mit geringerem Einkommen und Kindern. Sie liegen nach Abzug der Wohnkosten 53, 48 und 45 Prozent oberhalb der staatlichen Grundsicherung.

Wo jeder zweite Euro in die Miete fließt

In Frankfurt am Main, Jena, Freiburg und München geben solche Familien im Schnitt jeden zweiten Euro ihres Einkommens für die Miete aus. Durchschnittlich werden gemäß der Untersuchung 30 Prozent des Einkommens für Wohnkosten
aufgewendet. In Iserlohn und Witten bleiben sogar mehr als 80 Prozent des Familieneinkommens nach der Mietzahlung zum Leben übrig.

"Familien aus der unteren Mittelschicht und oberen Unterschicht geraten in Städten mit angespanntem Wohnungsmarkt finanziell stark unter Druck. Armut muss in Deutschland stärker regional erfasst und bekämpft werden", erklärte Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann Stiftung.

Die Ergebnisse der Studie basieren auf Sonderauswertungen des Mikrozensus 2011, einer repräsentativen Haushaltsbefragung der amtlichen Statistik in Deutschland. Die Daten zu den Wohnkosten sind einer exklusiv für die Untersuchung erstellten Sonderauswertung der empirica-Preisdatenbank entnommen. In den Berechnungen des verfügbaren Familieneinkommens wurden die staatlich übernommenen Unterkunftskosten nicht berücksichtigt.

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