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Heizkosten: Alternative Heizungen rechnen sich

Heizkosten  

Teures Öl und Gas: Alternative Heizungen rechnen sich

24.07.2008, 17:14 Uhr | mfu, dpa-tmn, t-online.de

Mit alternativer Heiztechnik können Häuslebauer viel Geld sparen (Foto: imago)Mit alternativer Heiztechnik können Häuslebauer viel Geld sparen (Foto: imago) Draußen herrschen Minusgrade, drinnen ist es wohlig warm: Wird das schon in naher Zukunft zu einem Luxus? Diese Fragen stellen sich viele Menschen angesichts massiv steigender Preise für Heizenergie. Im kommenden Winter dürfte nach Auskunft des Bundesverbandes Wärmepumpe (BWP) in Berlin eine Lieferung von 3000 Litern Heizöl voraussichtlich zirka 2700 Euro kosten - das sind 1000 Euro mehr als im Vorjahr. Diese enormen Mehrkosten lassen sich nicht mehr allein durch energiesparendes Verhalten auffangen. Angesagt sind alternative Energien und neue Techniken, wie zum Beispiel die Solar-Öl-Brennwertheizung .

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Austausch von Altanlagen lohnt sich

Schon bei alten Anlagen kann der Austausch gegen Brennwerttechnik mit Öl und Gas viel helfen. "Ein Haushalt, ausgestattet mit veralteter Heiztechnik, kann mit der Anschaffung einer effizienten Öl-Brennwertheizung bei einem bisherigen Jahresverbrauch von 4500 Litern Heizöl zwischen 900 und 1350 Litern einsparen", rechnet Alexander Fack vom Institut für wirtschaftliche Oelheizung in Hamburg vor.

Investition zahlt sich frühestens nach sieben Jahren aus

Bei dem derzeitigen Heizölpreis von etwa 90 Cent pro Liter (Stand: Juli 2008) entspreche das zwischen 800 und 1200 Euro weniger Heizenergiekosten im Jahr. Im Schnitt betragen die Kosten für das neue Öl-Brennwertheizgerät, die Schornsteinanpassung und die Installation 8000 Euro. Es dauert also rund sieben bis zehn Jahre, bis sich die Investition auszahlt.

Kombination von Sonnenenergie und klassischer Heiztechnik

Brennwerttechnik kann auch mit regenerativer Heiztechnik wie einer Solaranlage und einem Kamin kombiniert werden. Solarenergie allein reicht im Winter in der Regel nicht aus, um das ganze Haus zu beheizen. Meist werden sie in Deutschland zur Wassererwärmung genutzt. Solaranlagen, die auch noch die Heizung unterstützen, erreichen in einem Haus mit 150 Quadratmetern und vier Personen eine Energieeinsparung von bis zu 20 Prozent, so Udo Wirges vom Zentralverband Sanitär Heizung Klima. Die Kosten unterscheiden sich je nach Art und Umfang der Anlage.

Attraktive Förderprogramme

"Als Richtschnur für eine durchschnittliche Anlage mit fünf Quadratmeter Kollektorfläche und einem 300-Liter-Speicher zur Erwärmung von Brauchwarmwasser ist ein Betrag um die 5000 Euro anzunehmen", rechnet Wirges vor. Wenn die Anlage auch die Heizung unterstützen soll, liege der Richtpreis ohne staatliche Förderung bei etwa 8500 bis 9500 Euro. Mit der staatlichen Förderung reduziert sich der Betrag. So gewährt der Staat einen Zuschuss von 750 Euro wenn im Zuge der Neuinstallation einer Solarwärmeanlage ein konventioneller Heizkessel durch ein Brennwertgerät ersetzt wird. Ebenso bieten die Länder weitere Fördermittel. Häuslebauer können außerdem die Anschaffung dieser Heizanlagen durch zinsgünstige Kredite der staatlichen KfW-Föderbank finanzieren.

Kombination alternativer Techniken

Hausbesitzer können sogar mehrere alternaive Techniken nutzen: "Eine Solar-Öl-Brennwertheizung lässt sich zusätzlich mit einem wasserführenden Holz-Kaminofen kombinieren", erklärt Fack. Dabei werde mithilfe eines Wärmetauschers der Kamin in die gesamte Wärmeversorgung des Hauses integriert. Zentrales Element einer solchen Kombination sei ein Pufferspeicher, in dem die solar erzeugte und die über das Kaminfeuer gewonnene Wärme gespeichert wird. Erst wenn im Speicher eine bestimmte Temperatur unterschritten wird, übernimmt der Öl-Brennwertkessel das Heizen. Dieser könne auch mit einem Heizöl, das Bioanteile enthält, betrieben werden.

Holzpellet-Heizung rechnet sich bereits nach sechs bis sieben Jahren

Eine Alternative zur Öl- und Gasheizung ist eine Holzpelletheizung, die mit Holzresten betrieben wird. "Der Pelletpreis liegt nahezu konstant zwischen 170 bis 190 Euro je Tonne", sagt Sebastian Kilburg vom Centralen-Agrar-Rohstoff-Marketing- und Entwicklungs-Netzwerk (CARMEN) in Straubing. Vergleichbar wäre das mit einem Ölpreis von 34 bis 38 Cent je Liter. Ein durchschnittlicher Haushalt mit einem Verbrauch von 3000 Litern Heizöl im Jahr könne mit der Umstellung auf Pellets rund 1750 Euro sparen. Die Investitionskosten für die Pelletheizung starten bei rund 10.000 Euro. Geht man von jährlichen Einsparungen von 1750 Euro aus, rechnet sich eine Holzpellet-Heizung bereits nach sechs bis sieben Jahren.

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Sonnenenergie speist Wärmepumpe

Eine weitere Heizvariante ist die Wärmepumpe. Heizungswärme wird hier nicht durch Verbrennung, sondern durch Entzug der in der Luft, im Wasser oder im Erdreich gespeicherten Sonnenwärme gewonnen. "Die Pumpe kostet für ein Haus mit 120 Quadratmetern Wohnfläche und ohne beheizbaren Keller als Luft-Wasser-Wärmepumpe zirka 12.000 Euro", sagt Stefan Gurda vom BWP. Für eine Sole-Wasser-Wärmepumpe inklusive Bohrungen, Erdsonden und Anschluss müssten rund 18.000 Euro veranschlagt werden. Es dauere etwa sieben bis acht Jahre, bis sich diese Investition bezahlt macht.

Umstrittene Technik

Wärmepumpen sind jedoch nicht unumstritten, weil sie mit Strom betrieben werden. Und das Prinzip funktioniert nicht in jedem Gebäude gleich gut. "Die Pumpen eignen sich vor allem für Neubauten oder gut gedämmte, sanierte Gebäude mit Fußboden- oder Wandheizung", sagt Oliver Weckbrodt von der EnergieAgentur Nordrhein-Westfalen in Wuppertal. Denn hier muss das Heizwasser nur maximal 35 Grad warm sein. Daher muss die Wärmepumpe die Umweltwärme nur wenig aufheizen. Dagegen arbeiten Wärmepumpen in alten, ungedämmten Häusern deutlich unwirtschaftlicher, weil das Heizwasser wärmer sein muss und mit Strom nachgeheizt wird.

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