Sie sind hier: Home > Wirtschaft & Finanzen > Immobilien & Wohnen >

Energieriesen bauen ersten deutschen Meereswindpark (1)

Windenergie zur See  

Energieriesen bauen ersten deutschen Meereswindpark (1)

06.08.2008, 17:21 Uhr | Spiegel Online, Spiegel Online

Windkraft auf dem Meer: Energieriesen wittern Milliardengeschäft (Foto: dpa)Windkraft auf dem Meer: Energieriesen wittern Milliardengeschäft (Foto: dpa) Jedes Windrad wiegt 1000 Tonnen: Ab August wird der erste Offshore-Windpark in deutschen Gewässern gebaut. Ausgerechnet die großen Energiekonzerne finanzieren die Öko-Investition - sie wittern Milliardengeschäfte. Experten erwarten nun einen regelrechten Run auf Nord- und Ostsee. #

Fotoshow - Energie-Quiz

Offshore-Windenergie: Planungen laufen seit zehn Jahren

Der amtliche Segen kommt von ganz oben. "Windenergie ist eine sehr wichtige Perspektive", sagt Bundespräsident Horst Köhler. Der Ökostrom sei "Energie in Versöhnung mit der Natur". Die Branche hat die aufmunternden Worte des Staatsoberhaupts nötig. Seit zehn Jahren planen Bundesregierung und Unternehmen riesige Windparks auf dem Meer. Und trotzdem dreht sich in deutschen Gewässern kein einziges Offshore-Rad. Die Gründe: technische Schwierigkeiten, fehlendes Geld, Probleme mit dem Kabelanschluss.

 

Durchbruch im Sommer

In diesem Sommer könnte nun endlich der Durchbruch gelingen. In der Nordsee, 45 Kilometer nördlich von Borkum, entsteht der erste Offshore-Windpark Deutschlands. Der Name: Alpha Ventus. "Baubeginn ist im August", sagt Alpha-Sprecher Lutz Wiese SPIEGEL ONLINE. Jedes einzelne Windrad wird 1000 Tonnen wiegen - und fast so hoch in den Himmel ragen wie der Kölner Dom.

An Land haben Energieriesen kaum Interesse am Ökostrom

Hinter dem Projekt stehen ausgerechnet die Energiekonzerne E.ON, Vattenfall und EWE. An Land zeigten die Unternehmen bisher kaum Interesse an Ökostrom - sie betreiben vor allem Kohle- und Kernkraftwerke. Auf dem Meer sieht das jedoch anders aus. Hier hoffen die Spitzenmanager auf ein Milliardengeschäft.

Windenergie - Stürmisches Wachstum

Video - So funktioniert Windenergie

Alpha Ventus könnte deutsche Stromversorgung revolutionieren

Offiziell dient Alpha Ventus nur der Forschung, an einen kommerziellen Betrieb ist zunächst nicht gedacht. Besonders groß ist das Projekt ebenfalls nicht: Gerade einmal zwölf Windräder werden aufgestellt mit einer Leistung von zusammen 60 Megawatt - das reicht bei einer guten Brise für 60.000 Haushalte. Trotzdem könnte Alpha Ventus die deutsche Stromversorgung revolutionieren. Denn nach dem Startschuss in diesem Sommer erwarten Experten einen regelrechten Run auf Nord- und Ostsee.

Enormes Wachstumspotential

Bis zum Jahr 2020, prognostiziert die Bundesregierung, werden Offshore-Windräder mit einer Leistung von 10.000 Megawatt ans Netz gehen - so viel wie zehn Kernkraftwerke. Dank Meereswind soll der Öko-Anteil am deutschen Strommix von 12 Prozent auf 20 Prozent hochschnellen. Kein anderer Energieträger hat ein solches Wachstumspotential. Das Beste daran: Windstrom ist absolut klimaschonend - und er macht Deutschland unabhängiger von Energieimporten.

Viele Projekte werden immer konkreter

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrografie hat in Nord- und Ostsee schon mehr als 20 Flächen zur Bebauung freigegeben. Die meisten Projekte stecken noch in der Planungsphase, doch einige Vorhaben werden immer konkreter:

  • Das Unternehmen Bard Engineering entwickelt den ersten kommerziellen Offshore-Windpark Deutschlands - rund 100 Kilometer vor Borkum. Darüber hinaus hat Bard sieben weitere Parks in der Nordsee beantragt.
  • Der US-Finanzinvestor Blackstone steigt im großen Stil in das deutsche Windgeschäft ein. Kürzlich gab das Unternehmen eine Beteiligung am Projekt Meerwind bekannt. Investitionssumme: mehr als eine Milliarde Euro. Der Windpark soll nordwestlich von Helgoland entstehen und in einigen Jahren 500.000 Haushalte mit Strom versorgen.
  • In der Ostsee sind die Pläne für den Park Baltic I am weitesten fortgeschritten. Vor der Küste von Fischland-Darß-Zingst sollen 21 Windräder aufgestellt werden.
  • Alle großen Energiekonzerne haben Interesse am Offshore-Markt bekundet. Allein EnBW will in den kommenden fünf Jahren 260 Windräder errichten, später sind weitere 500 Anlagen geplant. Ähnlich äußerten sich E.ON, RWE und Vattenfall. Die geplanten Investitionen summieren sich auf mehrere Milliarden Euro.

Weiter zum zweiten Teil: Gründe für den Windenergie-Boom

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Rohstoffe und Währungen

Madeleinetchibo.deOTTOWeltbildbonprix.deLIDLBabistadouglas.deMadeleine
Mehr zum Thema
Sie sind hier: Home > Wirtschaft & Finanzen > Immobilien & Wohnen > Energie

shopping-portal

Hinweis:

Der Internet Explorer wird nicht länger von t-online unterstützt!

Um sicherer und schneller zu surfen, wechseln Sie jetzt auf einen aktuellen Browser.

Wir empfehlen unseren kostenlosen t-online-Browser: