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Mietspiegelindex 2009: Deutschlands teuerste Pflaster für Mieter


Mietspiegelindex 2009  

Deutschlands teuerste Pflaster für Mieter

14.09.2009, 09:33 Uhr | bv, t-online.de

Mietwohnungen in Deutschland - Regional gibt es starke Preisunterschiede (Foto: imago)Mietwohnungen in Deutschland - Regional gibt es starke Preisunterschiede (Foto: imago) Die Mieten in Deutschland sind zurzeit relativ stabil. Allerdings gibt es bei den Quadratmeterpreisen starke regionale Unterschiede. Das zeigt der Mietspiegelindex 2009 der "F+B Forschung und Beratung für Wohnen, Immobilien und Umwelt GmbH" (F+B), die dafür regelmäßig alle amtlichen Mietpreisübersichten in Deutschland auswertet. Demnach wurde eine 65 Quadratmeter große Wohnung mit mittlerer Ausstattung und in mittlerer Lage um 0,6 Prozent pro Jahr teurer. 2008 betrug der Preisanstieg nach Angaben von F+B 0,8 und 1996 sogar vier Prozent. Die "traurige" Nummer 1 im Ranking bleibt München, Norderstedt (Platz 10) ist teurer als Hamburg (Platz 19).

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Mieten nur im Süden deutlich gestiegen

Allerdings gibt es erhebliche regionale Unterschiede. In Nordrhein-Westfalen und Ostdeutschland stiegen die Mieten nur um 0,4 Prozent, in Norddeutschland blieben sie unter dem Strich gleich. In Baden-Württemberg und Bayern war die Steigerung dagegen mit 1,5 Prozent mehr als doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt.

500 Kommunen leisten sich Mietspiegel

Ausgewertet wurden die Mietspiegel von 500 deutschen Gemeinden mit mehr als 10.000 Einwohnern. Die Kommunen sind zwar nicht verpflichtet, Mietspiegel zu erstellen, jedoch entspricht die Zahl von 500 etwa einem Drittel, die dieses Zahlenwerk Vermietern und Mietern als Orientierung an die Hand geben. Großstädte über 100.000 Einwohner verfügen nach Angaben von F+B sogar zu rund 85 Prozent über einen Mietspiegel. Mietspiegel sind, sofern sie existieren, die Grundlage für erlaubte Mieterhöhungen.

Mietwohnungen in München am teuersten

Teuerste Stadt für Mieter bleibt München inklusive einzelner Umlandgemeinden. In der bayerischen Landeshauptstadt zahlen Mieter 71 Prozent mehr als im Bundesdurchschnitt. Auf den nachfolgenden Plätzen liegen Wiesbaden, Stuttgart und Köln mit Aufschlägen von rund 20 bis 30 Prozent. In anderen Metropolen, wie Hamburg oder Frankfurt am Main, fällt der Zuschlag mit rund 15 Prozent moderat aus, während man in Berlin in den westlichen Stadtteilen um sieben und im Ostteil sogar um zwölf Prozent unter dem deutschen Mittelwert zur Miete wohnen kann.

Wohnen im Osten deutlich günstiger

In konkreten Zahlen bedeutet das, dass in München ein Quadratmeter netto und kalt 9,99 Euro kostet, in Berlin dagegen nur 5,42 Euro. In Stuttgart und Köln werden rund 7,40 Euro/qm fällig, in Frankfurt am Main 6,80 Euro. In ostdeutschen Städten liegt das Mietniveau in der Regel unter dem Bundesdurchschnitt. Einzige Ost-Stadt unter den Top 30 ist Jena, wo die Mieter 13 Prozent mehr zahlen müssen als die durchschnittlichen 5,84 Euro/qm. Und noch eine Besonderheit weist der Osten auf: hier sind ältere Wohnungen oft teurer als neuere, während im Westen durchgehend die Regel gilt: je jünger, desto höher die Miete.

Mietspiegel wichtig bei Mieterhöhungen

Wichtig werden können all diese Vergleichswerte im Falle von Mieterhöhungen. Bei freifinanzierten Wohnungen kann der Vermieter im Laufe des Mietverhältnisses die Miete auf die sogenannte "ortsübliche Vergleichsmiete" anheben. Ortsüblich ist die Miete, die für vergleichbare Wohnungen am Wohnort durchschnittlich gezahlt wird. Nach dem Gesetz hat der Vermieter dabei verschiedene Begründungsmittel zur Auswahl. In seiner schriftlichen Mieterhöhungserklärung kann er sich entweder auf ein Sachverständigengutachten berufen, auf drei Vergleichswohnungen, in denen bereits soviel gezahlt werden muss, oder auf einen Mietspiegel.

Fristen werden nicht beachtet

Wie der Deutsche Mieterbund bereits mehrfach hingewiesen hat, wird bei solchen Mieterhöhungen auf die sogenannte ortsübliche Vergleichsmiete häufig die ordnungsgemäße Begründung vergessen, die Wohnungsgröße falsch berechnet oder die Jahressperrfrist nicht beachtet. Mieter sind beim Vorhandensein eines Mietspiegels für ihre Stadt also gut beraten, wenn sie die Angaben im Falle von Erhöhungen genau überprüfen.

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