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Energiepolitik: Gewinne aus Atomstrom sollen abgeschöpft werden

Atompolitik  

Gewinne aus Atomstrom sollen abgeschöpft werden

15.10.2009, 18:50 Uhr | AP, dpa-AFX, sid, dpa-AFX, dapd, sid, t-online.de

Verbraucherschützer wollen Zusatzgewinne aus Atomstrom abschöpfen (Foto: imago)Verbraucherschützer wollen Zusatzgewinne aus Atomstrom abschöpfen (Foto: imago) Verbraucherschützer haben gefordert, mögliche Zusatzgewinne aus längeren Laufzeiten von Atomkraftwerken größtenteils abzuschöpfen und den Verbrauchern zugute kommen zu lassen. Das Geld könne in einen Effizienzfonds zur Förderung von Gebäudesanierungen fließen, schlug der Vorstand des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen, Gerd Billen, in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vor. Die Stromkonzerne müssten die Gewinne "zu mindestens 80 Prozent" den Stromkunden überlassen.

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Sinkende Preise könnten Wettbewerb verzerren

Auf keinen Fall dürften die Gewinne den vier großen Energiekonzernen zur freien Verfügung stehen, sagte Billen. Dann bestünde nämlich die Gefahr, dass über Preissenkungen kleinere Anbieter und Strom aus erneuerbaren Quellen vom Markt gedrängt würden. Falls die Zusatzgewinne für Strompreissenkungen verwendet werden, müsse die schwarz-gelbe Koalition dafür sorgen, dass es nicht zu Wettbewerbsverzerrungen kommt. Er erwarte konkrete Vorschläge, die weder der Umwelt noch dem Wettbewerb schadeten, sagte Billen.



Erneuerbare Energien in Gefahr

Eine Gefährdung der Bevölkerung bei einem Ausstieg aus dem Atomausstieg befürchtet der Bund Umwelt und Naturschutz (BUND). Er kritisierte unter anderem das Fehlen von ausreichenden Haftpflichtversicherungen gegen Störfälle. Laufzeitverlängerungen für Atommeiler behinderten den Ausbau der erneuerbaren Energien, sagte Professor Uwe Leprich vom Institut für Zukunftsenergiesysteme (IZES). Er widersprach auch der These von CDU und FDP, die Kernkraft werde als Brückentechnologie gebraucht.

Anteil sauberer Energie steigern

Leprich forderte, mehr Anreize zum Bau klimaschonender, Kraft-Wärme-gekoppelter Energieanlagen und zur besseren Integration erneuerbarer Energien in die Stromnetze. Bei entsprechenden politischen Rahmenbedingungen könne der Anteil der erneuerbaren Energien von derzeit 15 Prozent bis zum Jahr 2020 auf mindestens 40 Prozent gesteigert werden.

E.ON überprüft Staudinger

Die Diskussion über eine mögliche Verlängerung von Laufzeiten für Atomkraftwerke durch die künftige Bundesregierung zeigt derweil offenbar schon erste Wirkung. Der Versorger E.ON äußerte Zweifel an den Erweiterungsplänen für das Kohlekraftwerk Staudinger im hessischen Großkrotzenburg. Der geplante Bau des Blocks 6, gegen den es Proteste von Anwohnern und Nachbargemeinden gibt, werde überprüft. Das sagte ein E.ON-Sprecher der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Industrie hofft auf längere AKW-Laufzeiten

Er verwies auf die Wirtschaftskrise, die auch Auswirkungen auf die Stromnachfrage habe, und auf die deutlich gestiegenen Baukosten für solche Anlagen. Es werde genau geschaut, wann der richtige Investitionszeitpunkt gekommen sei. Der Sprecher bestritt allerdings, dass dies etwas mit der Atomausstiegsdiskussion zu tun habe. Dagegen soll der Energieversorger EnBW die Stromproduktion im Atomkraftwerk Neckarwestheim 1 monatelang gedrosselt haben, um die Laufzeit des alten Meilers über die Bundestagswahl zu retten. Dies berichteten die Umweltschutzorganisation Greenpeace und "Spiegel Online" übereinstimmend unter Berufung auf entsprechende EnBW-Unterlagen.

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