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Immobilienpreise: Unverkäufliche Häuser in Nordhessen


Unverkäufliche Häuser  

Geschenkt noch zu teuer

25.02.2010, 15:59 Uhr | bv, t-online.de

Immobilien können zu einer Belastung werden, vor allem, wenn sie unverkäuflich sind (Foto: ddp)Immobilien können zu einer Belastung werden, vor allem, wenn sie unverkäuflich sind (Quelle: ddp) In den strukturschwachen ländlichen Gegenden Nordhessens versuchen zurzeit viele Hausbesitzer, ihre Immobilien zu verkaufen, weil sie zu einer finanziellen Belastung geworden sind. Allerdings: Es finden sich keine Käufer, noch nicht einmal bei einer Zwangsversteigerung. Die Eigentümer bleiben also auf ihrem Immobilienvermögen sitzen - es sei denn, sie sagen sich davon los. Aber auch diese Variante hat ihre Tücken.

Kosten der Immobilie nicht mehr zu tragen

Die verkaufswilligen Hausbesitzer können sich den Unterhalt der Immobilien nicht mehr leisten. Die Kosten für Instandhaltung und Heizung wachsen ihnen über den Kopf. Viele haben ein geringes Einkommen, sind verschuldet oder beziehen aufgrund von Arbeitslosigkeit staatliche Transferleistungen.

Verkauf ist Voraussetzung für Insolvenz

Die Immobilie, die in vielen Fällen als mietsparende Altersvorsorge gedacht war, wird zum Klotz am Bein. Für ein schuldenbefreiendes privates Insolvenzverfahren müsste sie eigentlich verkauft werden. Aber was, wenn sich noch nicht einmal bei einer Zwangsversteigerung ein Käufer findet?

Paragraph im BGB

Im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) regelt Paragraph 928, wie man sich von seinem Eigentum lossagt. Dort heißt es unter der Überschrift "Aufgabe des Eigentums, Aneignung des Fiskus": "(1) Das Eigentum an einem Grundstück kann dadurch aufgegeben werden, dass der Eigentümer den Verzicht dem Grundbuchamt gegenüber erklärt und der Verzicht in das Grundbuch eingetragen wird. (2) Das Recht zur Aneignung des aufgegebenen Grundstücks steht dem Fiskus des Landes zu, in dem das Grundstück liegt. Der Fiskus erwirbt das Eigentum dadurch, dass er sich als Eigentümer in das Grundbuch eintragen lässt."

Eigentümer bleibt in der Pflicht

Aber auch dieser Weg ist offenbar nicht unproblematisch: So gab im vergangenen Sommer die Besitzerin einer baufälligen Scheune alle Ansprüche daran auf. Die Gemeinde wollte die Immobilie aber nicht haben. Beamte des zuständigen Kreises Schwalm-Eder sind der Ansicht, dass deshalb die Frau weiterhin in der Pflicht steht, solange kein neuer Besitzer gefunden wird. Und laut Gesetzestext hat der Fiskus auch keinesfalls die Pflicht zur Aneignung, sondern lediglich das Recht dazu.

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