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Längere Laufzeit: AKWs drohen tausende Abschaltungen

Längere Laufzeit: AKWs drohen tausende Abschaltungen

25.08.2010, 17:56 Uhr | bv, t-online.de

Längere Laufzeit: AKWs drohen tausende Abschaltungen. Atomkraftwerk Grafenrheinfeld in Bayern (Foto: imago)

Atomkraftwerk Grafenrheinfeld in Bayern (Foto: imago) (Quelle: imago images)

Die von der Atomwirtschaft geforderte Laufzeitverlängerung für Kernkraftwerke könnte zu einem schweren Systemkonflikt mit den Erneuerbaren Energien führen. Die "Frankfurter Rundschau" berichtet über eine Studie der Universität Flensburg, wonach bereits im Jahr 2020 Sonnen- und Windenergie soviel Strom liefern, dass Kernkraftwerke kaum noch wirtschaftlich betrieben werden können. Sie müssten dann abgeschaltet und bei Bedarf mühsam wieder hochgefahren werden.

Die Studie, die im Auftrag des Ökostrom-Anbieters Lichtblick erstellt wurde und der Zeitung vorliegt, geht davon aus, dass es bei einer Laufzeitverlängerung um 28 Jahre zu insgesamt 15.800 kurzfristigen Abschaltungen kommt. Grund ist, dass sich die Meiler nicht mit weniger als 50 Prozent Leistung betreiben lassen. Das Wiederanfahren dauert dann nach Angaben des Studienautors Olav Hohmeyer etwa 50 Stunden. Die Atomkraftwerke stünden also anschließend für "erhebliche Zeitspannen" nicht zur Verfügung, hieß es. Damit würde ihre Fähigkeit entwertet, die Schwankungen bei den Erneuerbaren Energien auszugleichen.

Atomriesen drohen Gewinnausfälle in Milliardenhöhe

Für die Betreiber der Kernkraftwerke, die Stromriesen E.ON, RWE, EnBW und Vattenfall, bedeute dies erhebliche Gewinnausfälle von 21 bis 80 Milliarden Euro, je nachdem, mit welcher Strategie sie die Kernanlagen herauf- und herunterfahren. In der Studie heißt es dazu: "Sobald eine entsprechende Verlängerung der Laufzeiten für deutsche Kernkraftwerke beschlossen wird, wird dadurch für die Kernkraftwerksbetreiber ein Anreiz in Milliardenhöhe geschaffen, den notwendigen und politisch unstrittigen Ausbau der regenerativen Energiequellen nach Kräften zu behindern."

Die Ökostrom-Branche befürchtet nach Angaben der Zeitung deshalb, dass der Einspeisevorrang für Ökostrom in Frage gestellt werden könnte. Zur Zeit darf Ökostrom jederzeit ins Netz geleitet werden, andere Kraftwerke müssen dann ihre Leistung reduzieren. Gero Lücking, Vorstand beim Ökostrom-Anbieter Lichtblick, der hinter der Studie steht, sagte: "Die Laufzeitverlängerung provoziert ohne Not eine der größten wirtschaftlichen Auseinandersetzungen der Nachkriegszeit." Lichtblick favorisiert kleine Gaskraftwerke zur Wärme- und Stromversorgung, die in den kommenden Jahren in zehntausenden Kellern größerer Wohnhäuser aufgestellt werden sollen.

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