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Mieter müssen üble Gerüche nicht hinnehmen


Wenn der Nachbar müffelt

20.10.2017, 16:56 Uhr | ams, dpa-tmn

Mieter müssen üble Gerüche nicht hinnehmen. Gestank aus der Nachbarwohnung berechtigt zur Mietminderung.

Gestank aus der Nachbarwohnung berechtigt zur Mietminderung. (Foto: Imago)

Wo immer Menschen auf engem Raum zusammenleben, kommt es gelegentlich zu Konflikten. Einer der häufigsten Streitpunkte sind unschöne Gerüche. Doch was tun, wenn es nebenan so sehr müffelt, dass der Gestank in die eigene Wohnung zieht und weder Nachbar noch Vermieter auf Beschwerden reagieren? Wann man wegen Gestank oder Gerüchen die Miete mindern darf.

Gestank nicht hinnehmen

Grundsätzlich müssen Mieter Gestank aus einer Nachbarwohnung nicht klaglos ertragen. Der Vermieter sei verpflichtet, solche Mängel zu beseitigen, berichtet die Zeitschrift "Wohnungswirtschaft & Mietrecht". Komme er dieser Pflicht nicht nach, könne der Mieter einen Gutachter beauftragen, der die Belästigung feststellt, heißt es in einem Urteil des Landgerichts Berlin (Az.: 65 S 296/10). Die Kosten dafür müsse der Vermieter tragen. Auch eine angemessene Kürzung der Miete sei rechtens.

Mietminderung bei miefendem Nachbarn

Im verhandelten Fall hatten sich die Mieter einer Wohnung im zweiten Stock wiederholt über ihren Nachbarn aus dem ersten Stockwerk beschwert. Der ältere Mann hatte unter anderem einen Hund, der im Treppenhaus urinierte. In der Wohnung des Mannes lagerte zudem Müll. Der Gestank drang bis in die Nachbarwohnungen. Nachdem sich trotz der Beschwerden an dem Zustand nichts änderte, holten die Mieter aus dem zweiten Stock ein privates Gutachten ein und kürzten die Mietzahlung.

Vermieter trägt die Kosten für das Gutachten

Zu Recht, wie die Richter befanden. Der Gestank von sich zersetzendem Müll werde als besonders unangenehm empfunden. Daher sei eine Mietminderung angemessen. Da der Vermieter diesen Mangel nicht unverzüglich beseitigt habe und eine Beeinträchtigung der Wohnung nicht anerkennen wollte, sei es dem Mieter zudem gestattet, ein Gutachten einzuholen, mit dem er seine Rechte durchsetzen könne.

Um Mietminderungen seitens der Mieter vorzubeugen hätte der Vermieter versuchen müssen, der Geruchsbelästigung Einhalt zu gebieten. Er hätte den Verursacher des Gestanks abmahnen müssen.

Doch nicht immer ist es die zugemüllte Nachbarwohnung, die einen in der eigenen Wohnung die Nase rümpfen lässt. Wie sieht es bei anderen Geruchsbelästigungen aus? Wir haben einige der häufigsten Geruchsbelästigungen zusammengestellt. Wann rechtfertigt Gestank eine Mietminderung?

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