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Grüne: Biosprit-Anlagen sollen Stromlücke schließen

Biosprit-Anlagen sollen Stromlücke schließen

16.07.2011, 12:18 Uhr | dapd, dapd, t-online.de

Grüne: Biosprit-Anlagen sollen Stromlücke schließen. Kalt, bewölkt, windstill: mögliche Stromlücke im Winter (Foto: imago) (Quelle: imago images)

Kalt, bewölkt, windstill: mögliche Stromlücke im Winter (Foto: imago) (Quelle: imago images)

Die Suche nach Reserven für den Ersatz stillgelegter Atomkraftwerke verläuft offenbar schleppend. Die "Wirtschaftswoche" berichtet vorab, die Stromanbieter hätten der Bundesregierung bislang zu geringe Reserven gemeldet, mit denen erwartete Engpässe im Winter überbrückt werden sollen. Benötigt werden Kapazitäten von 1000 MW, die Produzenten hätten aber nur 500 MW gemeldet. Ein Vorschlag der Grünen könnte derweil dafür sorgen, dass die Lücke um weitere 300 MW verkleinert wird.

Dazu sollen stillstehende Biosprit-Anlagen reaktiviert werden. Wie die "Frankfurter Rundschau" berichtet, teilte das Bundesumweltministerium der Grünen-Fraktion auf Anfrage mit, dass derzeit bundesweit Hunderte Blockheizkraftwerke stillstehen. Insgesamt könnten sie bis zu 300 Megawatt Strom erzeugen. Das würde einem knappen Drittel der Kapazität eines Atomkraftwerks entsprechen.

Biosprit zurzeit zu teuer

Grund für den Stillstand der Biosprit-Anlagen ist laut den Grünen, dass Pflanzenöl momentan zu teuer sei und sich der Bio-Betrieb nicht rentiere. Die Grünen fordern deshalb eine Gesetzesänderung, die es bei Engpässen am Strommarkt erlaubt, Biomasse-Anlagen zeitweise wie reguläre Blockheizkraftwerke mit Diesel oder Erdgas zu betreiben.

Durch den beschlossenen Atomausstieg sind acht abgeschaltete Atomkraftwerke nicht wieder ans Netz gegangen. Deshalb wird nun nach Reserven gesucht, die sich bis zum Herbst mobilisieren lassen. Zwar existieren in Deutschland genügend abgeschaltete Kraftwerke, diese können aber nur unter teils hohem Zeit- und Geldaufwand wieder angeworfen werden. Manche Anlagen stünden demnach erst in drei Jahren wieder zur Verfügung, hieß es. Dann wäre aber der erwartete Engpass von 1000 Megawatt schon vorüber.

Diskussion über Kaltreserve

Im Gespräch ist daher, eines der abgeschalteten Atomkraftwerke als Kaltreserve vorzuhalten, vorzugsweise in Süddeutschland. Die Bundesnetzagentur hatte am Mittwoch betont, dass darüber noch keine Entscheidung getroffen sei. Die Bundesregierung verwies darauf, das die Bundesnetzagentur ein Gutachten in Auftrag gegeben habe, auf Basis dessen entschieden werden solle. Kaltreserve bedeutet, dass das Atomkraftwerk zwar abgeschaltet ist, aber betriebsbereit gehalten wird um notfalls Strom produzieren zu können.

Der Engpass kann nach Angaben der Stromversorger dann auftreten, wenn es an manchen Wintertagen kalt, windstill und bedeckt ist. Dann stünde vor allem in Süddeutschland zu wenig Kraftwerkskapazität zur Verfügung.

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