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Strom: Ländliche Regionen zahlen mehr

Strom: Landbewohner zahlen mehr als Städter

02.09.2011, 14:32 Uhr | t-online.de, verivox, t-online.de, Verivox

Strom: Ländliche Regionen zahlen mehr. Schuld am Preisunterschied für Strom auf dem Land und in der Stadt sind die Versorger (Quelle: imago images)

Schuld am Preisunterschied für Strom auf dem Land und in der Stadt sind die Versorger (Quelle: imago images)

Wer auf dem Land lebt, muss für Strom tiefer in die Tasche greifen als Verbraucher in der Stadt. Das hat jetzt ein Strompreisvergleich des Verbraucherportals Verivox ergeben. Demnach liegen die Preise der örtlichen Stromanbieter in ländlichen Regionen rund fünf Prozent höher als in städtischen Gebieten.

Preispolitik der Versorger ist schuld

Verivox zufolge ergeben sich die Preisunterschiede jedoch nicht aus unterschiedlich hohen Abgaben, sondern durch die Preispolitik der Versorger. "Wir können deutlich beobachten, dass die Grundversorger auf dem Land höhere Preise verlangen als in der Stadt. Mit unterschiedlichen Abgaben hat das aber nichts zu tun", betont Peter Reese, Leiter Energiewirtschaft bei Verivox.

Netznutzung auf dem Land teurer

In ländlichen Gebieten sind die Gebühren für die Nutzung der Stromnetze tendenziell höher, da weniger Haushalte mit einem größeren Netz verbunden sind. Ein Haushalt mit einem jährlichen Verbrauch von 4000 kWh kommt dort im Durchschnitt auf 238 Euro netto an Netznutzungsentgelten, Verbraucher in der Stadt zahlen hingegen durchschnittlich nur 205 Euro.

Höhere Konzessionsabgaben in der Stadt

Auf dem Land werden jedoch niedrigere Konzessionsabgaben fällig, denn diese richten sich nach der Anzahl der Einwohner. Werden die Kosten für Netznutzung und Konzessionsabgabe zusammengerechnet, verschwindet der Unterschied zwischen Stadt (290 Euro) und Land (293 Euro) fast vollständig.

Deutlicher Unterschied bei Grundversorgung

Obwohl sich die regionalen Abgaben weitgehend ausgleichen, unterscheidet sich das Preisniveau der Grundversorger deutlich. In ländlichen Gebieten bezahlt ein Haushalt mit 4000 kWh Jahresverbrauch in der Grundversorgung brutto durchschnittlich 1054 Euro, in der Stadt lediglich 1010 Euro. Das gilt auch bei den günstigsten Tarifen der örtlichen Grundversorger. Auf dem Land betragen die Kosten 987 Euro, in städtischen Gebieten werden nur 933 Euro fällig.

Keine Preisdifferenz bei überregionalen Versorgern

Die Preise bei den überregionalen Stromversorgern dagegen unterscheiden sich kaum. Im günstigsten Tarif mit vergleichbaren Konditionen betragen die jährlichen Kosten für 4000 kWh in der Stadt durchschnittlich 789 Euro, auf dem Land sind es 795 Euro.

Verbraucher sollten notfalls Anbieter wechseln

"Die Preispolitik der überregionalen Anbieter zeigt deutlich, dass es keinen sachlichen Grund für die unterschiedlichen Preise in städtischen und ländlichen Gegenden gibt", erklärt Peter Reese. „Daher raten wir allen Verbrauchern zu einem Vergleich der Strompreise und zum Wechsel des Stromanbieters", so der Experte.

In dem Verivox-Vergleich zählten alle Postleitzahlen mit einer Bevölkerungsdichte von mehr als 1000 Einwohnern/km² und einem Flächenanteil von über 50 Prozent an einer Kommune mit mehr als 50.000 Einwohnern als "städtische Region". Alle Postleitzahlen mit einer Bevölkerungsdichte von unter 1000 Einwohner/km² und vollem Flächenanteil an Kommunen unter 30.000 Einwohnern wurden als „ländliche Region“ festgelegt. Postleitzahlen, die nicht in diese beiden Gruppen fallen, wurden nicht berücksichtigt.

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