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Strom wird für zehn Millionen Deutsche teurer

Strom wird für zehn Millionen Deutsche teurer

21.02.2012, 16:56 Uhr | dapd, t-online.de, t-online.de, dapd

Strom wird für zehn Millionen Deutsche teurer. Viele Stromversorger haben saftige Preiserhöhungen angekündigt (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Ökostrom-Umlage: Verbraucher müssen künftig tiefer in die Tasche greifen (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Zehn bis elf Millionen Verbraucher in Deutschland werden bald für Strom tiefer in die Tasche greifen müssen. Im März und April wollen zahlreiche Anbieter ihre Preise erhöhen, wie mehrere Internet-Vergleichsportale berichteten. Im Schnitt wird Strom dabei um gut drei Prozent teurer, in Einzelfällen sogar um mehr als zehn Prozent.

Die Angaben darüber, wie viele Unternehmen die Preise erhöhen, differieren leicht. Check24 hat 178 Versorger ausgemacht, die an der Preisschraube drehen wollen, toptarif.de 195, Verivox 188 und Preisvergleich.de 183. Darunter sind auch große Betriebe wie die Stadtwerke München, Mainova in Frankfurt, EWE, Entega, Süwag oder die WEMAG.

Mehrkosten können mehr als 100 Euro ausmachen

Wie hoch die Mehrkosten sind, hängt vom Verbrauch ab. Ein vierköpfiger Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 4000 Kilowattstunden würde nach Berechnungen von "Spiegel Online" 33 Euro mehr im Jahr zahlen. Bei den Unternehmen, die ihre Preise besonders stark erhöhen, können die Zusatzkosten aber die 100-Euro-Marke durchbrechen.

Bei diesen Versorgern wird es teurer

Die stärksten Preiserhöhungen ermittelte Check24 bei den Bergischen Licht-, Kraft- und Wasserwerken, der RheinEnergie AG und den Pfalzwerken. Dort wird es für den Durchschnittskunden um 118,50 Euro pro Jahr teurer. Der Frankfurter Grundversorger Mainova hat zum März Preissteigerungen von 101 Euro beziehungsweise acht Prozent angekündigt.

Um 56 Euro beziehungsweise fünf Prozent klettern ab April die Preise der Stadtwerke München. Für Kunden der EWE AG, dem fünftgrößten Grundversorger in Deutschland, steigen die Strompreise zum März um drei Prozent beziehungsweise 42 Euro an.

Anbieter reagieren auf Sonderkundenumlage

Viele Versorger begründeten die Erhöhungen mit politischen Zusatzkosten, insbesondere mit der Sonderkundenumlage zur Entlastung der stromintensiven Industrie, sagte Daniel Dodt von toptarif.de. "Da die genaue Höhe der Sonderkundenumlage erst im Dezember veröffentlicht worden ist, Erhöhungen aber mit einem sechswöchigen Vorlauf angekündigt werden müssen, nehmen viele Versorger erst jetzt Preisänderungen vor."

Die Agentur für Erneuerbare Energien erklärte, die Preiserhöhungen beim Strom seien nicht auf die erneuerbaren Energien zurückzuführen. "Neben betriebswirtschaftlichen Gründen liegt es an steigenden Beschaffungskosten für fossile Energieträger und vor allem an steigenden Netznutzungsentgelten", erklärte Geschäftsführer Philipp Vohrer.

Kritik von der Agentur für Erneuerbare Energien

Zudem kritisierte er, dass bei den Kosten für die Netznutzung Großkunden weniger zahlen müssen. "Selbst vor dem Hintergrund, den Industriestandort Deutschland schützen zu wollen, wirkt es bizarr, dass der Mittelstand und Privathaushalte allein für die Kosten aufkommen müssen."

Für den Endverbraucher kann sich ein Wechsel des Stromanbieters lohnen. Im vergangenen Jahr habe das - Neukundenboni eingerechnet - im Schnitt eine Ersparnis von 213 Euro jährlich gebracht, hieß es bei Check24. Erst Mitte Februar hatte das Bundeskabinett beschlossen, den Wechsel des Strom- und Gasanbieters zu beschleunigen. Durch eine Verkürzung der Kündigungsfrist soll ein Wechsel künftig nicht mehr länger als drei Wochen dauern.

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