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Strom wurde nur für private Haushalte teurer

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Strom wurde nur für private Haushalte teurer

12.06.2012, 15:43 Uhr | Verivox, t-online.de

Strom wurde nur für private Haushalte teurer. Industriepreise für Strom steigen nicht, nur für Privathaushalte wird's immer teurer  (Quelle: imago images)

Industriepreise für Strom steigen nicht (Quelle: imago images)

Ganz Deutschland leidet unter steigenden Strompreisen. Wirklich ganz Deutschland? Das unabhängige Verbraucherportal Verivox hat ermittelt, dass im Laufe des letzten Jahres nur private Haushaltskunden und Kleingewerbe mit den hohen Strompreisen zu kämpfen hatten. Während die Strompreise für diese Gruppe um rund drei Prozent angestiegen sind, konnten sich Energiewirtschaft und Industrie im gleichen Zeitraum über deutlich sinkende Kosten freuen.

"Seit dem Atommoratorium nach der Katastrophe in Fukushima werden von allen Seiten die steigenden Kosten für Elektrizität beklagt. Fakt ist: Im Laufe der letzten zwölf Monate mussten ausschließlich private Haushaltskunden und kleinere Gewerbebetriebe höhere Strompreise von rund 30 Euro pro Jahr hinnehmen", sagt Peter Reese, Leiter Energiewirtschaft bei Verivox.

Industriestrom kaum teurer geworden: VIK-Strompreis-Index Januar 2002 bis Juli 2012 (Quelle: VIK)VIK-Strompreis-Index Januar 2002 bis Juli 2012 (Quelle: VIK) Strompreisindex für industrielle Abnehmer fällt

Der Energiefachverband der deutschen Industrie (VIK) verfolgt seit dem Jahr 2002 die Strompreisentwicklung für Großabnehmer. Dabei werden die Strombörsenpreise auf typische Verbrauchsmuster umgerechnet und die relevanten Netzentgelte mit einbezogen. Im April 2011 lag der VIK-Strompreisindex bei 179,8 Punkten (vgl. Grafik), zwölf Monate später notiert er bei 158,28 Punkten, was einem Preisverfall von rund zwölf Prozent entspricht.

Erzeugerpreise für Stromversorger gesunken

Die Höhe der Bezugspreise, die Stromversorger selbst bezahlen müssen, wird vom Statistischen Bundesamt im Rahmen des Erzeugerpreisindex nachverfolgt. Der Index "Elektrischer Strom an Weiterverteiler" notierte im April 2011 bei 139,1 Punkten. Für den April 2012 wird ein Wert von 122,4 Punkten angeben. Binnen Jahresfrist sind die Bezugspreise für Stromversorger damit um zwölf Prozent gefallen.

Privatstrom in einem Monat drei Prozent teurer

Ein anderes Bild ergibt sich beim Blick auf die Preise für die privaten Abnehmer. Der Verivox-Verbraucherpreisindex Strom berechnet den durchschnittlichen Strompreis für einen Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 4000 kWh. Im April 2011 wurden durchschnittlich 24,34 Cent pro Kilowattstunde bezahlt. Aktuell liegt der Wert bei 25,09 Cent/kWh, was einem Anstieg von drei Prozent entspricht.

Kosten der Energiewende gerechter verteilen

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) dringt angesichts drohender weiterer Strompreis-Erhöhungen darauf, dass die Kosten der Energiewende gerechter verteilt werden. Die Regierung sorge dafür, dass immer mehr industrielle Stromverbraucher von den Kosten zur Förderung erneuerbarer Energien weitgehend befreit würden, sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger. Als Konsequenz steige die Umlage für alle anderen Endverbraucher.

"Die Energiewende kann nur gelingen, wenn alle an ihren Kosten beteiligt sind und nicht die einen für die anderen zahlen", sagte Weiger. Mehr als zwei Drittel der Preissteigerungen in den letzten Jahren hätten nichts mit den erneuerbaren Energien zu tun. "Wer die erneuerbaren Energien für steigende Strompreise verantwortlich macht, der täuscht die Verbraucher." Weiger forderte eine Prüfung der Sonderregeln.

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