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Schornsteigermonopol fällt: So sparen Hausbesitzer Geld

Schornsteigermonopol fällt: So sparen Hausbesitzer Geld

12.10.2012, 14:45 Uhr | t-online.de, dapd

Schornsteigermonopol fällt: So sparen Hausbesitzer Geld. Ab 2013 können Hausbesitzer den Kaminkehrer auswählen (Quelle: imago images)

Ab 2013 können Hausbesitzer den Kaminkehrer auswählen (Quelle: imago images)

Ab 2013 können Millionen Hausbesitzer erstmals seit 1935 selbst bestimmen, wer ihnen aufs Dach steigt - und zu welchem Preis. Dann nämlich fällt das deutsche Kehrmonopol der Schornsteinfeger. Durch einen Wechsel des Kaminkehrers können Kunden dann richtig Geld sparen. Trödelei allerdings dürfen sie sich nicht leisten.

Keine langfristigen Verträge unterschreiben

Der freie Wettbewerb ums Fegen der Kamine bereitet den bisherigen "Platzhirschen", den Bezirksschornsteinfegermeistern, offenbar jetzt schon Sorgen. Viele der amtlichen Schlotfeger versuchten derzeit noch schnell, ihre Kunden mit langfristigen Verträgen an sich zu binden, hat Aribert Peters vom Bund der Energieverbraucher beobachtet. Wer einen solchen Vertrag unterschreibt, kann von der neuen Wahlfreiheit und womöglich günstigeren Gebühren erst einmal nicht profitieren.

Das Aus für das 77 Jahre alte Kehrmonopol kam auf Druck der Europäischen Union (EU). Bislang herrschten die etwa 8000 Bezirksmeister bis zur Rente konkurrenzlos über ihre Kehrbezirke. Ab 2013 ist der abgeschottete Markt aufgebrochen. Die Arbeit wird dann aufgeteilt. Die Kontrolle der Feuerstätten, die Abnahme eines Kamins und ähnliche Aufgaben rund um die Brandsicherheit bleiben weiter beim amtlichen Schornsteinfeger. Seine Gebühren sind fix und sollen pünktlich zum nächsten Jahr steigen.

Hausbesitzer dürfen Feger wählen

Arbeiten wie das jährliche Kaminkehren, Prüfen und Messen sind künftig aber vom Staat freigegeben. Hausbesitzer können einen freien Schlotfeger engagieren, der beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle und bei der Handwerkskammer registriert ist, oder einen Installateur- und Heizungsbaumeister mit Zusatzqualifikation. Auch die Preise der Freien sind ab dem Jahr 2013 freigegeben.

Anbieter lockt mit 30-Prozent-Ersparnis

Anbieter wie Roman Heit, Schornsteinfeger aus Berlin, werben schon jetzt mit garantierten 30 Prozent Ersparnis im Vergleich zur letzten Rechnung, kundenfreundliche Terminabsprachen inklusive. "Ob es künftig wirklich deutlich billiger wird, steht und fällt mit der Bereitschaft der Bürger zum Wechseln", betont Hans Weinreuter, Energieexperte der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz.

Wer mit seinem bisherigen Feger unzufrieden sei oder sich bevormundet fühle, solle sich eine Alternative am Markt suchen - auch wenn das anfangs mangels Anbietern noch nicht so einfach sein werde. "Wir raten trotzdem dazu, die Liberalisierung zu nutzen", empfiehlt auch Peters.

Auf Fristen achten

Die neue Wahlfreiheit bringt allerdings auch neue Pflichten für die Hausbesitzer. Sie können künftig nicht mehr warten, bis der Schornsteinfeger automatisch kommt, sondern müssen selbst aktiv werden und am Ende Nachweise bringen. Noch bis zum Jahresende stellt der bisherige Bezirksschornsteinfeger für jedes Haus einen Feuerstättenbescheid aus. Das kostet je nach Haus zwischen zwölf und 40 Euro, wie Peters erklärt. Im Bescheid steht, welche Arbeiten bis wann zu erledigen sind. Dazu gehören die Emissionsmessung der Heizung, die Prüfung der Abgaswege oder das Säubern des Kamins, wenn mit Holz, Kohle oder Pellets gefeuert wird.

Wer sich von seinem bisherigen Feger verabschieden will, kann anhand der Daten im Feuerstättenbescheid vom nächsten Jahr an einen Freien beauftragen. Dieser muss dann bis zur gesetzten Frist die Arbeiten erledigt haben. Vertrödelt der Hausbesitzer die Terminvergabe, kriegt er einen zweiten Bescheid, der bis zu 45 Euro kosten kann. Klappt auch der zweite Anlauf nicht, kommt der alte Schornsteinfeger und erledigt die Arbeiten zwangsweise, was weitere Kosten und Ärger mit sich bringt.

Am besten um Preis feilschen

"Die Hausbesitzer haben künftig nicht nur Vorteile, sondern auch mehr Verantwortung", erläutert Weinreuter. Wer befürchte, Termine zu verschludern, könne wie gehabt bei seinem bisher zuständigen Anbieter bleiben, der künftig "bevollmächtigter Bezirksschornsteinfeger" heißen und nur noch für sieben Jahre bestellt sein wird. "Aber immer vorher den Preis abklären, beim Kaminkehren ist jetzt Feilschen angesagt", sagt Weinreuter.

Einen Vertrag mit seinem alten Schornsteinfeger, womöglich noch mit automatischer Verlängerungsklausel, sollte niemand unterschreiben, warnt Peters. Wer mit dem Feuerstättenbescheid zugleich ein Angebot über eine "Gas-Hausschau" oder die Wartung von Rauchmeldern erhalten habe, sollte abwinken, rät auch Weinreuter. "Beides hat nichts miteinander zu tun." Wer sich auf Monate binde, verzichte auf sein Recht, zu einem billigeren Feger zu wechseln.

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