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Energiewende: Ostdeutschland zahlt laut Ralf Christoffers drauf

Interview: Ostdeutschland zahlt die Energiewende

13.05.2013, 16:38 Uhr | dpa-AFX, t-online.de

Energiewende: Ostdeutschland zahlt laut Ralf Christoffers drauf. Das ausgedehnte Stromnetz in den neuen Ländern sorgt dort für höhere Strompreise, klagt Brandenburgs Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Quelle: imago/Meike Engels)

Das ausgedehnte Stromnetz in den neuen Ländern sorgt dort für höhere Strompreise, klagt Brandenburgs Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Quelle: imago/Meike Engels)

Die deutsche Energiewende belastet alle Verbraucher in Form steigender Strompreise. Besonders tief wird jedoch den Bürgern im Osten in die Tasche gegriffen, klagte jetzt Brandenburgs Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke). Denn die Kosten für die Verteilnetze würden nur dort auf den Strompreis umgelegt, wo es die Netze gebe - und das seien vor allem die neuen Länder.

Hintergrund ist, dass Bundesländer wie Baden-Württemberg und Bayern, in denen früher viele Atomkraftwerke liefen, im Zuge der Energiewende abhängiger von Stromlieferungen anderer werden. Laut Christoffers verlieren sie 70 Prozent ihrer Stromproduktion. Die Energie muss dann zum Beispiel aus dem Osten kommen, wo viele Windkraftwerke errichtet wurden - inklusive ausgedehntem Verteilnetz.

"Brauchen eine massive Veränderung"

Da Ostdeutschland bei erneuerbaren Energien vorn sei, habe "der gesamte Osten höhere Strompreise als der Westen", sagte Christoffers dem "Tagesspiegel". "Hier brauchen wir eine massive Veränderung. Es kann doch nicht sein, dass die bestraft werden, die bei der Energiewende am weitesten sind."

Jürgen Scheurer vom Vergleichsportal Verivox kann dagegen mit Blick auf ganz Deutschland den hohen Anstieg im Osten nicht erklären. Im Gespräch mit t-online.de sagte er, in Bayern habe es im Vergleich zu Brandenburg einen höheren Zubau erneuerbarer Energien gegeben - "da müssten die Entgelte eigentlich deutlich stärker gestiegen sein."

Nicht jedes Netz ist gleich teuer

Laut einem aktuellen Länder-Vergleich von Verivox zu den Netzentgelten war dies aber nicht der Fall. Andererseits seien die Kosten, die Netzbetreibern entstehen, von mehreren Faktoren abhängig, sagte Scheurer. So seien etwa Erdkabel beim Verlegen und der Wartung deutlich teurer als Freileitungen. In Regionen mit vielen Ökostrom-Anlagen wiederum müssten Betreiber ihr Netz verstärken.

In Deutschland gibt es etwa 900 Verteilnetzbetreiber. Sie finanzieren die Kosten in ihrem Versorgungsgebiet durch Netzentgelte, die von Landes- oder Bundesbehörden genehmigt werden müssen. Netzentgelte sind ein erheblicher Posten der Stromrechnung, ihr Anteil am Preis beträgt ungefähr 25 Prozent.

Minister vermisst Energiekonzept

Wirtschaftsminister Christoffers bekräftigte im Interview derweil seine Forderung nach einer befristeten Senkung der Mehrwertsteuer oder der Stromsteuer. In dieser Zeit müsse ein schlüssiges Gesamtkonzept für die Energiewende entwickelt werden. "Wir haben 16 Energiekonzepte in den Ländern und eine bundespolitische Zielstellung, aber keine gemeinsame Strategie für Deutschland", bemängelte Christoffers.

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