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Energiewende genießt Rückhalt der Verbraucher trotz hoher Kosten

Umfrage  

Energiewende genießt Rückhalt der Verbraucher trotz steigender Kosten

12.08.2013, 16:50 Uhr | AFP, t-online.de

Energiewende genießt Rückhalt der Verbraucher trotz hoher Kosten. Lieber Windräder als Atommeiler, sagen die Deutschen - auch deshalb halten sie weiter zur Energiewende (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Lieber Windräder als Atommeiler, sagen die Deutschen - auch deshalb halten sie weiter zur Energiewende (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Dass Verbraucher etwas gutheißen, was ihren Geldbeutel immer stärker belastet, hat Seltenheitswert. Bei der Energiewende jedoch ist genau das der Fall, wie eine Umfrage im Auftrag des Verbraucherzentralen Bundesverbands (vzbv) ergab. Vier von fünf Befragten unterstützen demnach das Projekt. Ganz anders sehen das die deutschen Unternehmen, meldet das industrienahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW).

Auch der Vertrauensvorschuss der Verbraucher werde nicht ewig währen, warnte vzbv-Chef Gerd Billen. "Damit die Stimmung nicht kippt, sind jetzt Korrekturen in der Umsetzung nötig." Die Kritik konzentriere sich auf die Kosten. Steigende Preise hätten mehr als 50 Prozent der Befragten in der Forsa-Studie als Hauptnachteil der Energiewende genannt. Für mehr als zwei Drittel überwögen dennoch die Vorteile wie Klimaschutz sowie Sicherheit durch Verzicht auf Atomkraft.

Industrie gibt Energiewende eine "Vier minus"

Deutlich negativer fällt das Urteil der Unternehmen aus. Sie sind nach einer Umfrage im Auftrag des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) unzufrieden mit der Politik von Bund und Ländern. Rund die Hälfte der vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) befragten Firmen benotete das Management des Projekts mit mangelhaft oder gar ungenügend. Lediglich 3,4 Prozent der Befragten hielten das politische Management der Energiewende für "sehr gut" oder "gut". Unter dem Strich stehe eine "Vier minus".

Die Unternehmen bräuchten sicheren und bezahlbaren Strom, sagte BDI-Präsident Ulrich Grillo. "Das sehen sie durch das dürftige Management der Energiewende gefährdet." Die Unternehmen sprachen sich zudem für eine europaweit organisierte Förderung des Ökostroms aus. Damit könnte etwa im Mittelmeerraum produzierter Sonnenstrom auf die deutschen Ziele angerechnet werden.

EEG-Umlage könnte auf mehr als sieben Cent steigen

Derzeit wird der Ökostrom-Ausbau, der die Atomenergie zu großen Teilen ersetzen soll, über eine Umlage auf die Verbraucher subventioniert. Sie zahlen die Differenz zwischen den garantierten Abnahmepreisen für Ökostrom und dem Börsenpreis. In diesem Jahr sind dies knapp 5,3 Cent. Für 2014 wird ein Anstieg auf rund 6,3 Cent erwartet. Laut einer Analyse der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" sind sogar mehr als sieben Cent realistisch.

Neben dem Wachstum der Ökostrom-Produktion macht sich dabei besonders der Verfall der Börsenpreise in den vergangenen Jahren bemerkbar, der den Differenzbetrag wachsen lässt. Vzbv-Vorstand Billen kritisierte, die nachgebenden Großhandelspreise würden anders als die Umlage nicht an die Kunden weitergegeben. Hier müsse sich die Politik Gedanken machen.

vzbv verlangt "klares Stoppschild für Offshore-Windenergie"

vzbv-Energieexperte Holger Krawinkel verlangte zudem, die Kosten des Ökostrom-Ausbaus zu bremsen. So sei Wind an Land deutlich billiger als der Ausbau von Windparks auf hoher See. Diese Mehrkosten könnten vermieden werden, sagte Krawinkel: "Ein klares Stoppschild für Offshore-Windenergie."

Er verwies aber auch darauf, dass die Verbraucher selbst die Kosten senken könnten. So gebe es bei den Versorgern einen harten Wettbewerb um neue Kunden. Dagegen seien immer noch viele Verbraucher seit vielen Jahren in der Grundversorgung ihres Anbieters. Dort stiegen die Gewinnmargen der Unternehmen erheblich, die gesunkenen Börsenpreise würden nicht weitergegeben. "Wir haben einen gespaltenen Endkundenmarkt", sagte Krawinkel.

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