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Prokon hat nach Gläubigerversammlung "wieder eine echte Chance"

Gläubigerversammlung  

Prokon hat "wieder eine echte Chance"

22.07.2014, 18:06 Uhr | AFP

Prokon hat nach Gläubigerversammlung "wieder eine echte Chance".  Prokon-Gläubigerversammlung: Anleger bangen um ihr Geld (Quelle: dpa)

Prokon-Gläubigerversammlung: Anleger bangen um ihr Geld (Quelle: dpa)

Auf der Gläubigerversammlung des insolventen Windpark-Unternehmens Prokon ist der Insolvenzverwalter Dietmar Penzlin nach Angaben der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) bestätigt worden. Auch der vorläufige Gläubigerausschuss sei mit 96,2 Prozent bestätigt worden. Mit diesem Abstimmungsergebnis habe Prokon "wieder eine echte Chance", erklärte DSW-Vizepräsident Klaus Nieding.

Zuvor war der umstrittene Gründer von Prokon, Carsten Rodbertus, mit dem Versuch gescheitert, die Mehrheit auf der Gläubigerversammlung zu erringen. Vor Beginn der nichtöffentlichen Veranstaltung in Hamburg hatte das Insolvenzgericht alle Abstimmungsvollmachten, die eine im Namen von Rodbertus agierende Vereinigung von vielen Anlegern eingesammelt hatte, für nichtig erklärt, wie die Rechtsanwälte der Vereinigung und Anlegerschützer mitteilten.

Rechtswidrige Vollmachten

Die von den Investoren an einen Rodbertus-Vertrauten erteilten Vollmachten seien rechtswidrig und würden in der Gläubigerversammlung daher nicht berücksichtigt, erklärte Nieding. Seinen Angaben zufolge hatte die DSW einen entsprechenden Antrag dazu gestellt, weil sie in dem Vertrauten lediglich einen "Strohmann" von Rodbertus sah. Dies sei eine Interessenkollision, da der Gründer von Prokon womöglich Schäden in Höhe von hunderten Millionen Euro verursacht habe. Der Insolvenzverwalter habe bereits öffentlich mitgeteilt, dass er Schadenersatzansprüche gegen ihn prüfe werde.

Auf der Gläubigerversammlung war eine Kampfabstimmung zwischen den verschiedenen Gläubigergruppen erwartet worden. Die Rodbertus-Vereinigung lehnte die Pläne des gerichtlich bestellten Insolvenzverwalters Penzlin zur Stabilisierung von Prokon ab und wollte ihn auswechseln. Penzlin hat dagegen zahlreiche Anlegerschutzverbände und andere Investorengruppen auf seiner Seite.

75.000 Anleger betroffen

Prokon plant, errichtet und betreibt Windparks. Zudem investierte das Unternehmen unter Rodbertus in andere Bioenergieprojekte. Die Firma aus Itzehoe finanzierte sich durch Genussrechte, die mit Zinsversprechen von bis zu acht Prozent pro Jahr beworben wurden. 75.000 Anleger investierten 1,4 Milliarden Euro, wobei sie nur nachrangige Forderungen erwarben. Pleitebedingt müssen sie nun um ihr investiertes Kapitals bangen.

Insolvenzverwalter Penzlin will zumindest Teile der Gläubigeransprüche retten, indem er das Unternehmen stabilisiert. Rodbertus, gegen den Ermittlungen wegen Insolvenzverschleppung und anderer Wirtschaftsdelikte laufen, wirft ihm vor, eine "Zerschlagung" zu planen.

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