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Prozess um Raucher Adolfs: Behauptungen der Vermieterin unbewiesen


Prozess um Raucher Adolfs  

Behauptungen der Vermieterin unbewiesen

11.06.2015, 14:19 Uhr | dpa

Prozess um Raucher Adolfs: Behauptungen der Vermieterin unbewiesen. "Ich sehe da kein Problem", Raucher Friedhelm Adolfs gab sich vor dem Prozess gewohnt optimistisch. (Quelle: dpa)

"Ich sehe da kein Problem", Raucher Friedhelm Adolfs gab sich vor dem Prozess gewohnt optimistisch. (Quelle: dpa)

Nächste Runde im Streit um den wohl bekanntesten Raucher Deutschlands: Im Prozess gegen Friedhelm Adolfs (76) hält das Düsseldorfer Landgericht wesentliche Behauptungen der Vermieterin für unbewiesen. Die Frau muss nun nachliefern.

Das Gericht gab der Vermieterin und ihren Anwältinnen fünf Wochen Zeit, um Behauptungen zu belegen. Sie müssen nun darlegen, dass der Zigarettenqualm des Mieters vor drei Jahren in erheblichem Umfang in das Treppenhaus gezogen war und sogar die Gesundheit der übrigen Hausbewohner gefährdet hat. Eine kurzzeitige Geruchsbelästigung im Treppenhaus reiche für eine Kündigung nicht aus. Bemühungen der Justiz, den Fall mit einer gütlichen Einigung zu beenden, scheiterten erneut.

Das Rauchen in der Wohnung sei genauso erlaubt wie das Öffnen der Wohnungstür, sagte Richter Rolf Maurer. Außerdem sei es Sache der Vermieterin, die Wohnungstür abzudichten, sollte diese undicht gewesen sein. Das Gericht hatte vergeblich versucht, Mieter und Vermieterin an einen Tisch zu bekommen. Beide blieben aus gesundheitlichen Gründen fern. Adolfs hatte vor wenigen Tagen einen Schlaganfall erlitten und befindet sich weiter im Krankenhaus.

Vermieterin zum Einlenken aufgefordert

Der Fall muss nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH) neu aufgerollt werden. Der Sachverhalt sei laut BGH in weiten Teilen als strittig anzusehen. "Das hat für uns Bindungswirkung." Sollten sich die Parteien nicht einigen, stehe man "vor einer umfassenden Beweisaufnahme", sagte der Richter. "Das führt dazu, das wir noch einen weiten Weg vor uns haben."

Adolfs Anwalt Martin Lauppe-Assmann appellierte an die Vermieterin, sich nach dem Schlaganfall seines Mandanten schon "aus tiefgreifenden menschlichen Aspekten" einer Einigung nicht länger zu versperren. Das Ringen der Gegenseite sei ohnehin aussichtslos: "Der BGH hat der Gegenseite aus meiner Sicht unerfüllbare Aufgaben gestellt." Vermieter-Anwältin Carmen Griesel sagte, sie werde ihrer Mandantin die neue Lage erörtern: "Vielleicht lenkt sie jetzt ja doch ein. Das ist erheblich, was da noch vorzutragen ist."

Dem inzwischen 76 Jahre alten Rentner war nach 40 Jahren in seiner Düsseldorfer Parterrewohnung die fristlose Kündigung seiner Vermieterin ins Haus geflattert. Er soll seine Nachbarn mit Zigarettenrauch unzumutbar belästigt haben. In der ersten und zweiten Instanz hatte er verloren: Amts- und Landgericht bestätigten die Kündigung. Erst der Bundesgerichtshof hob das Urteil auf.

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