Sie sind hier: Home > Wirtschaft & Finanzen > Immobilien & Wohnen > Energie >

Kartellamt rät Gas-Kunden zum Anbieter-Wechsel

Niedrige Wechselbereitschaft  

Kartellamt: Gas-Kunden verschenken ihre Marktmacht

03.01.2016, 11:33 Uhr | AFP

Kartellamt rät Gas-Kunden zum Anbieter-Wechsel. Die meisten Gaskunden kümmern sich nicht darum, einen billigeren Anbieter zu finden. (Quelle: dpa)

Die meisten Gaskunden kümmern sich nicht darum, einen billigeren Anbieter zu finden. (Quelle: dpa)

Deutsche Erdgas-Verbraucher sind kaum bereit, den Anbieter zu wechseln. Damit verschenken sie nach Einschätzung des Bundeskartellamts ihre Marktmacht.

"Die Erfahrung aus anderen Märkten zeigt, dass der Preisdruck auf Anbieter wächst, wenn viele Verbraucher bewusst von ihren Auswahlmöglichkeiten Gebrauch machen", sagte Behördenchef Andreas Mundt der "Welt am Sonntag".

Konkrete Ermittlungen des Kartellamts gegen etablierte Gasversorger gebe es derzeit nicht, seine Behörde beobachte "den Markt aber schon noch fortlaufend".

Nach einer kürzlich veröffentlichten Studie im Auftrag der Grünen könnten Gaskunden jährlich insgesamt 1,3 Milliarden Euro sparen, wenn die Versorger sinkende Beschaffungspreise weitergeben würden. Dennoch wechselt pro Jahr nur etwa jeder zehnte Kunde den Lieferanten.

Keine direkten Markteingriffe 

Direkte Markteingriffe lehnte Mundt in der "WamS" ab. Eine Deckelung der Preise würde die alternativen Gaslieferanten davon abhalten, Kunden über günstigere Preise zu einem Wechsel zu bewegen. "Dies wäre letztlich kein guter Dienst am Verbraucher", sagte der Kartellamtschef.

Der Vorsitzende der Monopolkommission, Daniel Zimmer, hob in der "Welt am Sonntag" hervor, die rechtlichen und technischen Voraussetzungen für einen funktionierenden Markt seien vorhanden: "Aus Sicht der Monopolkommission gibt es keine Anzeichen für Machtmissbrauch oder Marktversagen." Die Monopolkommission ist ein unabhängiges Beratergremium der Bundesregierung.

Privatkunden sollen nach günstigeren Tarifen fragen 

Zimmer empfahl den Privatkunden zugleich, ihre Möglichkeiten besser zu nutzen: "Druck auf die Versorger entsteht, wenn die Menschen sich Gedanken über einen Wechsel machen und beispielsweise bei ihrem Versorger nach einem günstigeren Tarif fragen." Wenn das viele täten, würden die Unternehmen reagieren.

Die Stadtwerke-Lobby VKU wehrte sich gegen den Vorwurf der Bereicherung. Zum einen sei nur etwa die Hälfte des Endkundenpreises von den Anbietern beeinflussbar. Zum anderen hätten sich zahlreiche Stadtwerke selbst an längerfristige Bezugsverträge zu festen Preisen gebunden. Deshalb profitierten sie nicht von der Verbilligung auf dem Weltmarkt, sagte ein VKU-Sprecher der "WamS".

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Ulla Popkentchibo.deOTTOmyToysbonprix.deLIDLBabistadouglas.deXXXLutz
Mehr zum Thema
Sie sind hier: Home > Wirtschaft & Finanzen > Immobilien & Wohnen > Energie

shopping-portal