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Klimafreundliches Heizen ist zukünftig Pflicht


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Klimafreundliches Heizen ist zukünftig Pflicht

09.06.2008, 08:21 Uhr | dpa / t-online.de, t-online.de

Auch ganze Neubaugebiete setzen auf Solarenergie (Foto: dpa)Auch ganze Neubaugebiete setzen auf Solarenergie (Foto: dpa) Klimafreundlichkeit ist ab dem kommenden Jahr für Bauherren keine freiwillige Sache mehr. Das am Freitag vom Bundestag beschlossene "Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz" (EEWärmeG) verpflichtet dazu, in Neubauten zu einem gewissen Anteil mit erneuerbaren Energien zu heizen, erklärt Christian Stolte von der Deutschen Energie-Agentur (Dena) in Berlin. Nach dem zum 1. Januar 2009 in Kraft tretenden Gesetz zählen dazu unter anderem Solarwärme, Erdwärme und Biomasse.

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Zusätzliche Kosten bei Solarenergie

Wer für sein Einfamilienhaus auf Sonnenenergie setzt, muss - um den Regelungen zu entsprechen - etwa vier bis sechs Quadratmeter an Sonnenkollektoren auf dem Dach einplanen. "Das reicht, um das Trinkwasser zu erwärmen. Zumindest im Sommer kann man dann alle zusätzlichen Heizsysteme ausschalten", sagt der Experte für Energieeffizienz in Gebäuden. Auf etwa 4000 Euro beziffert er die zusätzlichen Kosten. Mit einer größeren Anlage kann die Solarenergie auch für die Raumwärme genutzt werden. "Das ist natürlich sinnvoll, wird aber nicht gesetzlich verlangt."

Abwehrmaßnahmen gegen hohe Preise

Als Abwehrmaßnahme gegen hohe Energiepreise lobte Umweltminister Sigmar Gabriel das Erneuerbare-Wärme-Gesetz. Es schreibt vor, dass die erneuerbaren Energien verstärkt auch beim Heizen und bei der Warmwasserbereitung in Wohngebäuden eingesetzt werden - der Anteil soll von heute sechs Prozent auf 14 Prozent steigen. Für Neubauten können die Bundesländer die Nutzung erneuerbarer Energien vorschreiben, für die Sanierung von Altbauten stellt die Regierung ab dem kommenden Jahr jährlich 500 Millionen Euro Fördermittel zur Verfügung



Holzpellet-Heizung als Alternative

Bei Biomasse sind derzeit sogenannte Holzpellets die beliebteste Variante. Für diese Heizungsart müssen Bauherren einen Kessel installieren und einen Lagerraum für die Holzpresslinge einplanen. Wie bei einer Ölheizung läuft dann alles ganz automatisch. Die Kosten für eine derartige Anlage betragen zwischen 10 000 und 14 000 Euro. Wer sich für Holz als Brennstoff entscheidet, muss laut Stolte mehr als die Hälfte seines Wärmebedarfs damit decken.

Erdwärmepumpen sind sehr effizient

"Die dritte Möglichkeit ist der Einsatz von Wärmepumpen", erklärt der Fachmann. Diese Variante bietet sich vor allem für gut gedämmte Gebäude mit einem geringen Wärmebedarf an. Am effizientesten seien Erdwärmepumpen. Etwa 16 000 bis 20 000 Euro müssen für eine Erdwärme-Bohrung und die entsprechende Anlage investiert werden.

Unabhängiger als Öl und Gas

"Die Anfangsinvestitionen sind bei den erneuerbaren Energien meist höher, dafür sind die laufenden Kosten dann günstiger", sagt Christian Stolte. Außerdem machen Sonne, Holz und Co. unabhängiger vom immer teurer werden Öl und Gas.



Es drohen hohe Bußgelder

Das neue Gesetz gilt für alle Gebäude, die vom 1. Januar 2009 an neu errichtet werden, sofern nicht schon vorher mit dem Bau begonnen oder ein Bauantrag gestellt wurde. Verstoßen Bauherren gegen die Regelung, drohen Bußgelder von bis zu 50 000 Euro. Allerdings gibt es Alternativen zu Solaranlage oder Wärmepumpe - etwa dann, wenn das Haus noch besser gedämmt wird, als es ohnehin gesetzlich vorgeschrieben ist. Dazu kommen Ausnahmeregelungen, zum Beispiel, wenn der Einsatz erneuerbarer Energien und ihre Alternativen technisch nicht möglich sind.

Nachweis für die Bauämter

Für die Nachweise sind in der Regel die Bauämter zuständig. Hier müssen spätestens drei Monate nach Fertigstellung der Anlage die entsprechenden Unterlagen vorgelegt werden. Je nach eingesetzter Technik kann der Anlagenhersteller oder der Installateur den Nachweis ausstellen.

Gesetz sorgte für Meinungsverschiedenheiten

Die Verabschiedung der Gesetze hatte sich wegen Meinungsverschiedenheiten in der großen Koalition verzögert. Auch der Kabinettsbeschluss über den zweiten Teil des Pakets war wegen internen Streits mehrfach verschoben worden und soll nun erst kommende Woche erfolgen. Die Umstellung der Kfz-Steuer auf eine C02-Steuer wird sich sogar bis mindestens Herbst verzögern.

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