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Hausbau: Geld sparen mit Effizienzhäusern


Hausbau  

Geld sparen mit Effizienzhäusern

04.08.2009, 18:53 Uhr | mash, t-online.de, dpa-tmn

Niedrig-Energiehaus in Brandenburg (Foto: imago) (Quelle: imago images)Niedrig-Energiehaus in Brandenburg (Quelle: imago images) Bauen ist teuer. Viele Interessenten setzen deshalb auf ein Energiesparhaus, um gleich doppelt zu sparen. Denn je geringer der Energieverbrauch ist, desto mehr bleibt der eigene Geldbeutel geschont. Zudem fördert der Gesetzgeber energiesparendes Bauen, das mildert die Hypotheken-Belastung. Das verbreitete Vorurteil, dass für ein sparsames Haus ein sonnenverwöhnter Südhang als Grundstück zwingende Voraussetzung ist, gehört dank moderner Bautechnik der Vergangenheit an.

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KfW fördert energiesparende Bauweise

"Bundesweit gefördert werden seit dem 1. April 2009 sogenannte Effizienzhäuser im Neu- und Altbau", erklärt Charis Pöthig von der KfW-Bankengruppe in Frankfurt/Main. Im Neubau-Bereich gebe es die Effizienzhäuser 55 und 70.

Neue Effizienzhäuser lösen KfW-40-Häuser ab

Von der KfW geförderte Effizienzhäuser definieren ihren Primärenergiebedarf in Anlehnung an die Bestimmungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) 2007. Das bedeutet zum Beispiel: Ein KfW-Effizienzhaus 55 darf einen Primärenergiebedarf von höchstens 55 Prozent haben im Vergleich zu einem entsprechenden Neubau gemäß den gesetzlichen Anforderungen nach der EnEV. Analog gelte dies für das Effizienzhaus 70. Die neuen Effizienzhäuser haben die bislang geförderten KfW-40-Häuser und KfW-60 Häuser abgelöst.

Ausrichtung des Grundstücks spielt wichtige Rolle

Energiesparendes Bauen wird durch die Grundstückswahl erleichtert. Denn die Lage des Gebäudes in der Landschaft beeinflusst seine Energiebilanz. Wird der Wärmebedarf eines Gebäudes in freier, ungeschützter Lage mit 100 Prozent angesetzt, so liegt dieser Wert in einer Kaltmulde bereits bei 125 Prozent, heißt es beim Umweltbundesamt in Dessau. Auf einer Bergkuppe liege der Wärmebedarf bei 110 Prozent, an einem Südhang dagegen nur bei 85 Prozent. Sei das Gebäude erheblichem Wind ausgesetzt, könne dies Wärmeverluste von bis zu 50 Prozent bewirken.

Auch bestehende Häuser umbaubar

Der von der EnEV geforderte Primärenergiebedarf lässt sich leichter in nach Süden, zur Sonne hin geöffneten, und zur Nord- und Wetterseite möglichst geschlossenen Gebäuden verwirklichen. "Dennoch braucht ein Effizienzhaus kein ideales Grundstück", erklärt Thomas Kwapich von der Deutschen Energie-Agentur (dena) in Berlin. Dies bewiesen zahlreiche verwirklichte Neubauten. Sogar bestehende Immobilien könnten, unabhängig vom Grundstück, zu Effizienzhäusern umgebaut werden.

"Formel 1 des Bauens"

Effizienzhäuser brauchen keine speziellen Grundstücke, sagt auch Georg Lange vom Bundesverband Deutscher Fertigbau (BDF) in Bad Honnef (Nordrhein-Westfalen). Denn Effizienzhäuser seien "die Formel 1 des Bauens". Für jedes Haus müssten aber genau die Verhältnisse vor Ort geplant und berechnet werden. Bedacht werden sollten bei solchen Überlegungen auch spätere Änderungen der örtlichen Gegebenheiten. Denn im Bebauungsplan könne zum Beispiel nicht festgelegt werden, dass durch Bauten auf dem Nachbargrundstück Fenster nicht verschattet werden. Wichtige Komponenten für eine energiesparende Bauweise seien eine Kompaktheit der Gebäudehülle und die Luftdichtigkeit.

Südhanglage nicht mehr notwendig

Auch Passivhäuser werden von der KfW als Effizienzhaus 55 gefördert. "Durch die solaren Gewinne, also die Sonnenwärme, kann eine Südausrichtung des Gebäudes für eine leichtere Realisierung von Nutzen sein, zwingend notwendig ist die Südlage aber nicht", erklärt Sabine Stillfried vom Passivhaus Institut in Darmstadt (Hessen). Es seien auch schon nach Norden ausgerichtete Passivhäuser gebaut worden.

Staat will noch mehr

"Effizienzhäuser 70 und 55 sind aber noch nicht das Ende des Machbaren", erläutert Kwapich. Mit Einführung der neuen EnEV voraussichtlich im Herbst 2009 werde die KfW die Anforderungen an die Effizienzhäuser weiter verschärfen. Dann werde gesetzlich vorgegeben, dass Gebäude künftig mit durchschnittlich 30 Prozent weniger Energie auskommen müssen als bisher. Als Folge würden dann auch die Anforderungen an Effizienzhäuser angepasst.

"Effizienzhaus"-Siegel für Neu- und Altbauten geplant

Voraussichtlich zum 1. Oktober 2009 bringt die dena in Berlin das Siegel "Effizienzhaus" auf den Markt. Es soll den Hausbaumarkt überschaubarer machen. Mit dem Siegel werden nur Häuser ausgezeichnet, deren Energieeffizienz deutlich besser ist, als dies der Gesetzgeber fordert. "Wer das Effizienzhaus-Siegel für sein Haus haben möchte, muss die energetische Qualität durch einen qualitätsgesicherten Energieausweis in einem standardisierten Verfahren bestätigen", erläutert Thomas Kwapich. Jedes Haus werde nach der Fertigstellung von einem Fachmann begutachtet. Auch Häuser, die bereits vor dem Bau als "Effizienzhäuser" beworben werden, müssen diesen Prüfprozess durchlaufen. Das dena-Siegel gebe es für Neu- und sanierte Altbauten.

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