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Umziehen und Geld sparen


Umziehen und Geld sparen

23.12.2010, 10:20 Uhr | FinanceScout24 in Zusammenarbeit mit t-online.de

Umziehen und Geld sparen. Ein Umzug ist mir erheblichem Aufwand verbunden (Foto: imago)

Ein Umzug ist mir erheblichem Aufwand verbunden (Foto: imago) (Quelle: imago images)

Ein neuer Arbeitsplatz, ein neuer Partner, oder einfach nur keine Lust mehr auf die alte Wohnung – Gründe für einen Umzug gibt es viele. Wer den „Tapetenwechsel“ intelligent plant, spart sich nicht nur jede Menge Stress, sondern auch viel Geld. Das Verbraucher- und Finanzportal FinanceScout24 erklärt, worauf es beim Umzug ankommt.

Strom und Gas

Wer Strom und Gas von einem überregionalen Anbieter bezieht, hat zunächst einen Vorteil: Es genügt, dem Versorger den Umzugstermin und die neue Adresse mitzuteilen. Den Rest erledigt dann das Energieunternehmen. Allerdings hat die Bequemlichkeit ihren Preis: Der Versorger am neuen Ort muss nicht wirklich günstig sein. Daher sollte ein Umzug zum Anlass genommen werden, die Konditionen des Strom- und Gasvertrages genauer zu studieren. Oftmals lassen sich mit einem Wechsel zu einem günstigeren Versorger mehrere hundert Euro pro Jahr sparen.

Wer Elektrizität und Erdgas von einem örtlichen Versorger bezieht, muss den alten Vertrag bei einem Umzug ohnehin kündigen. Es empfiehlt sich, mit der Postleitzahl des neuen Domizils die Angebote zu vergleichen und sich rechtzeitig für einen geeigneten Tarif zu entscheiden. In der Regel vergehen sechs bis zwölf Wochen zwischen dem Abschicken des Antrags und der ersten Stromlieferung des neuen Vertragspartners.

Doch niemand muss fürchten, in der neuen Wohnung im Dunkeln oder in der Kälte zu sitzen: Wer schon umgezogen ist und noch nicht vom neuen Anbieter beliefert wird, erhält Strom und Gas vom örtlichen Grundversorger, der eine lückenlose Lieferung garantiert. Dies gilt selbst dann, wenn vor dem Umzug Strom oder Gas noch nicht gewechselt wurden. Weil ein solcher Vertrag nur übergangsweise gilt, können Verbraucher vom Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen und binnen zwei Wochen von dem Vertrag zurücktreten, um sich einen günstigeren Anbieter zu suchen. Auf die „To-Do-Liste“ gehört in jedem Fall, beim Umzug die Zählerstände für Strom und Gas abzulesen und diese dem Versorger mitzuteilen.

DSL-Vertrag

Wer umzieht und seinen DSL-Vertrag kündigen möchte, muss die Mindestvertragslaufzeit seines Anbieters beachten. In der Regel sind das zwölf Monate. Erst danach darf man fristgerecht kündigen und bei einem neuen Anbieter unterschreiben. Fristlos kündigen darf man jedoch, wenn der Provider seine Leistung nicht mehr erbringen kann, weil der Anschluss am neuen Wohnort nicht möglich ist. Wer wechseln möchte, sollte einen kostenlosen DSL-Vergleichsrechner zu Rate ziehen, der innerhalb weniger Minuten ein Angebot günstiger Tarife zusammenstellt. Wichtig: Den neuen Vertrag mindestens drei Wochen vor dem Umzugstermin abschließen, um in der neuen Wohnung sofort lossurfen zu können!

Wer seinen Vertrag weiterführen möchte, sollte ebenfalls einige Wochen vor dem Umzug den DSL-Vertrag ummelden. Dabei fallen lediglich für den Telefonanschluss Kosten an, nicht jedoch für den DSL-Anschluss. Seine Festnetz-Rufnummer darf nur mitnehmen, wer im gleichen Ortsnetz umzieht.

Kfz-Versicherung

Wer seinen Hauptwohnsitz ändert, muss sein Fahrzeug in jedem Fall ummelden. Am einfachsten funktioniert das, wenn man innerhalb desselben Zulassungsbezirks umzieht: Dann ist mit einer Adressänderung im Fahrzeugschein alles erledigt. Ändert sich jedoch die Zulassungsstelle, benötigt die Kfz-Versicherung neben der neuen Adresse weitere Unterlagen: Zulassungsbescheinigungen (Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief), Personalausweis, sowie den Nachweis der letzten Haupt- und Abgasuntersuchung. Wer in einen anderen Landkreis zieht, erhält auch ein neues Kfz-Kennzeichen. Etwa 50 bis 60 Euro sollte man dafür einplanen.

Diese Mehrkosten lassen sich unter Umständen jedoch an anderer Stelle leicht einsparen: zum Beispiel mit einer neuen, günstigeren Kfz-Versicherung. Allerdings sollte man dabei die Kündigungsfrist des bestehenden Vertrages beachten. In der Regel muss man seine Autoversicherung spätestens zum 30. November des Jahres kündigen, um im darauf folgenden Jahr zu einem anderen Anbieter wechseln zu können. Ein Sonderkündigungsrecht gibt es nur bei Beitragserhöhungen, Wechsel oder Neuzulassung des Fahrzeuges, im Schadensfall, sowie bei Änderungen der Allgemeinen Geschäftsbedingungen oder der Regionalklasse.

Wer umzieht, hat durchaus Chancen, seine Kfz-Police außerordentlich zu kündigen: nämlich dann, wenn sich die Regionalklasse verschlechtert und der Beitrag entsprechend steigt.

Post und GEZ

Die Deutsche Post bietet ein komplettes Umzugsportal an – inklusive Nachsende- oder Lagerauftrag. Bei der GEZ können Verbraucher ihre Anschrift online ändern und gegebenenfalls neue Geräte an- oder abmelden. So kündigen Sie die GEZ richtig

Ummelden bei der Kommune

Der Gang zum Einwohnermeldeamt bleibt niemandem erspart, der in eine neue Wohnung zieht. Das persönliche Erscheinen bei der Meldebehörde ist aber nur Pflicht, um sich für eine neue Wohnung anzumelden. Die Abmeldung aus der alten Wohnung kann auch per Post erfolgen. In vielen Bundesländern erhalten Einwohner die Formulare für die An- und Abmeldung über das Internet.

Umziehen mit Freunden und Kollegen – Privathaftpflicht

Freundschaftsdienste sind eine preiswerte Alternative zu professionellen und oftmals teuren Umzugshelfern – solange nichts zu Bruch geht und sich niemand verletzt. Nimmt jedoch die Designercouch Schaden, oder bricht sich der Arbeitskollege das Handgelenk, wenn die Waschmaschine das Treppenhaus hinabdonnert, dann kann das sehr schnell zu einem Bumerang werden. Eine private Haftpflichtversicherung sollte deshalb jeder haben. Allerdings müssen die Versicherer bei Freundschaftsdiensten nicht zahlen, da in der Regel ein stillschweigender Haftungsausschluss vorliegt. Einige Versicherer bieten bei solchen Gefälligkeitsverhältnissen zumindest eine begrenzte Deckung an. Vergleichsrechner wie der von FinanceScout24 erlauben die gezielte Auswahl solcher Tarife, die in der Regel jedoch teurer sind. Auch für „Sesshafte“, die gerade keinen Umzug planen, gehört eine Privathaftpflicht zu den wichtigsten Versicherungen überhaupt. Ein Familienpaket gibt es schon ab zehn Euro pro Quartal. Der Beitrag ist umso niedriger, je geringer die gewählte Deckungssumme und je höher der vereinbarte Selbstbehalt ausfällt.

Steuern sparen

Ein Umzug kostet Geld. Doch das Finanzamt erkennt zumindest einen Teil der Ausgaben für den Wohnungswechsel steuermindernd an. Das gilt nicht nur bei beruflichen, sondern auch bei privaten Umzügen. Wer während des Umzugs Handwerker beschäftigt, sollte die Rechnungen gut aufbewahren. Denn seit 2006 erkennt das Finanzamt die Arbeit von Spediteuren, Malern und anderen Handwerkern als „haushaltsnahe Dienstleistungen“ an. Dafür kann jeder Bürger pro Jahr maximal 3.000 Euro Lohnkosten steuerlich geltend machen. Von diesem Betrag werden 20 Prozent (maximal 600 Euro) direkt von der Steuerschuld abgezogen. Wichtig: Für den Steuerabzug zählen die Arbeitskosten einschließlich der Umsatzsteuer und aufgelisteter Fahrtkosten. Ausgaben für Materialien zählen dagegen nicht. Deshalb sollte man immer eine detaillierte Rechnung verlangen. Packt der Handwerker Arbeits- und Materialkosten pauschal in eine Rechnung, sollte er den Gesamtbetrag entsprechend aufteilen. Das ist auch noch nachträglich und handschriftlich möglich. Achtung: Steuerzahler müssen die Rechnung immer per Überweisung begleichen und dürfen nicht bar bezahlen: Als Nachweis verlangt das Finanzamt die Rechnung und den Überweisungsbeleg der Bank.

Bei einem Umzug aus beruflichen Gründen gehören die Ausgaben zu den Werbungskosten. Das ist nicht nur dann der Fall, wenn Arbeitnehmer für einen neuen Job den Ort wechseln. Sie können auch fast alle Kosten für Wohnungssuche und Umzug absetzen, wenn:

- sich der Weg zur Arbeit durch den Umzug um eine Stunde oder mehr verkürzt (bei Ehepaaren muss einer der Partner nach dem Umzug einen kürzeren Arbeitsweg haben),

- eine beruflich bedingte, doppelte Haushaltsführung wegfällt, weil entweder die Familie nachzieht oder der Arbeitnehmer wieder an den Familienwohnsitz zurückkehrt,

- Arbeitnehmer eine Dienstwohnung beziehen oder räumen

- Fahrten zur Arbeit aufgrund des Alters oder gesundheitlicher Probleme zu beschwerlich wurden, oder sich durch den Umzug die Arbeitsbedingungen wesentlich verbessert haben.

Ratenkredit

Wer vorübergehenden Finanzierungsbedarf für den Kauf neuer Möbel oder für das Begleichen doppelter Mietkosten hat, sollte keine zweistelligen Zinsen für das Überziehen des Girokontos in Kauf nehmen. Eleganter ist es, einen kurz laufenden Konsumenten- oder Ratenkredit abzuschließen. Je besser die Bonität des Antragstellers ist, desto günstiger fällt der Zinssatz aus.

Hausratversicherung

Wer innerhalb Deutschlands umzieht, behält seinen Versicherungsschutz für die alte und die neue Wohnung für die Dauer von zwei Monaten. Spätestens nach zwei Monaten erlischt der Versicherungsschutz für das alte Domizil. Der Umzug beginnt mit dem Zeitpunkt, an dem erstmals versicherte Gegenstände dauerhaft in die neue Wohnung gebracht werden. Spätestens mit dem Einzug sollte man den Versicherer über den Wohnungswechsel informieren und ihm die neue Adresse und die Wohnfläche mitteilen. Haben sich die Wohnfläche oder der Wert des Hausrats durch den Umzug verändert und wird das im Vertrag nicht angepasst, kann eine Unterversicherung die Folge sein. Bei einem Umzug ins Ausland erlischt der Versicherungsschutz spätestens zwei Monate nach dem Umzug.

Wird die Hausratversicherung durch den Umzug teurer, beispielsweise, weil eine andere Tarifzone gültig oder der Selbstbehalt höher ist, gibt es ein außerordentliches Kündigungsrecht. Die Kündigung muss spätestens einen Monat nach Zugang der Tarifanpassung schriftlich erfolgen. Verbraucher sollten wissen, dass sie häufig viel Geld sparen können, wenn sie zu einem günstigeren Anbieter wechseln. Denn für nahezu identische Leistungen bezahlen Bürger bei einigen Anbietern bis zum Vier- bis Fünffachen der günstigsten Police. Der Hauptgrund für diese großen Unterschiede ist die Einstufung in Tarifzonen. Früher teilte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) Deutschland in Regionalklassen ein, die regelmäßig angepasst wurden. Heute bewertet jeder Versicherer selbst, wie anfällig eine Wohngegend für Schäden ist. Dabei stützt sich die Assekuranz einerseits auf öffentlich zugängliche Statistiken, aber auch auf eigene Erfahrungswerte.

Wichtig für die Einstufung einer Wohngegend sind Einbruchstatistiken, aber auch Brand- und Sturmrisiken sowie das Fahrrad-Diebstahlrisiko. In der Regel kostet die Hausratversicherung in der Großstadt aufgrund der höheren Einbruchgefahr mehr als auf dem Land. Ob man in einem Reihen-, Einzel- oder Mehrfamilienhaus wohnt, spielt dagegen nur eine untergeordnete Rolle. Einige Versicherer bewerten auch das Fahrrad-Diebstahlrisiko in der Region. Ist dieses hoch, kann die Fahrradversicherung allein die Hälfte der Beiträge ausmachen. Auch hier ist ein Vergleich wichtig, denn ein Tarifwechsel kann Kostenvorteile von mehr als 200 Euro ergeben.

Hausratversicherung für Paare

Wenn Paare in eine gemeinsame Wohnung ziehen und zwei Hausratversicherungsverträge bestehen, darf der „jüngere“ der beiden Verträge außerordentlich gekündigt werden. Kommt es später zu einer Trennung und einer der beiden Ehe- oder Lebenspartner zieht aus der gemeinsamen Wohnung wieder aus, so gilt der Versicherungsschutz auch für die neue, zusätzliche Wohnung – allerdings nur bis zur Änderung der Hausratversicherung, längstens jedoch drei Monate. Genauso verhält es sich, wenn beide Ehe- oder Lebenspartner ausziehen und jeder für sich eine neue Wohnung bezieht. Wichtig ist auch hier, dass Wohnfläche, Versicherungssumme und Wert des Hausrats überprüft werden. Verstirbt der Versicherte, muss auch das dem Versicherer mitgeteilt werden. Die Hausratversicherung endet dann automatisch zwei Monate nach dessen Tod. Wird die Wohnung von einem oder mehreren Erben übernommen und in gleicher Weise genutzt, dann besteht der Vertrag weiter.

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