Sie sind hier: Home > Finanzen > Immobilien >

Gebäudesanierung: Streit um Miete und Mietminderung verhindern


Sanierung: So gibt's keinen Streit

01.02.2011, 14:53 Uhr | dpa-tmn, t-online.de, dpa-tmn

Gebäudesanierung: Streit um Miete und Mietminderung verhindern. Energetisches Sanieren sorgt immer wieder für Streit zwischen Mietern und Vermietern

Energetisches Sanieren sorgt immer wieder für Streit zwischen Mietern und Vermietern (Quelle: imago images)

Die Bundesregierung schockte im September 2010 Immobilienbesitzer mit ihrem Energiekonzept für die kommenden Jahre. Demnach sollen sich die Vorschriften für die Gebäudesanierung deutlich verschärfen. Die Ausgaben für energetische Erneuerung würden - so der Branchenverband Haus & Grund - explodieren. Kosten im hohen fünfstelligen Bereich kämen demnach auf die Immobilienbesitzer zu. Das stellt sowohl Vermieter als auch Mieter für vor große Probleme. Eine Mustervereinbarung des Deutschen Mieterbundes soll jetzt für Abhilfe sorgen - wir stellen sie vor.

Herausforderungen durch energetisches Sanieren

Die energetische Sanierung von Gebäuden ist ein wichtiges Thema, sagt Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund. Doch Vermieter und Mieter stellt dieses Vorhaben vor Herausforderungen. "Bei großen Modernisierungsvorhaben prallen unterschiedliche Interessen aufeinander." Mit einer Mustervereinbarung will der Deutsche Mieterbund helfen, mögliche Streitpunkte im Vorfeld zu klären.

Während Mieter Baulärm und Dreck erdulden und zudem mit steigenden Mietkosten rechnen müssen, wollen Hausbesitzer die Bauarbeiten möglichst schnell abschließen. "Das führt immer wieder zu großen Auseinandersetzungen", sagt Sönke Bergemann vom Ortsverband der Eigentümervereinigung Haus & Grund in Kiel. Deshalb schreckten viele Eigentümer vor Sanierungsvorhaben zurück - sie wollen Streit mit ihren Mietern vermeiden.

Der Vorteil durch energetisches Sanieren

Dabei sind energetische Modernisierungen für beide Seiten von Vorteil. Dies belegt eine Studie der Deutschen Energie-Agentur (dena): "Der Vermieter kann die Investitionskosten rentabel auf die Kaltmiete umlegen. Der Mieter profitiert gleichzeitig von geringeren Heizkosten, so dass die Warmmiete nicht steigt", heißt es in dem Papier.

Doch in der Praxis lauern viele Fallstricke: Wie lange im Voraus muss eine energetische Sanierung angekündigt werden? Wie stark darf die Miete nach Abschluss der Arbeiten angehoben werden? Dürfen Mieter die Miete während der Bauarbeiten mindern - und wenn ja, um wie viel? "Das ganze Verfahren ist sehr formal", sagt Bodo-Wolf Friers vom Haus-&-Grund-Ortsverband in Frankfurt am Main. Dennoch bestehe bei vielen Hausbesitzern der Wille, ihre Häuser energetisch zu sanieren. "Mit der Brechstange geht das nicht", erläutert Friers.

Mustervereinbarung soll helfen

Der Deutsche Mieterbund hat zur Lösung dieser Probleme eine Mustervereinbarung erarbeitet. Auf rund 30 Seiten werden die rechtlichen Rahmenbedingungen einer energetischen Sanierung anschaulich erläutert und Einigungsvorschläge für 14 besonders strittige Fragen gemacht. "Über eine energetische Modernisierung sollte nicht gestritten werden", sagt Ropertz. Dass erhöhe nur den Stress und verzögere die Baumaßnahme.

Dabei beginne jede Sanierung mit deren Ankündigung, erklärt der Experte. "Oft gibt es Probleme mit der richtigen Beschreibung." Gesetzlich vorgeschrieben sei, dass Vermieter drei Monate vor Beginn der Arbeiten erklären müssen, was sie vorhaben. Dazu müssen sie Fragen beantworten wie: Welche Arbeiten sollen ausgeführt werden? Wie umfangreich werden sie? Wann werden sie beginnen und wann voraussichtlich beendet sein?

Energie-Videos

    Streitpunkt Mieterhöhung

    Die Frage der Mieterhöhung nach einer Sanierung ist meist der heikelste Punkt der ganzen Sanierung. "Kein Vermieter saniert nur für die Hausbewohner", sagt Bergemann. "Das Ziel ist meist auch eine höhere Rendite." Doch Mieter fürchten sich vor zu hohen Steigerungen. "Viele haben Angst, dass sie ihre Miete nicht mehr bezahlen können", erklärt Ropertz. 

    Deshalb sind in der Broschüre des Mieterbundes die rechtlichen Grundlagen genau erklärt: Nach Abschluss der Arbeiten hat der Vermieter das Recht, "die jährliche Miete um elf Prozent der für die Wohnung aufgewendeten Kosten zu erhöhen", heißt es in dem Papier. Ein Beispiel: Werden etwa die einfachen Fenster durch Isolierglasfenster in einer Wohnung für rund 6000 Euro ersetzt, darf der Vermieter 660 Euro der Kosten auf die jährliche Miete aufschlagen. Die monatliche Miete würde also monatlich um 55 Euro steigen.

    Mietminderung möglich

    Auch die Frage der Mietminderung spielt eine große Rolle. "An dieser Stelle gibt es immer wieder Streit", weiß Friers. Für Vermieter problematisch: Sie finanzierten die Sanierung oft aus dem laufenden Ertrag. Minderten viele Mieter ihre monatlichen Zahlungen, könne das zu einem Problem werden. Mieter wiederum könnten ihre Wohnungen während der Sanierungsarbeiten oft aber nur eingeschränkt nutzen, sagt Ropertz. Sei es, weil ein Gerüst die Sicht nach draußen versperre oder die Versorgung mit Wasser oder Energie unterbrochen werde. Daher hätten sie auch das Recht, die Miete zu mindern.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Wirtschaft
Energie treibt die Preise

Die Energiepreise steigen um 9,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. zum Video

AnzeigeImmobiliensuche
Traumimmobilie finden

Finden Sie jetzt Traumimmobilien in Ihrer Wunschregion

 

Anzeige
Die neuen Teufel Sound-Superhelden zu Top-Preisen
Heimkino, Portable, Kopfhörer und mehr
Gerry Weberbonprix.deOTTOCECILStreet OneLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
  • giga.de
  • desired.de
  • kino.de
  • Statista
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Magenta TV
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Magenta Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe