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Gebäudesanierung: Experte kritisiert Dämmzwang für Wohnhäuser


Experte kritisiert Dämmzwang für Wohnhäuser

05.03.2012, 15:50 Uhr | t-online.de mit dapd und dpa, dpa, t-online.de, dapd

Gebäudesanierung: Experte kritisiert Dämmzwang für Wohnhäuser. Dämmung sollte ein Experte übernehmen (Quelle: dpa)

Dämmung sollte ein Experte übernehmen (Quelle: dpa)

Ein Herzstück des Atomausstiegs war die energetische Sanierung von Wohnhäusern. Doch der damit geschaffene Zwang, sein Wohnhaus zu dämmen, stößt nicht überall auf Zustimmung.

Dämmzwang für Wohnhäuser

Helge Beck, Referent für Umweltschutz der Sparkasse Frankfurt, kritisierte den mit dem Atomausstieg geschaffenen Dämmzwang für Wohnhäuser: "Ich halte da gar nichts von".

Atmungsunfähigkeit sorgt für Schimmelbildung

Richtig gemachtes Dämmen sei "toll", in vielen Fällen drohe aber bei unsachgemäßem Vorgehen die sogenannte Atmungsfähigkeit des Hauses auf der Strecke zu bleiben. Das könne zu starker Schimmelbildung in den Hauswänden führen und die Häuser sogar so dicht abschließen, dass man im Sommer heizen müsse, um eine angenehme Raumtemperatur zu erreichen.

"Kühlschrank-Effekt ins Haus holen"

Beck warnte insbesondere vor der unsachgemäßen Verwendung von Styropor-Dämmplatten. Damit könne man sich einen regelrechten "Kühlschrank-Effekt ins Haus holen", sagte er. Gerieten die Styroporplatten bei einem Hausbrand in Feuer, könnten sogar giftige Dämpfe entstehen. Dazu würden die Dämmplatten aus Erdöl hergestellt und seien schwer zu entsorgen. Baubiologen rieten dagegen zu umweltfreundlichen Alternativdämmstoffen wie Holzfasern, Hanf oder Flachs.

Styropor ist günstig, aber weniger geeignet

Styroporplatten würden aber häufig verwendet, weil sie billig seien, sagte Beck. "Geben Sie lieber den Euro mehr für einen vernünftigen Dämmstoff aus - aber dafür leben Sie länger", riet der Experte. Auch lohnten sich bei der Wärmedämmung die Kosten für die Beratung durch einen Fachmann.

Ein Herzstück der Energiewende

Die Gebäudesanierung gilt als ein Herzstück der Energiewende, weil sich durch das Dämmen von Wänden und Dächern sowie den Austausch zugiger Fenster und alter Heizkessel bis zu 70 Prozent an Energie einsparen lässt. 40 Prozent der Energie wird in Gebäuden verbraucht, daher sind Sanierungen wichtig, um beim Energiesparen voranzukommen. So kann auch der Bedarf an Netzen und Kraftwerken verringert werden.

Von 18 Millionen Gebäuden in Deutschland wurden fast 13 Millionen vor 1979 gebaut, also vor der ersten Wärmeschutzverordnung. Rund 70 Prozent dieser Gebäude haben nach Berechnungen der Deutschen Energie Agentur (dena) keine Dämmung.


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