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Ein Experte warnt: Gebäudesanierung ist "sozialer Sprengstoff"


Energiewende  

Ein Experte warnt: Gebäudesanierung ist "sozialer Sprengstoff"

24.08.2013, 10:11 Uhr | t-online.de , dpa

Ein Experte warnt: Gebäudesanierung ist "sozialer Sprengstoff". Die Kosten für energetische Gebäudesanierungen könnten Mieter stark belasten (Quelle: dpa)

Die Kosten für energetische Gebäudesanierungen könnten Mieter stark belasten (Quelle: dpa)

Die Strompreise und Wohnkosten in Deutschland steigen rapide an und ein Ende scheint nicht in Sicht. Denn bis 2050 soll der Energiebedarf für Gebäude um 80 Prozent sinken. Die erforderliche Sanierung des Gebäudebestands wird Mieter und Kommunen finanziell hart fordern und neue Armut nach sich ziehen, prophezeit der Darmstädter Wissenschaftler Professor Andreas Pfnür in einem Interview mit der Nachrichtenagentur dpa. Auf die Immobilienbesitzer kämen demnach Sanierungskosten von 2,1 Billionen Euro zu, sagte Pfnür. Besonders betroffen seien sozial schwache Haushalte.

Eine Frage der Technik

Die angestrebten Energieeinsparungen von 80 Prozent bei der Raumheizung bedeuten nach Einschätzung des Darmstädter Wissenschaftlers sozialen Sprengstoff. Die Kostenexplosion würde besonders eklatant, wenn der Staat die Technik vorschreibt. Die Sanierungskosten für ein Einfamilienhaus würden dann bei 140.000 Euro liegen, für ein Mehrfamilienhaus bei mehr als 300.000 Euro, schätzt Pfnür.

Wenn die Technik jedoch offen gehalten werde, könnten um bis zu einem Drittel eingespart werden. Ein Teil der Sanierungskosten würde ohnehin anfallen, um den Gebäudebestand zu erhalten. "Aber mindestens eine Billion muss zusätzlich ausgegeben werden, um die Einsparziele der Energiewende zu erreichen", erklärt der Professor.

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Wohnkosten könnten um bis zu 260 Euro steigen

Damit würden sich die monatlichen Wohnkosten in einem Einfamilienhaus um 260 Euro erhöhen, in einer Mietwohnung um 140 Euro. Die Einsparungen durch geringere Heizkosten seien dabei schon berücksichtigt. "Das ist eine sozialpolitische Zeitbombe", sagt Andreas Pfnür im Interview. Je Quadratmeter wäre das eine Kostensteigerung von 1,69 Euro.

Abrutschen in die Sozialhilfe

Betroffen wären insbesondere sozial schwache Haushalte, kritisierte der Wissenschaftler. Sie müssten mit Kostensteigerungen von 20 bis 25 Prozent rechnen und die Hälfte ihres Einkommens für das Wohnen aufwenden. "Das ist dramatisch und bricht den Sozialpakt", sagte Pfnür. Zudem würden laut Pfnür zusätzliche Haushalte in die Sozialhilfe rutschen: "Die energetische Gebäudesanierung produziert neue Hartz-IV-Empfänger. Wer jetzt knapp nicht dazu zählt, dem fehlt nach der Sanierung Geld."

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Die Kosten des Staates für Wohngeld und Kosten der Unterkunft würden nach Schätzungen des Wissenschaftlers von aktuell rund 17 Milliarden Euro jährlich um mehr als sieben Milliarden Euro im Jahr steigen. Dabei stelle sich die Frage, ob der Staat diese Mittel aufbringen kann - viele Kommunen jedenfalls sind jetzt schon in finanziellen Nöten.

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