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Deutscher Mieterbund: Kosten für energetische Gebäudesanierung belasten Mieter stark


Energetische Sanierung  

Klimaziele belasten Mieter stark

27.08.2013, 14:27 Uhr | dpa, t-online.de, AFP

Deutscher Mieterbund: Kosten für energetische Gebäudesanierung belasten Mieter stark. Um im Rahmen der Energiewende Heizkosten zu sparen, müssen viele Gebäude saniert werden (Quelle: imago/Jochen Tack)

Um im Rahmen der Energiewende Heizkosten zu sparen, müssen viele Gebäude saniert werden (Quelle: imago/Jochen Tack)

Bis 2050 soll der Energiebedarf für Gebäude um 80 Prozent sinken - energetische Sanierungen sind also eigentlich eine gute Sache. Die Kosten dafür müssen jedoch zum Teil die Mieter schultern. Um den Anstieg der Mietpreise zu stoppen, hat der Deutsche Mieterbund (DMB) jetzt eine "Neuverteilung der Kosten" in Deutschland gefordert.

Bei einer Gebäudesanierung mit dem Ziel der Energieeinsparung könne der Vermieter im Schnitt bis zu 22 Euro pro Quadratmeter auf die Jahresmiete aufschlagen, sagte DMB-Geschäftsführer Ulrich Ropertz den Dortmunder "Ruhr Nachrichten". Pro Monat steige der Quadratmeterpreis damit um bis zu 1,83 Euro.

Mehrkosten von mindestens 1,33 Euro

Die Heizkosten hätten im Jahr 2011 im Schnitt 99 Cent pro Quadratmeter betragen - "selbst wenn davon 50 Prozent nach der Sanierung eingespart werden, bleibt der Mieter auf 1,33 Euro im Monat sitzen", rechnete Ropertz vor.

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Grundlage für die Berechnungen des Mieterbundes sind Zahlen der Wohnungswirtschaft. Demnach ist mit 200 Euro Kosten pro Quadratmeter für eine energetische Sanierung zu rechnen. Höchstens elf Prozent davon - das wären 22 Euro - darf ein Vermieter auf die Jahresmiete umlegen.

Sanierung oft ohne höhere Warmmiete möglich

Nach Einschätzung der Deutschen Energie-Agentur (dena) werden energetische Sanierungen indes bezahlbar bleiben. "Energetische Gebäudesanierungen sind das einzige Mittel gegen hohe Kostenbelastungen durch steigende Energiepreise", sagte dena-Chef Stephan Kohler. Studien an realen Gebäuden würden zeigen, dass die Sanierung vielfach ohne höhere Warmmiete möglich sei.

Die dena widersprach damit den Ergebnissen einer aktuellen Studie der TU Darmstadt, wonach die Gebäudesanierung "sozialer Sprengstoff" und für weite Teile der Bevölkerung unbezahlbar sei. Demnach würden sich die monatlichen Wohnkosten in einem Einfamilienhaus um 260 Euro erhöhen, in einer Mietwohnung um 140 Euro. Die Einsparungen durch geringere Heizkosten seien dabei schon berücksichtigt. Je Quadratmeter wäre das eine Kostensteigerung von 1,69 Euro.

Kritik an aktueller Studie

Kohler warf der TU Darmstadt vor, die Untersuchung stelle die Kosten der energetischen Sanierung unrealistisch hoch dar. "Wenn gar nicht saniert wird, ist das für den Mieter die teuerste Variante, da seine Warmmiete durch die steigenden Energiepreise erheblich stärker steigen wird, als wenn sein Haus saniert wird."

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Die Studie war auf Gesamtkosten von 2,1 Billionen Euro bis 2050 gekommen, um den CO2-Ausstoß der Gebäude in Deutschland um 80 Prozent zu senken. Rund die Hälfte davon entfällt auf Erhaltungsinvestitionen, die ohnehin anfallen.

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