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Kauflust trotz Risikos hoch: Investoren stürzen sich auch auf die Peripherie


Kauflust trotz Risikos hoch  

Investoren stürzen sich auch auf die Peripherie

15.01.2014, 13:59 Uhr | t-online.de - sia

Kauflust trotz Risikos hoch: Investoren stürzen sich auch auf die Peripherie. Immer mehr Anleger wollen ihr Geld offenbar in sanierte Plattenbauten stecken (Quelle: imago/Rüttimann)

Immer mehr Anleger wollen ihr Geld offenbar in sanierte Plattenbauten stecken (Quelle: imago/Rüttimann)

Bezahlbare Mieten machen das Wohnen in - inzwischen meist sanierten - Plattenbauten aus DDR-Zeiten wieder beliebter. Aber auch immer mehr Anleger nehmen solche Randgebiete vermehrt ins Visier. Und akzeptieren dabei sogar ein höheres Risiko und eine geringe Gewinnmarge. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Befragung des Prüfungs- und Beratungsunternehmens Ernst & Young (EY) Real Estate.

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Deutschland weiter attraktiv für Anleger

Investoren aus dem In- und Ausland wollen offenbar beispielsweise vom inzwischen meist sanierten Zustand vieler Plattenbau-Wohnungen auf kleinem Raum profitieren. Den Experten von EY Real Estate zufolge sehen von rund 100 in Deutschland tätigen Immobilieninvestoren 99 Prozent Deutschland als attraktiven beziehungsweise sehr attraktiven Investitionsstandort.

Laut der Umfrage rechnen 72 Prozent in diesem Jahr mit einem weiteren Anstieg der Immobiliengeschäfte. Demnach sind die Geldgeber sogar vermehrt dazu bereit, ein höheres Risiko einzugehen: Acht von zehn Befragten (81 Prozent) rechnen damit, dass der Anteil an risikoreicheren Immobilieninvestments in diesem Jahr steigen wird.

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Investoren scheuen Risiko nicht mehr

"Anders als in der Vergangenheit werden risikoreiche Investitionen nicht mehr pauschal als negativ gesehen", sagt Hartmut Fründ von EY Real Estate. Besonders ausgeprägt scheine die Risikobereitschaft bei Wohnimmobilien zu sein - und sie erstrecke sich auch auf B- und C-Lagen. Christian Schulz-Wulkow, Partner bei EY Real Estate, rechnet 2014 mit einem Transaktionsvolumen von bis zu 47 Milliarden Euro für Gewerbeimmobilien und Wohnimmobilienportfolios.

Gefragt sind nach den Angaben vor allem Wohnimmobilien und Büroimmobilien in 1a-Lagen, auch gut vermietete Immobilien bilden für die Investoren eine Option. Als Bremse des Markt erweisen sich allerdings unterschiedliche Preisvorstellungen von Käufern und Verkäufern.

Unterschiedliche Preisvorstellungen bremsen

Neun von zehn Befragten (91 Prozent) sehen das gemäß der Analyse als generelles Hindernis für das Geschäft. "Im Gewerbeimmobilienbereich beobachten wir das Phänomen abweichender Preisvorstellungen häufiger als bei Wohnimmobilien", sagt Fründ.

Eine weitere Hürde stellen demnach die Banken dar. Bei Gewerbeimmobilien halte sich "sich die Finanzierungsbereitschaft oftmals eher in Grenzen", erläutert Schulz-Wulkow. Die Finanzinstitute würden von den Käufern Eigenkapital in Höhe von 50 Prozent des Kaufpreises fordern.

Euro-Krise befeuert Immobilienmarkt

Ein Grund für die weiterhin hohe Nachfrage nach deutschen Immobilien sind weiterhin Unsicherheiten aus der Euro-Krise. Neun von zehn Teilnehmern der EY-Umfrage (93 Prozent) geben an, dass europäische Anleger aufgrund der Euro-Krise vermehrt auf die deutschen Immobilienmärkte drängen.

"Viele Investoren sichern sich mit Sachwerten gegen die europäische Schuldenkrise und die erwartete Inflation ab“, sagt Christian Schulz-Wulkow. Die Preise für Wohnungen stoßen gemäß der Untersuchung an ihre Grenze. Während 2012 noch 75 Prozent der Befragten kletternde Wohnungspreise in 1a-Lagen und 66 Prozent in 1b-Lagen erwarteten, gehen 2014 nur noch 58 Prozent beziehungsweise 56 Prozent von steigenden Preisen in dem Segment aus.

Preise für Wohnungen bleiben stabil

Die Experten prognostizieren zwar generell keine Preisrückgänge für Wohnimmobilien, das Preisniveau wird demnach eher stabil bleiben. Das gilt nicht für die Preise von Büroflächen. Laut der Befragung rechnen 53 Prozent damit, dass die Preise für Objekte in 1a-Lagen anziehen, im Vorjahr waren es nur 35 Prozent. Selbst bei Objekten in der Peripherie können sich 13 Prozent einen Preisanstieg vorstellen.

Bei Wohnimmobilien ist aus Sicht der Investoren Berlin (36 Prozent) mit deutlichem Abstand vor Köln (26 Prozent), München (25 Prozent) und Frankfurt am Main (23 Prozent) die beste Wahl. Bei den Büroimmobilien nannten die Umfrageteilnehmer München (32 Prozent) als Spitzenreiter, gefolgt von Hamburg und Frankfurt (jeweils 31 Prozent).

"Keine Anzeichen für Abschwung"

Glaubt man den Experten, ist ein Ende des Immobilienbooms auch 2014 nicht in Sicht. "Es gibt keine Anzeichen für einen Abschwung", zitiert die "Welt" Hartmut Fründ. So lange die Zinsen niedrig blieben, würden die Immobilienpreise profitieren. Die Anleger würden die hohe Renditeerwartungen, wie sie in der Vergangenheit noch gerechtfertigt schienen, inzwischen selbst zurücknehmen.

Das Trendbarometer Immobilien-Investmentmarkt erscheint jährlich seit 2006. Die aktuelle Untersuchung ist zum dritten Mal international angelegt, es wurden 15 europäische Immobilienmärkte inklusive Deutschland untersucht. Geantwortet haben insgesamt rund 500 europäische Unternehmen und Investoren, die in den vergangenen Jahren auf dem jeweiligen Immobilienmarkt aktiv waren.

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