Sie sind hier: Home > Finanzen > Immobilien >

Immer mehr Schweizer kaufen deutsches Ackerland


Abkommen von 1958 sorgt für Unmut  

Immer mehr Schweizer kaufen deutsche Agrarflächen

10.08.2015, 15:57 Uhr | dpa

Immer mehr Schweizer kaufen deutsches Ackerland. Schweizer Landwirte sind den deutschen Bauern faktisch gleichgestellt. (Quelle: imago images)

Schweizer Landwirte sind den deutschen Bauern faktisch gleichgestellt. (Quelle: imago images)

Immer mehr Schweizer Landwirte pachten und kaufen an der Grenzregion deutsches Ackerland. Ein starker Franken und EU-Fördermittel machen es möglich. Das treibt die Preise. Hiesige Bauern können kaum mitbieten - auch wegen eines Abkommens aus dem Jahr 1958.

AnzeigeImmobiliensuche
Traumimmobilie finden

Finden Sie jetzt Traumimmobilien in Ihrer Wunschregion

 

Die deutschen Landwirte fühlen sich benachteiligt. Ihre Kollegen aus der Schweiz genössen Wettbewerbsvorteile, sagte Stefan Leichenauer vom Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverband (BLHV). So seien sie durch den starken Franken in der Lage, höhere Preise für die Flächen zu zahlen, mit denen deutsche Bauern oft nicht mithalten könnten.

Die Käufe der Schweizer Landwirte führten zu einer Preisspirale, heißt es auch beim baden-württembergischen Agrarministerium. Die deutschen Bauern müssten dadurch Preisgebote abgeben, die regelmäßig an der Grenze des ökonomisch noch Tragbaren lägen.

Schweizer erhalten EU-Fördermittel

Außerdem erhielten die Schweizer für ihre Flächen auf deutscher Seite Fördermittel der Europäischen Union, sagte Leichenauer. Im vergangenen Jahr waren das nach Angaben des Verbands rund 600.000 Euro. Der Schweizer erhalte die Mittel zudem ohne Kontrolle seines Hofes. "Ich bekomme auch Geld, muss mich aber an viele Regeln halten. Das ist eine Frechheit, dass man mit zweierlei Maß misst", schimpfte Leichenauer.

Was die Flächen für die Schweizer noch attraktiver macht: Ein Grenzabkommen von 1958 erlaubt es ihnen, ihre Erzeugnisse zollfrei in die Schweiz einzuführen - wenn die Flächen weniger als zehn Kilometer von der Grenze entfernt liegen. Bauern aus dem Südwesten müssten ihre Ware dagegen verzollen, wenn sie diese in der Schweiz verkaufen wollten, sagte Leichenauer. "Bis dahin habe ich nichts mehr verdient."

Leichenauer betont aber auch: "Was die Schweizer machen, ist völlig legal. Wenn es andersrum wäre, würden wir das vielleicht auch machen." Die Landwirte in der Grenzregion fühlten sich allerdings von der Politik im Stich gelassen. Denn Vorstöße der Landesregierung zur Gleichstellung der deutschen Bauern blieben auch nach Angaben des Ministeriums bislang erfolglos. Damit sie ihre Produkte ebenfalls zollfrei in die Schweiz einführen können, sei eine Änderung des Zollabkommens notwendig. "Zuständig ist hierbei der Bund."

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
AnzeigeZINS-CHECK
AnzeigeImmobiliensuche
Traumimmobilie finden

Finden Sie jetzt Traumimmobilien in Ihrer Wunschregion

 

Anzeige
Die neuesten Technik-Trends: Mieten ist das neue Kaufen
OTTO NOW entdecken
Anzeige
Sichern Sie sich 40% Rabatt auf den nächsten Möbeleinkauf
bei der Jubiläumsaktion auf XXXLutz
myToysbonprix.deOTTOUlla Popkenamazon.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal