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Mietenbericht: Weiter Engpässe auf dem Wohnungsmarkt


Wohngeld- und Mietenbericht  

Regierung: Weiter Engpässe auf dem Wohnungsmarkt

28.10.2015, 17:18 Uhr | dpa, t-online.de

Mietenbericht: Weiter Engpässe auf dem Wohnungsmarkt. Hochhäuser in Berlin-Marzahn: Vor allem in Großstädten gibt es zu wenig bezahlbaren Wohnraum für Mieter. (Quelle: dpa)

Hochhäuser in Berlin-Marzahn: Vor allem in Großstädten gibt es zu wenig bezahlbaren Wohnraum für Mieter. (Quelle: dpa)

Baugeld ist billig wie nie - dennoch werden zu wenig Wohnungen gebaut. Dass es in einigen Städten extrem schwer geworden ist, bezahlbaren Wohnraum zu finden, liegt nicht nur am Zuzug von Flüchtlingen. Der Wohngeld- und Mietenbericht der Bundesregierung bezieht sich nämlich noch auf 2014. Doch der Flüchtlingszustrom dürfte die Situation verschärfen.

Die Lage auf dem Wohnungsmarkt hat sich demnach auch im vergangenen Jahr in vielen deutschen Städten verschlechtert. Eine Besserung ist nicht in Sicht. "In vielen Ballungsräumen, Groß- und Universitätsstädten sind weiterhin deutliche Mietsteigerungen und vielerorts spürbare Wohnungsmarkt-Engpässe zu verzeichnen", heißt es im aktuellen Wohngeld- und Mietenbericht des Bundesbauministeriums, der am Mittwoch im Kabinett behandelt wurde.

Mit 240.000 fertiggestellten Wohnungen habe die Zahl der Neubauten zwar im vergangenen Jahr deutlich zugenommen, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Sie habe aber immer noch unter dem notwendigen Niveau gelegen. "Auch die aktuell hohen Flüchtlingszahlen können da Engpässe noch verstärken", fügte er hinzu.

Mieten in Großstädten steigen deutlich

In Berlin stiegen die Angebotsmieten - also die verlangten Preise bei einem Mieterwechsel - 2014 um 9,1 Prozent, in Stuttgart um 6,8 Prozent. In Wolfsburg lagen die Preise bei Neuvermietungen sogar um 19,1 Prozent über dem Vorjahreswert. Bei Bestandsmieten verlief die Entwicklung deutlich moderater.

Ein möglicher Effekt der Mietpreisbremse ist in dem Bericht noch nicht berücksichtigt, denn sie gilt erst seit wenigen Monaten - und auch nicht überall. Neubauten sind von ihr ohnehin ausgenommen.

Laut Bericht wurden Neubau-Mietimmobilien in München im vergangenen Jahr für 15,50 Euro pro Quadratmeter angeboten. In Frankfurt am Main, Hamburg und Stuttgart lagen die durchschnittlichen Neubaumieten zwischen 12,50 Euro und 13 Euro pro Quadratmeter.

Hendricks setzt auf Maßnahmen der Regierung

Bundesbauministerin Barbara Hendricks (SPD) sagte, mit der Wohngeldreform 2016 und der Mietpreisbremse habe die Regierung bereits Maßnahmen auf den Weg gebracht, um Menschen direkt zu helfen. Ab dem kommenden Jahr stünden den Bundesländern außerdem doppelt so viele Bundesmittel wie heute für den sozialen Wohnungsbau zur Verfügung. "Damit reagieren wir auch auf den Zuzug von Flüchtlingen", sagte Hendricks.

Etwa die Hälfte der deutschen Mieterhaushalte zahlte zuletzt eine Bruttokaltmiete zwischen 300 Euro und 400 Euro pro Monat. Rund ein Viertel der Mietwohnungen kostete zwischen 500 Euro und 700 Euro. Einen höheren Betrag zahlten gut zehn Prozent der Mieter. Weniger als 300 Euro wurde in 15 Prozent der Mieterhaushalte bezahlt.

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