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Arbeitgebervertreter fordern "Mindestlohn"

Gehälter  

Arbeitgebervertreter fordern "Mindestlohn"

27.12.2007, 11:16 Uhr | dpa-AFX, Spiegel Online

Bauarbeiter auf einer Baustelle  (Foto: dpa)Bauarbeiter auf einer Baustelle (Foto: dpa) Neue Töne aus dem Arbeitgeberlager: Lange Zeit lehnten viele Unternehmer staatlich verordnete Mindestgehälter, wie den jüngsten Postmindestlohn, kategorisch ab. Inzwischen können sich immer mehr Vertreter aus dem Arbeitgeberlager mit branchenweiten Mindestlöhnen anfreunden. Doch was die Arbeitgeber als Mindestlohn auffassen dürfte den Gewerkschaften, wie der IG-Bau, wenig gefallen.

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Fairer Wettbewerb
Für einen Mindestlohn tritt zum Beispiel der Präsident des Bundesverbandes Zeitarbeit (BZA), Volker Enkerts, ein. In einem Interview mit der Frankfurter Rundschau forderte er: „Die Zeitarbeit braucht jetzt rasch einen Branchenmindestlohn“. Auch der Hautgeschäftsführer beim Bundesverband der Wach- und Sicherheitsunternehmen, Harald Olschok, sprach sich gegenüber der Zeitung für Mindestlöhne aus: „Wir wollen mit Mindestlöhnen für faire Wettbewerbsbedingungen sorgen.“

Nur fünf Euro in der Sicherheitsbranche?
Für die Deutsche Entsorgungswirtschaft kündigte Geschäftsführer Stephan Harmening noch für den Januar Verhandlungen mit der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi über einen Mindestlohn-Tarifvertrag an. Allerdings betonten alle Arbeitgeber-Vertreter, dass sie einen niedrigen Stunden-Mindestlohn anstreben. „9,80 Euro wie bei der Post kommen für uns nicht in Frage“, sagte Enkerts. Der BZA habe mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund für die Zeitarbeit 7,15 Euro ausgehandelt. „Das ist eine Bezahlung, von der die Menschen leben können und die Lohndumping verhindert“, sagte Enkerts. Für die Sicherheitsfirmen bezeichnete Olschok vier bis fünf Euro als „gerade noch verkraftbar“.

Gewerkschaften wollen 7,50 Euro Mindestlohn 
Das dürfte dem deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) und den anderen Gewerkschaften wenig gefallen. "Ich bin nach wie vor für den Vorrang des tariflichen Mindestlohns", sagte der Chef der IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU). Wo aber Arbeitgeber nicht einsichtig seien oder der jeweiligen Gewerkschaft die Durchsetzungsfähigkeit fehle, sei ein gesetzlicher Mindestlohn von mindestens 7,50 Euro notwendig. "Wer dann nicht in der Lage ist, seinen Mitarbeitern 7,50 Euro zu zahlen, der soll selber arbeiten gehen und nicht den Markt mit seinen kruden Unternehmenspraktiken belasten", forderte der IG-BAU-Chef.

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