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Arbeitsmarkt: Deutlich weniger Arbeitslose im März

Arbeitsmarkt  

Trotz Finanzkrise kräftiger Aufschwung auf dem Arbeitsmarkt

01.04.2008, 19:36 Uhr | dpa-AFX / AFP / dpa / T-Online

Gute Zahlen: Arbeitsagentur-Chef Frank-Jürgen Weise (Foto: imago)Gute Zahlen: Arbeitsagentur-Chef Frank-Jürgen Weise (Foto: imago) Ungeachtet der Finanzkrise und der Eintrübung der Weltwirtschaft bleibt der deutsche Arbeitsmarkt weiter in Schwung. Dank einer kräftigen Frühjahrsbelebung sei die Zahl der Erwerbslosen im März um 110.000 auf 3.507.000 gesunken, teilte die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Dienstag (01.04.08) mit. Die März- Arbeitslosigkeit fiel damit auf den niedrigsten Stand seit 15 Jahren. Im Vergleich zum Vorjahr verringerte sich die Zahl der Erwerbslosen um 617.000. Die Arbeitslosenquote ging um 0,2 Punkte auf 8,4 Prozent zurück. Vor einem Jahr hatte sie noch bei 9,9 Prozent gelegen.

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Alle Gruppen profitieren
"Der Arbeitsmarkt wird weiterhin von der guten Konjunktur getragen. Weder der Winter-Einbruch noch die aktuelle Finanzkrise beeinflusst im Moment die aktuelle Entwicklung auf dem Stellenmarkt", kommentierte BA-Vorstandschef Frank-Jürgen Weise die jüngsten Daten. Der Rückgang sei zudem stärker als in den Vorjahren. "Von dieser Entwicklung profitieren nahezu alle Gruppen am Arbeitsmarkt: Frauen, Männer, Jüngere, Ältere, Langzeitarbeitslose", fügte Weise hinzu.

Gute Konjunktur hilft
BA-Vorstandsmitglied Heinrich Alt geht davon aus, dass der saisonbereinigte März-Rückgang der Arbeitslosigkeit von 55.000 zu rund zwei Dritteln auf das Konto der guten Konjunktur geht, der Rest überwiegend auf saisonale Effekte. So würden im März in Außenberufen, zum Beispiel bei Gärtnereien, wieder verstärkt neue Kräfte eingestellt. Zudem hätten das sogenannte Kurzarbeitergeld und eine steigende Zahl von Qualifizierungsmaßnahmen zu der guten März- Entwicklung beigetragen, räumte Alt ein.



Weniger Langzeit-Arbeitslose
Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD) zeigte sich besonders erfreut über den neuerlichen Rückgang der Langzeitarbeitslosigkeit. Dies mache Mut und zeige, dass Vollbeschäftigung in Deutschland möglich sei. "Ich möchte, dass kein Bürger im Land länger als ein Jahr arbeitslos ist. Vollbeschäftigung wäre damit erreicht", erklärte Scholz am Dienstag in Berlin.

Drei-Millionen-Marke im Visier
BA-Chef Weise rechnet unterdessen bis weit in das Jahr 2009 mit einer stabilen Arbeitsmarktlage. "Aus heutiger Sicht wird es keine Abschwächung geben", betonte er. Er erwarte allerdings für 2009 auch nicht die Schaffung neuer Arbeitsplätze im großen Stil. Für das laufende Jahr geht Weise davon aus, dass die Erwerbslosenzahl "im September, Oktober oder November an die Drei-Millionen-Marke herankommt".
Für das Gesamtjahr 2008 erwartet die BA inzwischen eine durchschnittliche Arbeitslosigkeit von 3,43 Millionen. Bisher war sie von einem Wert von rund 3,5 Millionen ausgegangen. "Wir teilen damit weitgehend die Einschätzung der Bundesregierung", sagte Weise. Skeptisch beurteilt er hingegen Äußerungen von Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU), Deutschland sei auf dem besten Wege zur Vollbeschäftigung. "Dieses als Ziel zu formulieren, halte ich für richtig, damit alle auf dieses Ziel hinarbeiten", sagte Weise. "Als Prognose halte ich sie allerdings für falsch", fügte er hinzu.


BA widerspricht Medien-Meinung
Die Medien-Einschätzung, der deutsche Arbeitsmarkt stehe angesichts aktueller Entlassungswellen bei mehreren großen Firmen "auf der Kippe", teilt die BA-Führung nicht. Es sei zwar richtig, dass manche große Firmen ihre Belegschaften verringerten, der Mittelstand stelle aber weiter kräftig ein, sagte Weise. In der Summe würden damit die Entlassungen von Großunternehmen überkompensiert. Neue Stellen entstünden außer im Handel und der Metall- und Elektroindustrie auch im Handwerk, während Banken und Versicherungen wegen der Finanzkrise Stellen abbauten.

Zahl der Erwerbstätigen gestiegen
Den positiven Trend auf dem Arbeitsmarkt bestätigt auch die Zahl der Erwerbstätigen - das Spiegelbild zur Arbeitslosenzahl. Danach stieg die Zahl der Erwerbstätigen binnen Jahresfrist um 532.000 auf 39,63 Millionen im Februar. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten lag zuletzt (im Januar) mit 27,08 Millionen um 610.000 über dem Vorjahreswert.

Im Osten doppelt so viele Arbeitslose
Kaum verändert hat sich trotz des nun schon zwei Jahre währenden Aufschwungs das Ost-West-Gefälle auf dem Arbeitsmarkt. Noch immer sind in Ostdeutschland bezogen auf die Zahl der Erwerbspersonen mehr als doppelt so viele Männer und Frauen arbeitslos wie im Westen. Dort waren im März 2.271.000 Menschen ohne Beschäftigung. Das waren 76.000 weniger als im Februar und 437.000 weniger als vor einem Jahr. In Ostdeutschland nahm die Arbeitslosenzahl um 34.000 auf 1.236.000 ab. Das waren 180.000 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote lag im Westen bei 6,8 Prozent, im Osten bei 14,4 Prozent.

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