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Noël Forgeard: Ex-EADS-Chef unter Insider-Verdacht

Porträt  

Unter Insider-Verdacht: Noël Forgeard

28.05.2008, 18:37 Uhr | dpa / T-Online, t-online.de

Als das Riesenflugzeug A380 mit einem Jahr Verspätung im vergangenen Oktober an Singapore Airlines ausgeliefert wurde, war Noël Forgeard nicht eingeladen. Das hat ihn getroffen, schließlich war er derjenige, der die Entwicklung des A380 im Konzern durchgesetzt hat. Der Drang zum Überwinden langer Strecken liegt bei ihm in der Familie, seine Vorfahren waren bretonische Seefahrer. Forgeard ist durch und durch ein Industrieller - Stahl, Verteidigung und Flugzeugbau sind seine Domänen. Aber er hat auch immer wieder Abstecher in die Politik gemacht und Mitte der 80er Jahre den damaligen Premierminister Jacques Chirac in Industriefragen beraten.

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Forgeard wollte Boeing überflügeln
Seit Ende der 90er Jahre hatte Forgeard sich dafür eingesetzt, dass Airbus seinen amerikanischen Konkurrenten Boeing im Zivilbereich überflügelte. Zugleich verfolgte er als Airbus-Chef zielstrebig das Projekt des doppelstöckigen Rekordflugzeugs A380. Forgeard setzte die nötigen Milliardeninvestitionen gegen den damaligen Chef des Mutterkonzerns EADS, Philippe Camus, durch. Mit Hilfe von Chirac - der ihm auch als Staatschef den Rücken stärkte - schaffte Forgeard es schließlich, Camus zu stürzen und seinen Platz an der Konzernspitze einzunehmen. Damit war Forgeard auf dem Höhepunkt seiner Karriere angelangt.

Aktiencrash nach Lieferschwierigkeiten
Bald darauf ging es steil nach unten: Zunächst verhinderte die deutsche Seite, dass Forgeard zu mächtig wurde, und stellte ihm Thomas Enders als Ko-Chef von EADS an die Seite. Bald darauf musste Airbus massive Lieferschwierigkeiten einräumen, der Aktienkurs stürzte ab. Weil Forgeard und mehrere seiner Familienmitglieder wenige Monate zuvor Anteile verkauft und damit Millionengewinne gemacht hatten, kam der Verdacht des Insiderhandels auf. Forgeard bestritt die Vorwürfe und fühlte sich zum Sündenbock gemacht. Seinen Posten musste er dennoch räumen. Der "goldene Fallschirm", wie Abfindungen in Frankreich genannt werden, soll insgesamt etwa 8,5 Millionen Euro entsprochen haben. Der 61-Jährige ist französischer Ehrenlegionär und Träger des französischen Verdienstordens. Er ist verheiratet und hat vier Kinder.

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