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1,2 Millionen Jugendliche brauchen Hilfe vom Staat

Hartz IV  

1,2 Millionen Jugendliche brauchen Hilfe vom Staat

12.02.2009, 17:29 Uhr | cs, AFP , dapd , t-online.de

Immer mehr Jugendliche brauchen Hartz IV (Foto: imago)Immer mehr Jugendliche brauchen Hartz IV (Foto: imago) Immer mehr Jugendliche sind abhängig von Hartz IV. Und das trotz rückläufiger Hilfebedürftigkeit und gesunkener Jugendarbeitslosigkeit. Mitte 2008 war etwa jeder Zehnte auf die staatliche Stütze angewiesen - rund eine Million Jugendliche. Diese Zahlen gehen aus einer Untersuchung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) hervor. Besonders beunruhigend ist die Lage im Osten des Landes.

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Jugendarmut sinkt

Der DGB-Studie zufolge erhielten im Juni 2008 bundesweit 974.000 Jugendliche im Alter von 15 bis 25 Jahre Hartz-IV, zudem 1,8 Millionen Kinder unter 15 Jahren. Rechne man die knapp 300.000 Jugendlichen dazu, die Arbeitslosengeld I beziehen oder bei Förderkursen mitmachen, seien sogar etwa 1,2 Millionen Jugendliche förder- oder hilfebedürftig. Im Vergleich zum Vorjahr sei die Jugendarmut allerdings um 7,4 Prozent gesunken, die der Kinder um 3,1 Prozent. So hatten etwa 3,4 Millionen Jugendliche unter 25 Jahren einen sozialversicherten Job.

Hinterhof der Wohlstandsgesellschaft

"Diese Jugendlichen wachsen im Hinterhof der Wohlstandsgesellschaft auf", sagte Autor Wilhelm Adamy. Enorme gesellschaftliche und soziale Herausforderungen seien nötig, um diese jungen Menschen in die Gesellschaft zu integrieren. Einen Erfolg brachte der Abbau der Arbeitslosigkeit: Die Zahl der Hilfsbedürftigen zwischen 15 und 24 Jahren lag im Vergleich zum Vorjahr um 77.000 niedriger.

Ostdeutschland besonders betroffen

"Auf drei erwerbstätige Jugendlichen kommt [...] einer, der von Arbeitsagenturen oder den Trägern des Hartz-IV-Systems betreut wird", bilanziert der DGB-Arbeitsmarktexperte. Für die Studie hatte er Statistiken der Bundesagentur für Arbeit ausgewertet. Danach ist vor allem in Ostdeutschland das Risiko hoch, schon als Jugendlicher arm zu werden: Von den knapp eine Millionen Hartz-IV-Beziehern zwischen 15 und 24 wohnt ein Drittel in den neuen Ländern, obwohl hier lediglich ein Fünftel der Gesamtbevölkerung lebt. Damit ist im Osten mehr als jeder sechste Jugendliche auf Sozialleistungen angewiesen; das Verarmungsrisiko der 15- bis 24-jährigen ist mit 17,4 Prozent doppelt so hoch wie für die Gleichaltrigen in den alten Bundesländern (8,4 Prozent). Allerdings fiel auch der Rückgang der Jugendarmut im Osten stärker aus (minus 11 Prozent).

Höchstes Risiko in Berlin

Weiterhin besonders hoch ist das Verarmungsrisiko von Jugendlichen in Berlin: Hier waren im Juni 2008 knapp 22 Prozent der Altersgruppe Hartz-IV-Bezieher, gefolgt von Sachsen-Anhalt (19,1 Prozent) und Mecklenburg-Vorpommern (18 Prozent). Unter den westdeutschen Ländern ist Bremen das Schlusslicht; hier ist das Verarmungsrisiko Jugendlicher doppelt so hoch wie im Schnitt der westdeutschen Länder und auch höher als in Sachsen und Brandenburg. Am niedrigsten ist die Armutsquote Jugendlicher in Bayern (4,2 Prozent). Auffallend sei, dass die Quote hilfsbedürftiger Jugendlichen bis auf Bayern in allen Ländern höher liege als bei den Personen im erwerbsfähigen Alter.

Armutsrisiken

Grund für Hilfebedürftigkeit junger Menschen ist nicht immer die eigene Arbeitslosigkeit: So sei jeder sechste Hilfeempfänger unter 25 Jahren erwerbstätig, doch sei das eigene Einkommen oft so niedrig, dass es nicht zum Leben reiche. Besonders groß sei das Risiko einer Armutskarriere bei alleinerziehenden Müttern und Jugendlichen ohne Schulabschluss.

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