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Anlagebetrug: 150 Jahre Haft für Bernard L. Madoff?

Milliardenbetrug  

150 Jahre Haft für Madoff?

26.03.2009, 11:34 Uhr | lgs, t-online.de, AFP

Steht vor Gericht: Bernard Madoff (Quelle: Reuters)Steht vor Gericht: Bernard MadoffDer mutmaßliche Milliardenbetrüger Bernard L. Madoff muss möglicherweise den Rest seines Lebens hinter Gittern verbringen. Der 70-Jährige sei bereit, sich in seiner Aussage vor Gericht am Donnerstag in elf Anklagepunkten wegen Betrugs schuldig zu bekennen, teilte sein Verteidiger Ira Sorkin in New York mit. Die Anklage kündigte derweil an, gegen den früheren Starinvestor insgesamt 150 Jahre Haft zu beantragen.

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Keine Strafmilderung für Madoff

Für Madoffs erwartetes Geständnis gebe es keine strafmildernde Vereinbarung mit der Verteidigung, teilte Staatsanwalt Marc Litt mit. Madoff, der Investoren mit einem Schneeball-System um bis zu 50 Milliarden Dollar geprellt haben soll, steht seit Dezember in seiner New Yorker Wohnung unter Hausarrest. Seit Wochen wird spekuliert, dass Anklage und Verteidigung hinter den Kulissen an einem Deal arbeiten, der einen langwierigen Prozess vermeidet und bei einem Geständnis ein strafmilderndes Urteil vorsehen könnte.

Über drei Millionen Menschen betroffen

Madoff soll das Schneeball-System von den 80er Jahren an bis zu seiner Verhaftung betrieben haben. Nach Schätzungen von Opferanwälten sind rund drei Millionen Menschen direkt oder indirekt von den Betrügereien betroffen, darunter zahlreiche Prominente. Die Liste reicht von Hollywood-Mogul Steven Spielberg über etablierte Banken in Europa bis hin zur Stiftung des Holocaust-Überlebenden Elie Wiesel, die fast ihr ganzes Vermögen verlor. Unter den Opfern ist auch die Familie von Madoffs Anwalt Sorkin. In einer am Dienstag angesetzten Anhörung zu diesem Interessenkonflikt versicherte Madoff gegenüber Richter Denny Chin, dass er seinen Anwalt behalten wolle. Dem wurde stattgegeben.

Milliardenbetrug - Madoffs Schneeballsystem und wie alles aufflog

Madoff kein Einzeltäter?

Bislang ist Madoff einziger Angeklagter, die Ermittlungen laufen aber weiter. Einige Beobachter halten die These vom Einzeltäter Madoff für unglaubwürdig. Der Ex-Chef der US-Technologiebörse Nasdaq sagte vor der Bundespolizei FBI laut Anklageschrift aus, dass der Betrug ganz auf ihn alleine zurückgeht.

US-Börsenaufsicht in der Kritik

Die Börsenaufsicht SEC steht in dem mutmaßlichen Betrugsfall ebenfalls in der Kritik: Bereits Anfang 2006 kamen ihre Kontrolleure einem Medienbericht zufolge fragwürdigen Machenschaften Madoffs auf die Spur. Sie hätten ihre Ermittlungen dann aber wieder eingestellt, weil sie die Unregelmäßigkeiten als nicht schwerwiegend genug gewertet hätten.

Madoff-Opfer sagen aus

25 der Opfer von Madoff haben bereits angekündigt, sich am Donnerstag vor Gericht äußern zu wollen. Richter Chin rief sie im Vorhinein zur Zurückhaltung auf. Es wird erwartet, dass das Gericht auch darüber entscheidet, ob Madoff zunächst weiter in seinem Luxus-Apartment an der New Yorker Park Avenue bleiben darf. Ein Urteil wird nach Angaben von Richter Chin erst in einigen Monaten fallen.

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