Sie sind hier: Home > Finanzen > Beruf & Karriere >

Banken: Citigroup will Chefbüros für zehn Millionen Dollar umbauen

Halbstaatliche US-Grossbank  

Citigroup will Chefbüros für zehn Mio. Dollar umbauen

20.03.2009, 14:04 Uhr | Spiegel Online, Spiegel Online

Eingang zum Citigroup Center in New York  (Quelle: imago images)Eingang zum Citigroup Center in New York (Quelle: imago images) Ohne Milliardenhilfe vom Staat wäre die Citigroup vielleicht schon pleite - trotzdem treibt die Bank ein teures Großprojekt voran: Laut Nachrichtenagentur Bloomberg will sie eine Millionensumme investieren, damit ihre Vorstandsetage aufwendig renoviert wird.#


Banker intim - Wie gut kennen Sie die größten Wirtschaftsskandale?

Citi gibt 3,2 Millionen Dollar für Handwerksarbeiten aus

Dokumente bei der New Yorker Baubehörde belegen, dass der US-Finanzkonzern Citigroup mindestens 3,2 Millionen Dollar für Handwerksarbeiten im Büro von Vorstandschef Vikram Pandit und in den Räumen seiner Mitarbeiter ausgeben will. Dazu gehöre die Entfernung einer Wand, Klempnerarbeiten und die Arbeiten am Feuerschutz, berichtet die Finanz-Nachrichtenagentur Bloomberg.

Weitere Millionenkosten kommen dazu

Zähle man noch die Kosten für Architekten, Berater für Akustik, Licht und Telekommunikation sowie die Kosten für Möbel dazu, erreichten die Ausgaben das Dreifache, heißt es in dem Bericht unter Berufung auf eine namentlich nicht genannte Person, die mit dem Bauprojekt vertraut sei.

45 Milliarden Dollar Staatshilfe

Die Citigroup hat insgesamt 45 Milliarden Dollar Staatshilfe von der US-Regierung erhalten. Bankenchef Pandit war bereits zuvor in die Kritik geraten, als bekannt wurde, dass das Kreditinstitut vor Ausbruch der Finanzkrise einen Firmenjet bestellt hatte und an diesem Kauf festhielt. Daraufhin stornierte Pandit die Bestellung und erklärte vor dem US-Kongress: "Die neue Realität ist bei mir angekommen, und ich werde sicherstellen, dass sie auch bei der Citigroup ankommt."


Mehrer tausend Stellen stehen auf der Kippe

Nach Ansicht von Kritikern ist es aber noch nicht so weit - auch wenn die Citigroup inzwischen Sonderleistungen für Mitarbeiter eingeschränkt und die Bezahlung von Vorstandsmitgliedern begrenzt hat; im November kündigte das Unternehmen zudem an, mehrere tausend Stellen weltweit zu streichen.

Die Umbauarbeiten in der Chefetage seien "in dieser Situation das absolut falsche Signal", kritisiert Charles Eslon von der University of Delaware das Bauvorhaben der Bank. Das sei nicht der richtige Zeitpunkt für so etwas, zitiert ihn Bloomberg.


Manager ziehen in kleinere Büros

Das Hauptquartier der Citigroup befindet sich in New York in der Park Avenue. Die einst größte US-Bank teilte mit, die Umbauarbeiten würden auf lange Sicht Geld einsparen. Die Manager würden von zwei Ebenen auf ein gemeinsames Stockwerk in kleinere Büros ziehen. Man erwarte Einsparungen, die weit über den Ausgaben lägen, heißt es weiter in einer Stellungnahme. Von rund 15 Millionen Dollar in den kommenden Jahren ist die Rede. Diese Angaben beruhen allerdings auf Schätzungen der Bank, die gemacht wurden, als noch keine Finanzkrise war.

Renovierungen bereits 2008 geplant

Die Renovierungen wurden laut Bloomberg im Juni 2008 geplant. Die Baugenehmigung wurde im September erteilt, noch bevor die Bank um Staatshilfe bat. Die neue Vorstandsetage soll sich den Angaben zufolge künftig in der zweiten Etage der Citigroup-Zentrale befinden, eine Etage tiefer als das bisherige Büro von Bankchef Pandit, der seit Dezember 2007 im Amt ist. In der zweiten Etage befanden sich bisher Büros, Sitzungsräume sowie die Speiseräume des Vorstands. Künftig sollen hier 17 Büros für hochrangige Manager sein, zudem Räume für ihre Assistenten, wie aus den Dokumenten hervorgeht. Geplant sei auch der Einbau eines großen Kühlschranks und einer Eismaschine, heißt es, sowie die Verwendung von bombensicheren Fensterscheiben. Auch zwei Konferenzsäle und ein "offener Bereich mit weichen Sitzmöbeln" seien geplant.

Zusammenlegung der Aktien soll Kurs anheben

Derweil teilte die Citigroup mit, sie erwäge, eigene Aktien zusammenzulegen. Dieser Schritt solle den niedrigen Aktienkurs wieder anheben. Mögliche Szenarien sind Zusammenlegungen im Verhältnis eins zu zwei bis eins zu dreißig. Diese Maßnahme könne Teil der Umwandlung von Schuldpapieren im Wert von 27,5 Milliarden Dollar in Aktien sein. Das würde dem amerikanischen Staat einen Anteil an der Citigroup von 36 Prozent geben.

Mehr zum Thema:
AIG - US-Abgeordnete wollen Boni mit 90 Prozent besteuern
AIG - Versicherungsriese soll abgewickelt werden
Bonus-Skandal - US-Regierung will AIG-Boni zurückholen
Gleichberechtigung - SPD fordert 40 Prozent Frauen in Aufsichtsräten
Trotz Krise - Milliardengewinn für die Sparkassen
Krisengewinner - Es gibt sie noch, die guten Banken
Banker intim - So edel pinkeln Geldjongleure

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Ulla Popkentchibo.deOTTOmyToysbonprix.deLIDLBabistadouglas.deXXXLutz

shopping-portal