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Chef der Traditionsbank Meinl festgenommen

Österreich  

Chef der Traditionsbank Meinl festgenommen

03.04.2009, 11:12 Uhr | bab, dpa, t-online.de

Verhaftet: Bankchef Julius Meinl (Quelle: Reuters)Verhaftet: Bankchef Julius Meinl (Quelle: Reuters) Der Chef der gleichnamigen Wiener Traditionsbank und Oberhaupt einer der ältesten Finanz-Dynastien Österreichs, Julius Meinl V., ist am Mittwochabend in Wien wegen des Verdachts auf Anlagebetrug festgenommen worden. Nicht einmal 24 Stunden später hinterlegte die Familie des 49-Jährigen jedoch die vom Untersuchungsrichter geforderte Kaution von 100 Millionen Euro und sorgte so für die Freilassung des prominenten Beschuldigten. Die Bank betonte am Donnerstag, die Festnahme habe "keine Auswirkungen auf den laufenden Geschäftsbetrieb". Die Lage des Instituts sei "stabil", die Einlagen "sicher".

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Medien: Privatjet bereits vollgetankt

Meinl wurde Berichten zufolge festgenommen, nachdem bekanntgeworden war, dass sein Privatjet vollgetankt auf dem Wiener Flughafen Schwechat auf seinen Besitzer wartete. Nach der Zahlung der riesigen Kaution bestätigte der Sprecher der Wiener Staatsanwaltschaft, Gerhard Jarosch, die bevorstehende Haftentlassung des Bankers. Sollte feststehen, dass das auf dem Konto des Oberlandesgerichts eingetroffene Geld "unwiderruflich gesichert ist", werde Meinl auf freien Fuß gesetzt, meldete die Nachrichtenagentur APA.



Im Visier der Staatsanwaltschaft

Dem Multimillionär und Chef der 1923 gegründeten Bank werden Untreue, Provisionsschinderei und Betrug vorgeworfen. Meinl, in dessen weit verzweigtem Imperium unter anderem der frühere österreichische Finanzminister Karl-Heinz Grasser arbeitet, war bereits im vergangenen Jahr wegen eines Finanzskandals um sein Unternehmen Meinl European Land (MEL) - einen Investment-Fonds - ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten. Es ging dabei um massive, geheim gehaltene Aktienrückkäufe bei der MEL. Im Zusammenhang mit dem Vorfall haben nach Angaben der APA Zehntausende von Anlegern mit von Meinl gegründeten Investment-Firmen Milliarden verloren.

Weit verzweigtes Imperium

Julius Meinl ist Nachkomme des "Mohren-Imperiums", das im Lebensmittelhandel in Österreich und Teilen Europas erfolgreich war. Meinl (der Fünfte) selbst konzentrierte sich jedoch zunehmend auf das Bankgeschäft, das er nach angelsächsischem Vorbild betreiben wollte. Die auf der Kanalinsel Jersey - einem Steuerparadies - ansässigen Investmentgesellschaften MEL, Meinl International Power (MIP) und Meinl Airports International (MAI) richteten sich beim Börsengang an das breite Publikum in Österreich und warfen für die Meinl Bank zunächst sehr hohe Erträge ab. Anleger fühlten sich jedoch angesichts dramatisch fallender Aktienkurse und steigender Verluste zunehmend hinters Licht geführt.

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