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Steuern und Sozialabgaben belasten Geringverdiener in Deutschland

Steuern und Abgaben  

Rekordabgabenlast für Geringverdiener in Deutschland

12.05.2009, 20:52 Uhr | mfu, dpa-AFX , dapd , t-online.de

Die Abgabenlast in Deutschland ist hoch (Quelle: imago images)Die Abgabenlast in Deutschland ist hoch (Quelle: imago images) Deutschland nimmt bei der Abgabenlast weiter einen Spitzenplatz unter den Industrieländern ein. Das geht aus einer aktuellen Studie der Organisation für Wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) hervor. Wie kaum in einem anderen Industriestaat belastet Deutschland die Einkommen von Gering- und Durchschnittsverdienern mit Sozialabgaben und Steuern.

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Geringverdiener: Zwei Drittel des Verdienstes gehen für Abgaben drauf

Die hohe Abgabenbelastung gilt für Singles wie auch für Paare und Familien mit zwei Erwerbstätigen. Arbeitet hingegen nur einer der Partner, sind die Abzüge im OECD-Vergleich eher moderat und das unabhängig davon, ob Kinder versorgt werden oder nicht. Im Jahre 2008 beliefen sich die Steuern und Sozialabgaben für einen alleinstehenden Geringverdiener in Deutschland laut OECD mit zwei Drittel des Durchschnittsverdienstes auf 47,3 Prozent der Arbeitskosten (Bruttoverdienst plus Sozialbeiträge der Arbeitgeber). Dies ist nach Belgien der zweithöchste Wert in der OECD.

Staatliche Hilfen für Geringverdiener

Grund für den Spitzenplatz von Deutschland ist, dass viele andere OECD-Länder Geringverdienern umfangreiche staatliche Mittel gewähren. In einigen Ländern führe dies dazu, dass der Arbeitnehmer sogar netto mehr in der Tasche habe als der Arbeitgeber brutto zahle.

Bei Besserverdienern gehen Arbeitskosten zurück

Bei anderen Einkommensgruppen zeichnet sich ein differenziertes Bild: So fallen in Deutschland den Angaben zufolge bei einem Single mit einem Jahresgehalt von 63.000 Euro mit 53,7 Prozent die höchsten Abzüge durch Steuern und Sozialbeiträge an. Bei 110.000 Euro hingegen müssten nur noch 50 Prozent der Arbeitskosten (Bruttoverdienst plus Sozialbeiträge der Arbeitgeber) an Sozialkassen und Staat abgeführt werden.


Beitragsbemessungsgrenzen deckeln Abgaben für Gutverdienende

Die Quote liege damit auf dem Niveau eines Arbeitnehmers mit 36.500 Euro Jahresgehalt. Dieser Effekt sei auf die Beitragsbemessungsgrenzen bei den Sozialabgaben zurückzuführen. Würde man auch die Pendlerpauschale und andere an besondere Voraussetzungen geknüpfte Steuerfreibeträge berücksichtigen, wäre die Entlastung am oberen Ende der Einkommensskala noch deutlicher.

Falsche Anreize

"Auch bei Paaren und Familien unterscheidet sich die Verteilung der Abgabenlast in Deutschland deutlich von der anderer OECD-Länder", heißt es weiter. Für Verheiratete, bei denen nur ein Ehepartner erwerbstätig ist, liege sie eher im Mittelfeld. Bei einem Durchschnittsverdiener mit zwei Kindern landet Deutschland auf Platz 10. Wenn beide Partner arbeiten, liegt Deutschland laut OECD bei der Abgabenlast wieder in der Spitze: "Damit setzt das deutsche Steuer- und Abgabensystem wenig wirtschaftliche Anreize, die Erwerbsarbeit auf beide Partner zu verteilen."

Abgabenquote leicht gesunken

Immerhin ist in den letzten Jahren laut OECD die Abgabenlast in den vergangenen Jahren leicht gesunken, "vor allem für Gutverdienende liegt sie deutlich unter den Werten des Jahres 2000", heißt es in der Studie.


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