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Landesbanken: WestLB-Chef Heinz Hilgert tritt zurück

Landesbank  

WestLB-Chef tritt zurück

22.05.2009, 21:47 Uhr | lgs/mash, t-online.de, dpa

Zurückgetreten: WestLB-Chef Heinz Hilgert  (Quelle: dpa)Zurückgetreten: WestLB-Chef Heinz Hilgert (Quelle: dpa) WestLB-Chef Heinz Hilgert hat aus Verärgerung über die Sparkassen in Nordrhein-Westfalen das Handtuch geworfen. Gut ein Jahr nach seiner Amtsübernahme trat er völlig überraschend zurück. Der notwendige Umbau der drittgrößten deutschen Landesbank finde nicht "die erforderliche wirtschaftliche Unterstützung der maßgeblichen Eigentümer der Bank", begründete Hilgert seinen Schritt.

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Meinungsverschiedenheiten mit Sparkassen

Die beiden Sparkassenverbände Rheinland und Westfalen-Lippe hatten in den vergangenen Monaten weitere Garantien für die WestLB abgelehnt. Hilgert wollte Papiere und nicht mehr zum Kerngeschäft der Bank gehörende Aktivitäten im Wert von rund 80 Milliarden Euro auslagern. Dazu sind nach seinen Angaben zusätzliche Garantien von höchstens fünf Milliarden Euro erforderlich.

NRW-Finanzminister bedauert Rücktritt

Nordrhein-Westfalens Finanzminister Helmut Linssen (CDU) bedauerte den Rücktritt Hilgerts. Die Landesregierung habe die Pläne Hilgerts immer unterstützt, versicherte er. Er forderte die Sparkassen auf, "zu ihren Pflichten und Verpflichtungen" gegenüber der WestLB zu stehen. Die beiden Sparkassenverbände besitzen gut die Hälfte der WestLB-Anteile, das Land ist mit durchgerechnet 38 Prozent größter Einzelaktionär. Die übrigen Anteile halten die Kommunen.

Mitarbeiter demonstieren

Vor Beginn einer Krisensitzung des WestLB-Aufsichtsrats demonstrierten in Düsseldorf rund 100 Mitarbeiter der Bank aus Sorge um ihre Arbeitsplätze. Sie warnten vor einer Zerschlagung der Bank. An diesem Dienstag ist zudem fünf Minuten vor 12 Uhr eine größere Kundgebung geplant.

Rücktritt nach bestem Jahresauftakt seit Jahren

Kurz vor seinem Rücktritt legte Hilgert Geschäftszahlen für das erste Quartal für die WestLB vor. Demnach hat die Bank 2009 den besten Jahresauftakt seit Jahren verzeichnet. Der Vorsteuergewinn belief sich auf 250 Millionen Euro. Darin seien keine Effekte mehr aus der Auslagerung von risikoreichen Papieren von Anfang 2008 enthalten, bei der die WestLB-Eigentümer Garantien in Höhe von fünf Milliarden Euro abgaben. Hilgert betonte, dass von diesen Garantien bisher lediglich 280 Millionen Euro in Anspruch genommen wurden.

WestLB muss Geschäft halbieren

Die EU-Kommission hatte erst in der vergangenen Woche milliardenschwere Staatshilfen für die WestLB gebilligt und der Bank gleichzeitig eine Schrumpfkur verordnet. Brüssel genehmigte Garantien in Höhe von fünf Milliarden Euro für die risikoreichen Papiere. Im Gegenzug muss die WestLB ihr Geschäft halbieren. Das bedeutet die Trennung von Aktivitäten in der Größenordnung von etwa 140 Milliarden Euro.

Verkauf beschlossene Sache

Die großen Etappen auf diesem Weg sollen die Auslagerung werthaltiger Papiere und der Verkauf der Westdeutschen Immobilienbank mit einer Bilanzsumme von 26 Milliarden Euro sein. Außerdem muss die WestLB bis Ende 2011 mehrheitlich über ein Bieterverfahren verkauft werden. Hilgert betonte, diese EU-Genehmigung decke auch die weiteren Garantien zur geplanten Auslagerung von werthaltigen Papieren ab.

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