Sie sind hier: Home > Finanzen > Karriere >

Middelhoff ist sich keiner Schuld bewusst

Arcandor-Pleite  

Middelhoff ist sich keiner Schuld bewusst

22.06.2009, 13:17 Uhr | cs, dapd, t-online.de

Arcandor: Thomas Middelhoff wehrt sich gegen Untreue-Vorwürfe (Foto: ddp)Arcandor: Thomas Middelhoff wehrt sich gegen Untreue-Vorwürfe (Foto: ddp) Der frühere Arcandor-Chef Thomas Middelhoff hat die gegen ihn im Zusammenhang mit der Insolvenz des Unternehmens erhobenen Vorwürfe als sachlich falsch zurückgewiesen. Der "Bild am Sonntag" sagte er: "Viele Stimmen sagen, ohne mich wäre schon 2004 Schluss gewesen." Man habe Karstadt 2004 "kurz vor Toresschluss gerettet". Middelhoff, gegen den die Staatsanwaltschaft Essen wegen des Verdachts der Untreue ermittelt, fügte hinzu: "Ich bin überzeugt davon, dass wir seit 2004 die richtigen Entscheidungen getroffen haben."

Abfindungskönige - Was Konzernchefs kassieren
Arcandor-Insolvenz - Wie geht es für Kunden weiter?
Karstadt - Aufstieg und Niedergang eines Warenhauses

Arcandor ein Opfer der Finanzkrise

Geändert hätten sich in der Folge die Finanzierungsbedingungen. Der Konzern, zu dem Karstadt und Quelle gehören, sei dann Opfer der Finanzmarktkrise geworden. "Deswegen ist es für mich völlig unverständlich, dass dem Unternehmen jede Unterstützung aus dem Deutschlandfonds versagt wurde." Auf die Frage, weshalb der Staatsanwalt gegen ihn ermittelt, antwortete er: "Das weiß ich nicht."

Beteiligung an umstrittenen Immobilienfonds

In diesem Zusammenhang bestätigte Middelhoff, dass er und seine Frau Anteile an einem Immobilienfonds erworben haben, der Mieten von Karstadt-Filialen bekommt: "Von den damals circa 200 Karstadt-Häusern sind 2000/2001 fünf Filialen an den Immobilienentwickler Esch veräußert worden. Der hat die Häuser in geschlossene Immobilienfonds gepackt und Anteile daran seinen Investoren angeboten, unter anderem meiner Frau und mir. Wir haben einen niedrigen einstelligen Prozentsatz an diesen Fonds gezeichnet", sagte er dem Blatt.

Alle Gremien über Immobiliengeschäfte informiert

Mit seiner Tätigkeit für Karstadt habe dies aber nichts zu tun: "Das ereignete sich Jahre bevor ich gebeten wurde, in einer Notsituation die Führung von KarstadtQuelle zu übernehmen. Das heißt, alle in Rede stehenden Verträge wurden schon Jahre vor meinem Eintritt in das Unternehmen abgeschlossen." Dem Aufsichtsrat habe er vor seiner Wahl 2004 sofort die Beteiligung an den Fonds mitgeteilt und dies 2005 auch auf der Hauptversammlung den Aktionären erläutert. "Beide Gremien hatten kein Problem damit." Auf die Frage, was an dem Vorwurf der Untreue dran sei, sagte Middelhoff: "Nichts. Allenfalls könnte sich dieser Vorwurf an die damals Verantwortlichen richten."

"Das Ergebnis der Gutachten war ernüchternd"

Kein Verständnis hat Middelhoff nach eigenen Worten für Vorwürfe, er habe es als Arcandor-Chef versäumt, 75 Millionen Euro von Esch einzutreiben, die dieser dem Konzern angeblich als Ausgleich für überhöhte Mieten geschuldet habe. "Ich habe nach Dienstantritt 2004 sofort eine Prüfung der Verträge mit Esch veranlasst. Das Ergebnis der Gutachten war ernüchternd: Die Verträge mit Esch waren nicht rechtswirksam zustande gekommen. Ja, sie waren noch nicht einmal unterschrieben worden."

Mehr Themen:
Arcandor - Geldadel profitierte von horrenden Karstadt-Mieten
Justiz - Ermittlungsverfahren gegen Middelhoff eingeleitet
Quiz - Wie hießen E.ON, Arcandor und Co. früher?
Großes Ranking - Deutschlands reichste Unternehmer

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
15,- € Gutschein für Sie - nur bis zum 22.09.2019
bei MADELEINE

shopping-portal