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Bernard L. Madoff: 150 Jahre Haft für den Milliardenbetrüger

Madoff  

Höchststrafe für Madoff

29.06.2009, 21:36 Uhr | mash, t-online.de, dpa, AFP

Madoff auf dem Weg zum Gericht (Foto: AP) (Quelle: AP/dpa)Madoff auf dem Weg zum Gericht (Foto: AP) (Quelle: AP/dpa) Ein New Yorker Gericht hat den US-Milliardenbetrüger Bernard Madoff am Montag zu 150 Jahren Haft und damit zur Höchststrafe verurteilt. Die Zuschauer im Gerichtssaal, darunter viele Opfer, applaudierten bei der Bekanntgabe des Urteils. #

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"Außergewöhnlich teuflisches Verbrechen"

Das Gericht entsprach mit seinem Urteil den Forderungen der Staatsanwaltschaft. Der 71-jährige Ex-Broker hatte mit einem rund 65 Milliarden Dollar (46 Milliarden Euro) schweren Schneeball-System weltweit tausende Anleger geschädigt. Das Verbrechen sei "außergewöhnlich teuflisch", urteilte Richter Denny Chin laut US-Medien.

Verteidiger hoffte auf Milde

Der Richter wies darauf hin, dass die Mauscheleien mit dem Geld von Kunden sich über 20 Jahre hinzogen. "Der Vertrauensbruch war massiv", sagte der Richter. Die Schätzung, dass Madoff seine Opfer um über 13 Milliarden Dollar betrogen hat, sei noch vorsichtig. Verteidiger Ira Sorkin hatte auf Milde und nur zwölf Jahre Haft plädiert. Madoff habe mit den Behörden kooperiert und nicht zu fliehen versucht, so sein Anwalt. Statistisch gesehen habe er ohnehin nicht mehr lange zu leben. "Dies ist ein tief mit Makeln behafteter Mensch", sagte der Verteidiger über Madoff.

Ex-Börsenlegende zeigt betroffen

Der geständige Madoff zeigte vor Gericht nochmals Reue. Er habe einen "fürchterlichen Fehler" begangen, räumte er im dicht gedrängten Saal ein. An die Opfer gewandt sagte er: "Es tut mir leid. Ich weiß, das hilft Ihnen nichts." Für sein Verhalten gebe es keine echte Entschuldigung. Seiner Familie hinterlasse er ein "Vermächtnis der Schande".

Manche Opfer verloren alles

Zu Beginn der Sitzung kamen stellvertretend einige Opfer zu Wort. Manche verloren ihre gesamten Ersparnisse und müssen sich nun mit staatlichen Essensmarken durchschlagen. "Keine Gnade", sagte ein 63-jähriger Rentner laut US-Medien. Seine Frau weine jeden Tag um das Leben, das sie gemeinsam durch den Betrug verloren hätten.

Immobilien in Palm Beach und New York

Zu den Geschädigten gehören auch Prominente wie der Regisseur Steven Spielberg, aber auch Stiftungen wie die des Friedensnobelpreisträgers und Holocaust-Überlebenden Elie Wiesel sowie Tausende von Privatanlegern, Pensionsfonds, Hedgefonds und wohltätige Einrichtungen. Auch Banken in Europa investierten bei Madoff. Von den Einnahmen finanzierte Madoff der Anklage zufolge nicht nur Auszahlungen an Anleger, sondern auch den eigenen aufwendigen Lebensstil. Zu den Besitztümern, deren Einzug das Gericht beschlossen hat, gehören Millionen von Dollar teure Immobilien in New York und Palm Beach, Florida, sowie eine Yacht.

Angeblich keine Mitwisser

Madoff hatte den jahrzehntelangen Mega-Betrug Mitte Dezember vergangenen Jahres seinen beiden mit in seiner Firma beschäftigten Söhnen gestanden. Wegen der Finanzkrise hatten zuvor Anleger hohe Summen abgezogen und das Betrugssystem so zum Einsturz gebracht. Madoff will ganz allein und ohne Wissen anderer gehandelt haben. Auch Ehefrau Ruth (68) soll nichts geahnt haben. Die Gewinne bestehender Kunden bezahlte er stets mit dem Geld neuer Anleger. Die angeblichen Aktiengeschäfte und die Gewinne gab es nicht.

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